Wintermute deutet auf einen Zufluss von Privatanlegerkapital in den US-Aktienmarkt hin, Kryptowährungen und Aktien werden negativ korreliert, die Bitcoin-Volatilität hat sich auf weniger als das Doppelte reduziert, der Markt tritt in eine Reifephase ein.
Laut den neuesten Datenanalysen des Market Makers Wintermute zeigt sich eine strukturelle Veränderung: Das Kapital der Krypto-Privatanleger fließt massiv in den US-Aktienmarkt, während der Kryptomarkt vor der Herausforderung steht, Liquidität abzuziehen. Woher stammt diese Kapitalverschiebung? Wie sollten Investoren ihre Strategien anpassen?
Historisch gesehen sind Kapitalflüsse zwischen Aktien und Kryptowährungen meist stark korreliert, beide gelten als bevorzugte Investitionen bei überschüssigem Marktliquidität und steigendem Risikobewusstsein. Doch Daten von Wintermute und JPMorgan deuten darauf hin, dass diese positive Korrelation bis Ende 2024 deutlich zerfallen ist.
Privatanleger investieren Rekordmengen in Aktien, während sie bei Kryptowährungen vorsichtiger werden. Betrachtet man die „Gesamtmarktkapitalisierung von Altcoins“ als langfristigen Indikator für die Aktivität der Privatanleger, zeigt sich, dass die Beziehung inzwischen negativ korreliert ist. Das bedeutet, Kapital fließt nicht mehr gleichzeitig in beide Märkte, sondern es kommt zu Verdrängungseffekten. Derzeitige Boom bei Privatanleger-Transaktionen im Aktienmarkt absorbiert tatsächlich die Liquidität des Kryptomarktes.
Bildquelle: Wintermute
Früher waren Meme-Coins und diverse Altcoins durch extreme Preisschwankungen die Hauptmotivation für Privatanleger, auf der Suche nach Überrenditen einzusteigen. Mit der Marktkapitalisierung von Kryptowährungen, die auf 2,3 Billionen US-Dollar angewachsen ist, und dem Eintritt institutioneller Akteure durch Bitcoin-Spot-ETFs, wird die Marktstruktur zunehmend reifer.
Daten zeigen, dass sich die Volatilitätsdifferenz zwischen Bitcoin und dem Nasdaq 100 Index kontinuierlich verringert. Im ersten Halbjahr 2025 ist das Verhältnis der Volatilitäten sogar auf unter das Doppelte gefallen. Wenn der Markt nicht mehr die früheren rasanten Auf- und Abstiege zeigt, suchen Privatanleger, die auf Kapitalrendite und Volatilität setzen, vermehrt nach den derzeit starken und lebhaften Aktienmärkten.
Neben der Veränderung der Marktstruktur haben heutige Broker und Vermögensverwaltungsplattformen nahtlos den Handel mit Aktien und Kryptowährungen integriert, wodurch die früheren Barrieren für Kapitalflüsse zwischen den Märkten überwunden werden. Kapital ist nicht mehr auf die Kryptowelt beschränkt, sondern kann zwischen US-Aktien und Krypto fließen.
Noch wichtiger ist, dass die Verbreitung generativer KI und großer Sprachmodelle (LLMs) die Fähigkeit der Privatanleger, Finanzberichte zu interpretieren und den Markt zu analysieren, erheblich verbessert hat. Sie gewinnen dadurch ein beispielloses Selbstvertrauen bei Aktieninvestitionen. Im Vergleich dazu fehlt es im Kryptomarkt bislang an einer allgemein anerkannten Bewertungs- und Fundamentalanalyse, was es Privatanlegern erschwert, dort ähnliche Analysevorteile zu erlangen.
Insgesamt investieren Privatanleger nicht mehr weg vom Markt, sondern verlagern ihre Risikobereitschaft in vorteilhaftere, ebenso volatile Aktienmärkte, die mit den Kryptomärkten vergleichbar sind. Kryptowährungen sind in den Portfolios der Privatanleger von einer „Kern-Spekulationsanlage“ zu einem regulären Asset geworden.