Laut dem endgültigen Urteil des US-Bezirksgerichts Süddistrikt New York vom 5. März hat die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) offiziell eine Einigung mit Tron (Tron) und seinem Gründer Justin Sun erzielt. Dabei wurden alle gegen Sun, die Tron Foundation und die BitTorrent Foundation erhobenen Anklagen vollständig zurückgezogen.
Gemäß dem Vergleichsvertrag wird Rainberry (ehemals BitTorrent Inc.), das Unternehmen, das für die Entwicklung des BitTorrent-Protokolls und die Ausgabe des BTT-Tokens verantwortlich ist, an die SEC eine zivilrechtliche Geldstrafe in Höhe von 10 Millionen US-Dollar zahlen.
Im März 2023 reichte die SEC Klage gegen Justin Sun, die Tron Foundation, die BitTorrent Foundation und Rainberry ein und beschuldigte sie, unregistrierte Wertpapiere (TRX und BTT) ausgegeben und verkauft sowie groß angelegte Wash-Trades zur Marktmanipulation durchgeführt zu haben.
Laut der damaligen Anklageschrift der SEC soll Sun zwischen April 2018 und Februar 2019 mehr als 600.000 Wash-Trades mit kontrollierten oder proxy-Konten durchgeführt haben, um den Eindruck von Handelsaktivität und Preisstabilität zu erwecken.
Die SEC beschuldigte Sun außerdem, prominente Influencer für die gezielte Promotion von TRX und BTT eingesetzt zu haben. Zu den involvierten Persönlichkeiten gehörten unter anderem Hollywood-Schauspielerin Lindsay Lohan und der bekannte Influencer Jake Paul, die angeblich ohne Offenlegung einer Vergütung illegal für die Kryptowährungen geworben haben. Insgesamt waren acht Prominente in den Skandal verwickelt. Außer dem Rapper Soulja Boy und dem Sänger Austin Mahone zahlten die anderen sechs Prominenten, ohne ihre Schuld einzugestehen, jeweils 400.000 US-Dollar an illegal erworbenen Geldern, Zinsen und Strafen, um die Angelegenheit zu bereinigen.
Laut am Donnerstag veröffentlichten Gerichtsdokumenten akzeptierten die Beklagten die Vergleichsbedingungen, ohne die Anklagen zuzugeben oder zu bestreiten. Neben der Zahlung der Geldstrafe verpflichtete sich Rainberry, künftig keine betrügerischen Marktmanipulationen im Zusammenhang mit Wertpapieren mehr durchzuführen, ohne sich schuldig zu bekennen. Das Abkommen tritt jedoch erst nach endgültiger Genehmigung durch das Gericht in Kraft.
Der Vergleich in diesem Fall ist kein Zufall, sondern spiegelt die zunehmende Regulierung in den USA wider. Seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus hat die SEC mehrere Klagen gegen Krypto-Unternehmen wie Binance, Coinbase und Uniswap eingestellt. Bereits im Februar dieses Jahres beantragte die SEC beim Gericht eine Aussetzung der Verfahren gegen Justin Sun und Tron, um mögliche Einigungen zu erkunden.
Branchenexperten vermuten, dass diese Einigung auch mit Sun’s jüngster politischer Ausrichtung und seinen Investitionen in Trump-nahe Projekte zusammenhängt.
Sun hat erheblich in Kryptowährungsprojekte investiert, die vom Trump-Clan unterstützt werden, darunter der Kauf von mindestens 75 Millionen US-Dollar in WLFI-Token des Projekts World Liberty Financial sowie vor der Amtseinführung des Präsidenten den Kauf von Trump-Token im Wert von bis zu 100 Millionen US-Dollar. Zudem soll World Liberty Financial selbst TRX im Wert mehrerer Millionen US-Dollar gehalten haben, was die engen Verflechtungen zwischen den Interessen beider Seiten verdeutlicht.