
Der Senat von Florida hat am Freitag das „Senate Bill 314“ verabschiedet, das vorschreibt, dass Stablecoin-Emittenten, die im Bundesstaat tätig sind, vor der Ausgabe von Token an Einwohner eine Genehmigung bei der Florida Office of Financial Regulation beantragen müssen. Das Gesetz zielt darauf ab, die staatliche Regulierung mit dem bundesweiten Rahmen des in diesem Jahr von Präsident Trump unterzeichneten „GENIUS Act“ in Einklang zu bringen. Es wartet derzeit auf die Unterschrift des Gouverneurs Ron DeSantis.
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Der Kernmechanismus des „Senate Bill 314“ ist die Einrichtung eines staatlichen Lizenzsystems. Jede Organisation, die im Bundesstaat Florida Stablecoins an Einwohner ausgeben möchte, muss zuvor eine Lizenz der Florida Office of Financial Regulation erhalten, um Geschäfte aufzunehmen. Diese Anforderung gilt sowohl für in Florida ansässige Unternehmen als auch für Emittenten, die grenzüberschreitend tätig sind.
Senator Burton betonte ausdrücklich, dass das Gesetz darauf ausgelegt ist, die Regulierung in Florida mit dem Rahmen des „Genius Act“ auf Bundesebene abzustimmen. Das „Genius Act“ erlaubt Banken und anderen zugelassenen Institutionen, Stablecoins auszugeben, vorausgesetzt, sie halten qualifizierte Reservevermögen wie US-Staatsanleihen und veröffentlichen monatlich Offenlegungen ihrer Bestände, um Verbraucherschutz und finanzielle Stabilität zu gewährleisten.
Floridas Haltung zu digitalen Vermögenswerten ist hochgradig konsistent, nicht widersprüchlich wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. DeSantis hatte Florida zuvor als ersten Bundesstaat in den USA gesetzlich verboten, eine Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) einzuführen. Das zentrale Argument war: Von der Regierung ausgegebene digitale Währungen könnten den privaten Kryptowährungsmarkt bedrohen und die Überwachung der Finanzaktivitäten der Bürger ausweiten.
Das Verbot von CBDC und die Förderung der Stablecoin-Regulierung spiegeln die gleiche grundlegende politische Logik wider:
Unterstützung des Privatmarktes: Stablecoins werden von privaten Emittenten ausgegeben, was dem Wettbewerbsprinzip entspricht; CBDC hingegen steht für direkte staatliche Kontrolle über die Währung.
Ablehnung staatlicher Überwachung: Die programmierbaren Eigenschaften von CBDC ermöglichen es der Regierung, jede Transaktion nachzuverfolgen, während private Stablecoins zwar reguliert werden, aber die Kernfinanzautonomie bewahren.
Regulierung statt Verbot: Das Gesetz zielt nicht darauf ab, Stablecoins zu unterdrücken, sondern ihnen einen klaren Compliance-Rahmen zu geben, was mehr Krypto-Unternehmen nach Florida locken dürfte.
DeSantis hatte während seiner frühen Präsidentschaftskampagne deutlich versprochen, Bitcoin und digitale Vermögenswerte vor restriktiver Regulierung zu schützen. Die Verabschiedung des Stablecoin-Gesetzes steht im Einklang mit dieser Haltung.
Hinter diesem Gesetz steht das explosive Wachstum des globalen Stablecoin-Marktes und die beschleunigte Regulierung in verschiedenen Ländern. Laut Bloomberg-Daten, zusammengestellt von Artemis Analytics, wird das Transaktionsvolumen mit Stablecoins bis 2025 weltweit 33 Billionen US-Dollar erreichen, ein Anstieg um 72 % im Vergleich zum Vorjahr. Bei der Transvolumen-Feststellung führt USDC mit 18,3 Billionen US-Dollar, Tether (USDT) folgt mit 13,3 Billionen US-Dollar, während die Marktkapitalisierung mit 187 Milliarden US-Dollar weiterhin unangefochten an erster Stelle steht.
Auf internationaler Ebene hat Japan seit 2023 einen rechtlichen Rahmen für die Ausgabe von Stablecoins etabliert, Hongkong plant, noch in diesem Jahr Lizenzen für Stablecoin-Emittenten zu vergeben; China hat nach einer kurzen Phase, in der private Unternehmen Yuan-gekoppelte Token ausgeben durften, das Pilotprojekt beendet und erlaubt nun Geschäftsbanken, Zinsen auf digitale Yuan-Guthaben zu zahlen.
In den USA ist die „Clarity Act“ weiterhin umstritten. Unternehmen wie Coinbase wünschen sich, dass Stablecoin-Emittenten Anreize für Inhaber bieten können, während Banken warnen, dass solche Anreize zu Abflüssen von Einlagen zu Krypto-Plattformen führen könnten. Trump hat kürzlich erklärt, Banken sollten sich nicht in die Politik der Regierung bezüglich Kryptowährungen einmischen.
Wenn DeSantis das Gesetz unterschreibt, müssen alle Organisationen, die im Bundesstaat Florida Stablecoins an Einwohner ausgeben wollen, unabhängig vom Sitz ihrer Zentrale, vorher eine Lizenz bei der Florida Office of Financial Regulation beantragen. Bestehende Emittenten müssen ihre Compliance in Florida prüfen und möglicherweise ihre Reserveverwaltung und Offenlegungsprozesse anpassen, um die Lizenzanforderungen zu erfüllen.
SB 314 zielt ausdrücklich darauf ab, die staatlichen Regelungen mit dem bundesweiten „Genius Act“ abzustimmen, anstatt parallele oder widersprüchliche Regulierungsstrukturen zu schaffen. Das „Genius Act“ verlangt, dass Stablecoin-Emittenten qualifizierte Reserve halten (z. B. US-Staatsanleihen) und regelmäßig Offenlegungen ihrer Bestände vornehmen. Das Lizenzsystem Floridas ergänzt diese Vorgaben durch eine zusätzliche staatliche Zulassungskontrolle, wodurch eine doppelte Regulierung auf Bundes- und Landesebene entsteht.
Dies markiert einen Wendepunkt in der US-amerikanischen Stablecoin-Regulierung, die sich von einer rein bundesweiten zu einer koordinierten bundesstaatlichen Regulierung entwickelt. Die konkrete Umsetzung in Florida – etwa Antragsverfahren, Genehmigungsdauer und Durchsetzung – wird anderen Bundesstaaten praktische Orientierung bieten. Angesichts des globalen Stablecoin-Volumens von 33 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 könnte die Etablierung eines Vorbilds auch dazu führen, dass mehr Unternehmen ihre Operationen in Florida ansiedeln.