Ein häufiges Missverständnis im Krypto-Bereich ist die Annahme, dass eine Blockchain und ihr Token automatisch denselben Wert haben. Viele Investoren behandeln sie als austauschbar und gehen davon aus, dass, wenn das zugrunde liegende Netzwerk eine starke Technologie oder Akzeptanz aufweist, der Token selbst mit einem höheren Preis folgen muss.
Doch diese Beziehung ist nicht immer so einfach.
Ein lautstarkes Mitglied der XRP-Community und Softwareingenieur Vincent Van Code hat dieses Thema kürzlich in einem ausführlichen Beitrag auf X behandelt. Seine Botschaft konzentrierte sich auf eine Kernidee: Der Nutzen einer Blockchain und der Wert eines Tokens sind nicht dasselbe.
In seinem Thread erklärte Van Code, dass Blockchains wie der XRP Ledger (XRPL) hauptsächlich als Infrastruktur fungieren.
Der XRPL kann beispielsweise als Plattform für Tokenisierung realer Vermögenswerte dienen. Dazu gehören Dinge wie Fiat-Währungen, Rohstoffe, Immobilien oder sogar Sammlerstücke. Einfach gesagt ermöglicht das Netzwerk, diese Vermögenswerte digital darzustellen und on-chain zu handeln.
Doch Van Code betonte, dass bei Kryptowährungen selbst (wie XRP, Bitcoin oder Ethereum**) die Tokens keinen intrinsischen Wert im traditionellen Sinne haben.
Stattdessen wird ihr Preis durch mehrere Faktoren bestimmt.
Der erste ist Spekulationswert, der widerspiegelt, was Investoren für die Zukunft des Tokens halten. Wenn genügend Käufer erwarten, dass die Preise steigen, erhöht sich die Nachfrage und der Markt bewegt sich nach oben.
Der zweite ist Nutzwert, bei dem Tokens in echten Anwendungen verwendet werden. Zum Beispiel könnte ein Unternehmen große Mengen eines Tokens halten, um Dienste oder Transaktionen innerhalb seiner Plattform zu betreiben.
Der dritte Faktor ist die grundlegende Angebots- und Nachfragedynamik. Wenn die Nachfrage schneller steigt als das verfügbare Angebot, steigen die Preise. Wenn das Gegenteil passiert, fallen die Preise.
Van Code wies auch auf Marketing und Hype als weiteren Preistreiber hin. Starke Narrative und aggressive Promotion können das Interesse verstärken und mehr Käufer anziehen, manchmal sogar die Preise über das hinaus treiben, was die zugrunde liegende Nutzung allein rechtfertigen würde.
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Van Code erläuterte auch, wie unterschiedliche Blockchains Repräsentationen anderer digitaler Vermögenswerte hosten können.
Sowohl Ethereum als auch der XRP Ledger verfügen laut ihm über die technische Fähigkeit, Vermögenswerte zu tokenisieren, die auf völlig anderen Netzwerken basieren. Zum Beispiel ist es möglich, eine tokenisierte Version von Bitcoin auf einer anderen Blockchain zu erstellen, wenn der Emittent nachweisen kann, dass die zugrunde liegenden BTC tatsächlich in Reserve gehalten werden.
Um solche Tokens glaubwürdig zu machen, muss die ausgebende Organisation in der Regel mit Drittprüfern zusammenarbeiten, die verifizieren, dass die hinterlegten Vermögenswerte tatsächlich existieren.
Der Grund dafür liegt in Liquidität und Bequemlichkeit. Tokenisierte Vermögenswerte können schnell zwischen Nutzern bewegt, auf dezentralen Börsen gehandelt und Transaktionen weltweit in Sekunden mit minimalen Gebühren abgewickelt werden.
Auf Netzwerken wie dem XRPL können Transaktionen in nur wenigen Sekunden abgeschlossen werden und kosten Bruchteile eines Cents, was die Idee, tokenisierte Vermögenswerte grenzüberschreitend zu bewegen, für viele Nutzer attraktiv macht.
Der umfassendere Punkt von Van Code ist, dass Investoren oft auf die Blockchain-Erzählung fokussieren (welche Technologie „gewinnt“ oder welches Netzwerk am fortschrittlichsten ist), ohne diese Diskussion vollständig von der Ökonomie des Tokens selbst zu trennen.
Mit anderen Worten: Eine leistungsstarke Blockchain garantiert nicht automatisch, dass der damit verbundene Token denselben Wert erlangt.
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