AI-Gesichtserkennung führt zu Justizirrtum! Amerikanische Großmutter wird in 1200 Meilen entfernte Gefängnis gesteckt, Polizei entschuldigt sich nicht

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Die Polizei in Fargo, North Dakota, hat allein auf Grundlage eines KI-basierten Gesichtserkennungssystems eine 50-jährige Großmutter aus Tennessee, die nie die Bundesstaatgrenze verlassen hatte, mit einer Waffe festgenommen und fast sechs Monate in Haft gehalten. Die Bankaufzeichnungen haben schließlich bewiesen, dass sie zum Zeitpunkt des Vorfalls 1.200 Meilen entfernt in ihrem Zuhause Zigaretten kaufte und Pizza bestellte. Dadurch verlor sie ihr Haus, ihr Auto und ihren Hund – und bis heute hat die Polizei sich nicht einmal entschuldigt.
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Inhaltsverzeichnis

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  • Waffengewaltige Festnahme: Bei der Betreuung ihrer Enkelkinder zu Hause fälschlicherweise als „Flüchtling“ festgenommen
  • Erst nach 108 Tagen vor Gericht, die erste Befragung durch die Polizei erst nach fünf Monaten
  • Weihnachten auf freien Fuß, doch alles verloren
  • Polizeichef weigert sich zu antworten, der Fall ist noch in Untersuchung

Angela Lipps ist 50 Jahre alt, Mutter von drei Kindern und Großmutter von fünf Enkeln. Sie lebt ihr ganzes Leben im mittleren Norden Tennessees, hat nie ein Flugzeug bestiegen und war nur in den Nachbarstaaten unterwegs. Doch im Sommer letzten Jahres änderte sich ihr Leben durch eine Fehlentscheidung eines KI-Gesichtserkennungssystems dramatisch.

Waffengewaltige Festnahme: Bei der Betreuung ihrer Enkelkinder zu Hause fälschlicherweise als „Flüchtling“ festgenommen

Laut dem Bericht der Grand Forks Herald drangen am 14. Juli 2025 US-Bundesfahnder mit Waffen in Lipps’ Wohnung in Tennessee ein, während sie gerade vier Kleinkinder betreute. Sie wurde unter dem Verdacht festgenommen, eine „Gesuchte Person aus North Dakota“ zu sein, und in eine örtliche Haftanstalt ohne Möglichkeit auf Kaution gebracht.

Es ist schrecklich, dieses Bild läuft mir bis heute immer wieder vor Augen.

Lipps sagte: „Ich war noch nie in North Dakota und kenne dort niemanden.“

Der Vorfall begann mit einer Reihe von Bankbetrugsfällen. Eine Frau hatte mit gefälschtem US-Armee-Ausweis mehrere Banken um Zehntausende Dollar erleichtert. Zur Identifikation des Verdächtigen auf Überwachungskameras setzte die Polizei eine Gesichtserkennungssoftware ein, die auf Angela Lipps zeigte.

Der Ermittler, der den Fall leitete, verglich anschließend Lipps’ Social-Media-Fotos und ihren Führerschein aus Tennessee und schrieb in die Anklageschrift: „Aufgrund von Gesichtszügen, Körperbau, Frisur und Haarfarbe besteht der Verdacht, dass Lipps die Täterin ist.“

Sie wurde wegen vierfacher Identitätsfälschung und vierfachen Diebstahls angeklagt. Doch die Polizei hatte nie mit ihr telefoniert, um die Angaben zu überprüfen.

Erst nach 108 Tagen vor Gericht, die erste Befragung durch die Polizei erst nach fünf Monaten

Lipps wartete 108 Tage in einer Haftanstalt in Tennessee, bevor die Polizei aus North Dakota sie abholte. Am 30. Oktober wurde sie nach Fargo, North Dakota, gebracht und am nächsten Tag vor Gericht gestellt.

Ihr Anwalt, Jay Greenwood, forderte sofort die Einsicht in die Bankunterlagen. Erst am 19. Dezember wurde Lipps im Cass County Jail in Fargo persönlich befragt – mehr als fünf Monate nach ihrer Inhaftierung.

Die Bankaufzeichnungen waren eindeutig: Während die Polizei behauptete, sie habe in Fargo das Verbrechen begangen, zeigte ihr Konto, dass sie zur gleichen Zeit 1.200 Meilen entfernt in Tennessee war, wo sie Sozialhilfe bezog, Zigaretten kaufte, Pizza bestellte und Uber Eats über Cash App bestellte…

Greenwood sagte: „Wenn das einzige Beweismittel die Gesichtserkennung ist, sollte man vielleicht noch einmal genauer nachsehen.“

Weihnachten auf freien Fuß, doch alles verloren

Am 24. Dezember, also fünf Tage nach der Befragung durch die Polizei, wurde der Fall fallengelassen und Lipps freigelassen. Doch sie fand sich nackt, in Sommerkleidung und ohne Geld auf den Straßen von Fargo wieder, bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

„Ich trug Sommerkleidung, hatte keinen Mantel an, es war so kalt, überall lag Schnee. Ich hatte große Angst, wollte weg, wusste aber nicht, wie ich nach Hause kommen sollte.“

Die Polizei in Fargo zahlte ihre Heimreise nicht. Ein örtlicher Anwalt übernahm die Kosten für Unterkunft und Verpflegung an Weihnachten. Am nächsten Tag brachte der Gründer der gemeinnützigen Organisation F5 Project, Adam Martin, sie mit dem Auto nach Chicago, von wo aus sie schließlich nach Tennessee zurückkehrte.

Fast sechs Monate Unrechtshaft haben Lipps alles genommen: ihr Haus, ihr Auto und sogar ihren Hund. Bis heute hat die Polizei in Fargo sich nicht bei ihr entschuldigt.

Polizeichef weigert sich zu antworten, der Fall ist noch in Untersuchung

Die lokale Mediengruppe WDAY News versuchte eine Woche lang, ein Interview mit dem Fargoer Polizeichef David Zibolski zu arrangieren, doch alle Anfragen wurden abgelehnt. Schließlich fragte ein Reporter bei der Abschieds-Pressekonferenz des Chefs: „Warum wurde Lipps fünf Monate lang festgehalten, ohne dass jemand von der Fargoer Polizei mit ihr gesprochen hat?“ Der Polizeichef antwortete: „Danke für Ihre Frage, aber heute werden wir dazu nichts sagen.“

Ironischerweise erklärte die Fargoer Polizei, dass die Ermittlungen zu dem Bankbetrug noch laufen und bisher niemand festgenommen wurde.

Dieser Vorfall zeigt erneut die Gefahren der Gesichtserkennungstechnologie im Polizeieinsatz: Wenn Algorithmen zur einzigen Grundlage für Verurteilungen werden und grundlegende menschliche Überprüfungen fehlen, kann das Leben Unschuldiger innerhalb kürzester Zeit zerstört werden.

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