Seit Mitte Januar zeigt der Euro eine starke Performance, was die Märkte breit beschäftigt. Neben der wieder auflebenden traditionellen De-Dollarisierung handelt es sich bei den aufkommenden TACO-Transaktionen (Trump zieht sich zurück) um einen entscheidenden Faktor für die Euroentwicklung. Experten warnen, dass die Volatilität des Euro weiter zunehmen könnte, was erhebliche Unsicherheiten für den globalen Devisenmarkt schafft.
Euro gegenüber US-Dollar auf neues Hoch, US-Dollar-Index stark rückläufig
Am 20. Januar stieg der Euro gegenüber dem US-Dollar (EUR/USD) zeitweise auf 1,1768 und erreichte damit den höchsten Stand des Jahres, mit einem Tagesanstieg von fast 1 %. Gleichzeitig fiel der US-Dollar-Index um 0,7 %. Diese entgegengesetzten Bewegungen spiegeln die pessimistischen Erwartungen an die US-Währung sowie eine Neubewertung der relativen Stärke des Euro wider.
Hinter dieser Entwicklung stehen multiple geopolitische und wirtschaftliche Faktoren. Die Territorialstreitigkeiten um Grönland verschärfen sich, US-Präsident Trump droht mit Zöllen gegen Europa, während Europa Gegenmaßnahmen plant. Die Sorgen um einen Handelskrieg zwischen den USA und Europa steigen, was die Risikobereitschaft der Anleger in Richtung Sicherheit erhöht.
De-Dollarisierung wieder im Fokus, europäische Vermögenswerte im Umschichtung
Hinter dem Aufwärtstrend des Wechselkurses steht die erneute Diskussion um De-Dollarisierung. George Saravelos, Leiter der globalen Devisenforschung bei der Deutschen Bank, weist darauf hin, dass europäische Länder rund 8 Billionen US-Dollar in Anleihen und Aktien halten – fast doppelt so viel wie in anderen Regionen der Welt.
„Angesichts der hohen US-Dollar-Exponierung in Europa könnten die aktuellen geopolitischen Spannungen eine weitere Umschichtung der US-Dollar-Assets vorantreiben“, sagt Saravelos. Das bedeutet, dass im Falle einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Europa Europa erwägen könnte, diese US-amerikanischen Vermögenswerte in großem Stil abzubauen oder zu verkaufen, was den US-Dollar erheblich schwächen würde.
Analysten bei Faron Credit warnen zudem, dass Trumps Drohungen mit Zöllen die Marktstimmung gegenüber einem „Verkauf der USA“ neu entfachen könnten. Händler sollten jedoch vorsichtig sein bei TACO-Transaktionen, bei denen Trump die Zollerhöhungen nur als Verhandlungstaktik nutzt und letztlich zurückrudert. Falls dies eintritt, könnte der US-Dollar eine technische Unterstützung erfahren.
Japanische politische Unsicherheiten lösen weltweite Anleihemärkte aus
Neben den Beziehungen zwischen den USA und Europa beeinflusst auch die politische Entwicklung in Japan die globalen Devisenmärkte. Bei den anstehenden Parlamentswahlen in Japan sorgt ein Vorschlag von Premierministerin Sanae Takaichi zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel für Panik, da befürchtet wird, dass dies die Staatsfinanzen belastet. In Folge steigen die Renditen der 40-jährigen japanischen Staatsanleihen auf 4,24 %, ein Rekordhoch.
Diese Entwicklung treibt auch die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen nach oben, was eine globale Anleihe- und Währungskopplung auslöst. Höhere US-Renditen ziehen in der Regel mehr Kapital in den US-Dollar, doch derzeit werden diese Anziehungskraft durch geopolitische Risiken ausgeglichen.
TACO-Transaktionen und extreme Volatilität – doppelte Risiken für Investoren
Morgan Stanley warnt aktuell vor möglichen starken Schwankungen des Euro von bis zu 10 %. Das Analyse-Team erklärt: „Händler unterschätzen die Risiken extremer Szenarien. Der Euro könnte auf Basis des aktuellen Niveaus um 10 % oder mehr steigen oder fallen.“
Solche Volatilitäten bedeuten für Daytrader und Hedgefonds erhebliches Risiko. Einerseits könnte die De-Dollarisierung den Euro weiter aufwerten, andererseits könnte eine tatsächliche Umsetzung von Trumps Zollerhöhungen oder eine enttäuschende TACO-Transaktion den Euro schnell wieder nach unten drücken.
Wird der Euro weiter fallen? Die Aussichten sind unsicher
Um zu beurteilen, ob der Euro weiter fallen wird, sind vor allem folgende Faktoren entscheidend: Fortschritte bei den US-EU-Zollverhandlungen, die Ergebnisse der japanischen Wahlen sowie die allgemeine Entwicklung der globalen Risikoanlagen. Derzeit besteht sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiko für den Euro.
Kurzfristig könnten geopolitische Spannungen die De-Dollarisierung weiter stützen. Falls Trump jedoch letztlich auf Verhandlungen setzt (also TACO-Transaktionen realisiert), könnte der US-Dollar wieder steigen, während der Euro unter Druck gerät. Investoren sollten auf eine Volatilität von 10 % vorbereitet sein und die geopolitischen Entwicklungen sowie die politischen Maßnahmen der Länder genau verfolgen.
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Wird der Euro noch weiter fallen? Die Wechselkurskrise im Spannungsfeld von Geopolitik und Geldpolitik
Seit Mitte Januar zeigt der Euro eine starke Performance, was die Märkte breit beschäftigt. Neben der wieder auflebenden traditionellen De-Dollarisierung handelt es sich bei den aufkommenden TACO-Transaktionen (Trump zieht sich zurück) um einen entscheidenden Faktor für die Euroentwicklung. Experten warnen, dass die Volatilität des Euro weiter zunehmen könnte, was erhebliche Unsicherheiten für den globalen Devisenmarkt schafft.
Euro gegenüber US-Dollar auf neues Hoch, US-Dollar-Index stark rückläufig
Am 20. Januar stieg der Euro gegenüber dem US-Dollar (EUR/USD) zeitweise auf 1,1768 und erreichte damit den höchsten Stand des Jahres, mit einem Tagesanstieg von fast 1 %. Gleichzeitig fiel der US-Dollar-Index um 0,7 %. Diese entgegengesetzten Bewegungen spiegeln die pessimistischen Erwartungen an die US-Währung sowie eine Neubewertung der relativen Stärke des Euro wider.
Hinter dieser Entwicklung stehen multiple geopolitische und wirtschaftliche Faktoren. Die Territorialstreitigkeiten um Grönland verschärfen sich, US-Präsident Trump droht mit Zöllen gegen Europa, während Europa Gegenmaßnahmen plant. Die Sorgen um einen Handelskrieg zwischen den USA und Europa steigen, was die Risikobereitschaft der Anleger in Richtung Sicherheit erhöht.
De-Dollarisierung wieder im Fokus, europäische Vermögenswerte im Umschichtung
Hinter dem Aufwärtstrend des Wechselkurses steht die erneute Diskussion um De-Dollarisierung. George Saravelos, Leiter der globalen Devisenforschung bei der Deutschen Bank, weist darauf hin, dass europäische Länder rund 8 Billionen US-Dollar in Anleihen und Aktien halten – fast doppelt so viel wie in anderen Regionen der Welt.
„Angesichts der hohen US-Dollar-Exponierung in Europa könnten die aktuellen geopolitischen Spannungen eine weitere Umschichtung der US-Dollar-Assets vorantreiben“, sagt Saravelos. Das bedeutet, dass im Falle einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Europa Europa erwägen könnte, diese US-amerikanischen Vermögenswerte in großem Stil abzubauen oder zu verkaufen, was den US-Dollar erheblich schwächen würde.
Analysten bei Faron Credit warnen zudem, dass Trumps Drohungen mit Zöllen die Marktstimmung gegenüber einem „Verkauf der USA“ neu entfachen könnten. Händler sollten jedoch vorsichtig sein bei TACO-Transaktionen, bei denen Trump die Zollerhöhungen nur als Verhandlungstaktik nutzt und letztlich zurückrudert. Falls dies eintritt, könnte der US-Dollar eine technische Unterstützung erfahren.
Japanische politische Unsicherheiten lösen weltweite Anleihemärkte aus
Neben den Beziehungen zwischen den USA und Europa beeinflusst auch die politische Entwicklung in Japan die globalen Devisenmärkte. Bei den anstehenden Parlamentswahlen in Japan sorgt ein Vorschlag von Premierministerin Sanae Takaichi zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel für Panik, da befürchtet wird, dass dies die Staatsfinanzen belastet. In Folge steigen die Renditen der 40-jährigen japanischen Staatsanleihen auf 4,24 %, ein Rekordhoch.
Diese Entwicklung treibt auch die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen nach oben, was eine globale Anleihe- und Währungskopplung auslöst. Höhere US-Renditen ziehen in der Regel mehr Kapital in den US-Dollar, doch derzeit werden diese Anziehungskraft durch geopolitische Risiken ausgeglichen.
TACO-Transaktionen und extreme Volatilität – doppelte Risiken für Investoren
Morgan Stanley warnt aktuell vor möglichen starken Schwankungen des Euro von bis zu 10 %. Das Analyse-Team erklärt: „Händler unterschätzen die Risiken extremer Szenarien. Der Euro könnte auf Basis des aktuellen Niveaus um 10 % oder mehr steigen oder fallen.“
Solche Volatilitäten bedeuten für Daytrader und Hedgefonds erhebliches Risiko. Einerseits könnte die De-Dollarisierung den Euro weiter aufwerten, andererseits könnte eine tatsächliche Umsetzung von Trumps Zollerhöhungen oder eine enttäuschende TACO-Transaktion den Euro schnell wieder nach unten drücken.
Wird der Euro weiter fallen? Die Aussichten sind unsicher
Um zu beurteilen, ob der Euro weiter fallen wird, sind vor allem folgende Faktoren entscheidend: Fortschritte bei den US-EU-Zollverhandlungen, die Ergebnisse der japanischen Wahlen sowie die allgemeine Entwicklung der globalen Risikoanlagen. Derzeit besteht sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiko für den Euro.
Kurzfristig könnten geopolitische Spannungen die De-Dollarisierung weiter stützen. Falls Trump jedoch letztlich auf Verhandlungen setzt (also TACO-Transaktionen realisiert), könnte der US-Dollar wieder steigen, während der Euro unter Druck gerät. Investoren sollten auf eine Volatilität von 10 % vorbereitet sein und die geopolitischen Entwicklungen sowie die politischen Maßnahmen der Länder genau verfolgen.