Was bedeutet Nachfrage? Warum müssen Investoren dieses Konzept verstehen, um Aktienkurse vorherzusagen?

Wenn man von “Nachfrage” spricht, denken viele Investoren, dass es nur ein wirtschaftlicher Begriff ist, der weit von Investitionsentscheidungen entfernt ist. Doch in Wirklichkeit bezieht sich Nachfrage auf die Kaufbereitschaft am Markt für Vermögenswerte. Wenn man dieses Konzept zusammen mit Angebot versteht, erkennt man, dass Aktienpreise nicht zufällig entstehen, sondern durch das Gleichgewicht von Kauf- und Verkaufsdruck angetrieben werden.

Verständnis: Was bedeutet Nachfrage und warum ist sie für den Preis wichtig?

Nachfrage bezeichnet die Menge an Waren oder Vermögenswerten, die Käufer zu verschiedenen Preisen erwerben möchten. Wenn wir diese Nachfrage in einem Diagramm darstellen, erhalten wir die Nachfragekurve (Demand Curve), die die inverse Beziehung zwischen Preis und Menge zeigt: Je niedriger der Preis, desto größer die gewünschte Menge der Käufer, und umgekehrt.

Angebot bezeichnet die Menge an Waren oder Vermögenswerten, die Verkäufer zu verschiedenen Preisen auf den Markt bringen möchten. Die Beziehung des Angebots verläuft in Richtung des Preises: Je höher der Preis, desto mehr möchten Verkäufer verkaufen.

Am wichtigsten ist der Gleichgewichtspunkt (Equilibrium), an dem sich Nachfrage- und Angebotskurve schneiden. An diesem Punkt tendiert der Preis dazu, stabil zu bleiben, weil Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht sind.

Mechanismus, der die Preisänderung bewirkt: Einkommenseffekt und Substitutionseffekt

Wenn sich der Preis ändert, sind die Veränderungen in der nachgefragten Menge nicht nur auf einen Grund zurückzuführen, sondern auf zwei Haupteffekte:

Einkommenseffekt (Income Effect): Wenn der Aktienpreis sinkt, fühlt sich der Käufer finanziell wohlhabender, da seine Kaufkraft steigt. Das bedeutet, er kann mehr kaufen und möchte daher mehr kaufen. Umgekehrt führt ein höherer Preis dazu, dass sich Käufer ärmer fühlen und weniger kaufen.

Substitutionseffekt (Substitution Effect): Wenn der Preis einer Aktie im Vergleich zu anderen Aktien sinkt, entscheiden sich Investoren, von teureren Aktien auf diese günstigere umzusteigen, was die Nachfrage erhöht.

Hauptfaktoren, die die Nachfrage auf dem Finanzmarkt antreiben

Investoren sollten diese vier Hauptfaktoren beobachten, da sie die Preisentwicklung schnell verändern können:

1. Makroökonomische Lage: Bei niedrigen Zinssätzen möchten Investoren kein Bargeld halten, sondern Aktien kaufen, um Rendite zu erzielen. Das erhöht die Nachfrage und treibt die Aktienpreise nach oben.

2. Liquidität im System: Wenn die Geldmenge im System steigt, haben Investoren mehr Bargeld für Investitionen.

3. Investorenvertrauen: Gute Nachrichten, die auf Wirtschaftswachstum hindeuten, führen dazu, dass Investoren verstärkt Aktien kaufen, auch wenn die Preise steigen.

4. Technologische Entwicklungen und Politik: Neue Technologien, die den Unternehmenswert steigern, oder staatliche Maßnahmen, die Unternehmen fördern, können die Nachfrage nach Aktien erhöhen.

Hauptfaktoren, die das Angebot auf dem Finanzmarkt beeinflussen

Auf der Angebotsseite gibt es mehrere wichtige Faktoren:

1. Produktionskosten: Steigen die Produktionskosten, zögern Unternehmen, neue Aktien zum alten Preis anzubieten, was das Angebot verringert.

2. Unternehmenspolitik: Aktienrückkäufe reduzieren das Angebot, während Kapitalerhöhungen das Angebot erhöhen.

3. Anzahl der Wettbewerber: Wenn neue Unternehmen durch IPOs auf den Markt kommen, steigt das Angebot an Wertpapieren.

4. Preisprognosen: Wenn Aktionäre erwarten, dass die Preise weiter steigen, verkaufen sie weniger (Verkaufsdruck sinkt), und umgekehrt.

Wie Analysten die Nachfrage und das Angebot nutzen

Fundamentalanalysten betrachten nicht nur den Aktienkurs, sondern sehen den Preis als Stellvertreter für den Marktwert (Market Cap) eines Unternehmens.

Wenn sich Faktoren ändern, die die Gewinne des Unternehmens beeinflussen, z.B. eine erwartete Umsatzsteigerung, sind Investoren motivierter, mehr zu investieren (Nachfrage steigt) und sind bereit, höhere Preise zu zahlen. Das führt zu steigenden Aktienkursen.

Umgekehrt, wenn die Nachricht kommt, dass das Unternehmen voraussichtlich Verluste macht, wollen Investoren ihre Positionen reduzieren (Nachfrage sinkt) und verkaufen zu niedrigeren Preisen, was den Kurs nach unten treibt.

Technische Analyse: Signale von Nachfrage und Angebot lesen

Trader, die technische Analyse verwenden, haben viele Werkzeuge, um Nachfrage und Angebot zu messen:

1. Kerzenanalyse (Candlestick): Grüne Kerzen (Schlusskurs > Eröffnungskurs) zeigen Kaufdruck (Nachfrage) an, rote Kerzen (Schlusskurs < Eröffnungskurs) zeigen Verkaufsdruck (Angebot).

2. Trendanalyse: Wenn die Preise immer neue Hochs erreichen, ist die Nachfrage stark. Wenn die Preise immer neue Tiefs machen, ist das Angebot dominant.

3. Unterstützung und Widerstand: Unterstützung ist ein Preisniveau, bei dem die Nachfrage stark genug ist, um den Preisverfall zu stoppen. Widerstand ist ein Niveau, bei dem das Angebot den Preisanstieg stoppt.

Demand-Supply-Zone: Beispiel für echtes Trading

In der Praxis nutzen viele Trader die Demand-Supply-Zone-Technik, die in zwei Ansätze unterteilt ist:

Reversal-Trades

Demand Zone Drop Base Rally (DBR): Aktien fallen schnell wegen hoher Angebotsmenge (Drop), dann stabilisieren sie sich in einer Basisphase, während Käufer wieder Interesse zeigen. Bei guten Nachrichten steigt die Nachfrage wieder stark, der Kurs durchbricht den oberen Widerstand und steigt (Rally). Das ist der Einstiegspunkt.

Supply Zone Rally Base Drop (RBD): Der Kurs steigt stark wegen hoher Nachfrage (Rally), dann stabilisiert er sich in einer Basisphase, während Verkäufer wieder aktiv werden. Schlechte Nachrichten führen zu starkem Angebot, der Kurs durchbricht den unteren Support und fällt (Drop). Das ist der Verkaufszeitpunkt.

Trendfolgestrategien

Demand Zone Rally Base Rally (RBR): Der Kurs steigt kontinuierlich durch starke Nachfrage, macht kurze Konsolidierungen und setzt den Aufwärtstrend fort. Das ist ein Trendfolge-Trade in Aufwärtsrichtung.

Supply Zone Drop Base Drop (DBD): Der Kurs fällt kontinuierlich durch starkes Angebot, macht kurze Erholungen und setzt den Abwärtstrend fort. Das ist ein Trendfolge-Trade in Abwärtsrichtung.

Wenn Nachfrage bedeutet: Was Investoren sich merken sollten

Nachfrage ist nicht nur das bloße Kaufinteresse, sondern eine Brücke zwischen wirtschaftlicher Theorie und realen Investitionsentscheidungen.

Egal, ob Sie ein langfristiger Investor mit fundamentaler Analyse sind oder ein Trader mit technischer Analyse: Beide müssen die Prinzipien von Nachfrage und Angebot verstehen, weil sie helfen, die Bewegungsrichtung der Aktienpreise zu erkennen und zu verstehen, warum sie sich so entwickeln.

Das Wichtigste ist kontinuierliches Üben und Lernen: Analysieren Sie echte Kurscharts, beobachten Sie Trends und Wendepunkte, prüfen Sie, welche Faktoren Einfluss nehmen, und bauen Sie nach und nach Ihre Erfahrung im Marktlesen auf.

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