Wenn die Aktienmärkte fallen, suchen viele Investoren nach Gelegenheiten, günstige Aktien zu kaufen. Doch die große Frage, die sie stoppen lässt, ist: Ist der aktuelle Kurs wirklich fair? Soll ich jetzt kaufen? Und wann werde ich Gewinne sehen? Diese Fragen führen uns zu einem Werkzeug, das professionelle Investoren oder sogenannte Value Investor immer verwenden: das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis), ein Indikator, der uns hilft, den Wert einer Aktie klarer zu erkennen.
Verständnis des KGV – Das Kurs-Gewinn-Verhältnis
Das KGV steht für “Price per Earning Ratio” oder “Kurs im Verhältnis zum Gewinn”. Es zeigt, wie viele Jahre man bei konstantem Gewinn warten muss, um die Investition durch die Gewinne wieder hereinzuholen, wenn man die Aktie zum aktuellen Kurs kauft, vorausgesetzt, die Gewinne bleiben stabil.
Beispielsweise: Wenn man eine Aktie für 50 Baht kauft und das Unternehmen einen Gewinn pro Aktie von 5 Baht jährlich erzielt, beträgt das KGV 10. Das bedeutet, man muss 10 Jahre warten, um die ursprüngliche Investition durch die Gewinne zurückzubekommen. Danach fließen alle Gewinne direkt an den Investor.
Deshalb ist das KGV ein nützliches Werkzeug, um zu vergleichen, welche Aktien im Vergleich zu anderen im Markt günstiger sind. Ein niedrigeres KGV bedeutet, dass die Aktie preiswerter ist und die Investition schneller wieder eingespielt werden kann.
So berechnet man das KGV – Detaillierte Anleitung
Die Grundformel lautet: KGV = Aktienkurs ÷ Gewinn pro Aktie (EPS)
Beide Variablen sind wichtig und sollten gut verstanden werden:
Aktienkurs (Price) ist der Betrag, den ein Investor für eine Aktie bezahlt. Je niedriger der Kurs, desto niedriger das KGV, was ein positives Signal ist, weil man eine gute Aktie zu einem günstigen Preis bekommt.
Gewinn pro Aktie (EPS – Earnings Per Share) ist der Nettogewinn des Unternehmens pro Aktie im Jahr. Es zeigt die Rendite, die jeder Anteilseigner in diesem Jahr erhält. Ein hohes EPS weist auf eine effiziente Gewinnproduktion hin.
Ein praktisches Beispiel: Wenn ein Investor eine Aktie für 100 Baht kauft und das Unternehmen einen EPS von 10 Baht hat, beträgt das KGV 10. Das bedeutet, er muss 10 Jahre warten, um die Investition durch die Gewinne zu decken. Wenn das EPS jedoch auf 20 Baht steigt, sinkt das KGV auf 5, was die Rückzahlzeit halbiert.
Forward P/E vs. Trailing P/E – Der Unterschied
Im Investmentbereich gibt es zwei Arten von KGV, die auf unterschiedlichen Daten basieren:
Forward P/E (vorausschauendes KGV) nutzt den aktuellen Kurs und die erwarteten zukünftigen Gewinne. Es basiert auf Prognosen für das nächste Jahr oder das nächste Geschäftsquartal. Vorteil: Es zeigt, wie hoch das Gewinnpotenzial in Zukunft sein könnte. Nachteil: Die Prognosen sind unsicher und können zu hoch oder zu niedrig angesetzt werden, was die Bewertung verzerrt.
Trailing P/E (historisches KGV) basiert auf den tatsächlichen Gewinnen der letzten 12 Monate. Es ist beliebter, weil es auf realen Zahlen beruht und keine Prognosen erfordert. Allerdings spiegelt es vergangene Daten wider, die sich durch große Veränderungen im Unternehmen schnell ändern können. Daher ist es sinnvoll, beide Werte gemeinsam zu betrachten, um ein ausgewogenes Bild zu erhalten.
Grenzen des KGV bei der Aktienbewertung
Obwohl das KGV ein mächtiges und weit verbreitetes Werkzeug ist, ist es kein Allheilmittel.
Ein Problem ist, dass EPS schwanken kann. Beispiel: Sie kaufen eine Aktie für 50 Baht mit einem EPS von 5 Baht, also KGV 10. Wenn das Unternehmen plötzlich wächst und der EPS auf 10 Baht steigt, sinkt das KGV auf 5, was die Investition attraktiver macht und die Rückzahlzeit verkürzt. Umgekehrt, bei negativen Ereignissen, z.B. einem Gewinnrückgang auf 2,5 Baht, steigt das KGV auf 20, was die Investition riskanter macht.
Außerdem sagt das KGV nichts über die Qualität des Geschäfts, die finanzielle Stabilität oder die Schuldenlage aus. Für eine umfassende Bewertung sollten weitere Kennzahlen wie Debt-to-Equity oder Free Cash Flow herangezogen werden.
Anwendung des KGV in der Praxis
Trotz seiner Grenzen ist das KGV ein beliebtes Werkzeug, weil es eine einheitliche Vergleichsbasis bietet. Wichtig ist: Nicht nur das KGV allein entscheiden, sondern das Gesamtbild betrachten. Analysieren Sie die EPS-Trends, die Branchenentwicklung, Unternehmensnachrichten und vergleichen Sie das KGV mit dem Durchschnitt des Marktes oder der Konkurrenz.
Nach einer ersten Einschätzung anhand des KGV sollten Sie weitere Kennzahlen wie ROE (Return on Equity), PEG Ratio oder eine fundamentale Analyse des Unternehmens heranziehen, um Risiken zu minimieren und Erfolgschancen zu erhöhen.
Das KGV ist ein Werkzeug, das Investoren hilft, die Attraktivität einer Aktie zu beurteilen. Doch der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer umfassenden Analyse, der Diversifikation und einem guten Risikomanagement. Ein starkes Portfolio erfordert den Einsatz verschiedener Instrumente und fundiertes Wissen.
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Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist: Eine Methode zur Messung des Aktienwerts, die Investoren verstehen müssen
Wenn die Aktienmärkte fallen, suchen viele Investoren nach Gelegenheiten, günstige Aktien zu kaufen. Doch die große Frage, die sie stoppen lässt, ist: Ist der aktuelle Kurs wirklich fair? Soll ich jetzt kaufen? Und wann werde ich Gewinne sehen? Diese Fragen führen uns zu einem Werkzeug, das professionelle Investoren oder sogenannte Value Investor immer verwenden: das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis), ein Indikator, der uns hilft, den Wert einer Aktie klarer zu erkennen.
Verständnis des KGV – Das Kurs-Gewinn-Verhältnis
Das KGV steht für “Price per Earning Ratio” oder “Kurs im Verhältnis zum Gewinn”. Es zeigt, wie viele Jahre man bei konstantem Gewinn warten muss, um die Investition durch die Gewinne wieder hereinzuholen, wenn man die Aktie zum aktuellen Kurs kauft, vorausgesetzt, die Gewinne bleiben stabil.
Beispielsweise: Wenn man eine Aktie für 50 Baht kauft und das Unternehmen einen Gewinn pro Aktie von 5 Baht jährlich erzielt, beträgt das KGV 10. Das bedeutet, man muss 10 Jahre warten, um die ursprüngliche Investition durch die Gewinne zurückzubekommen. Danach fließen alle Gewinne direkt an den Investor.
Deshalb ist das KGV ein nützliches Werkzeug, um zu vergleichen, welche Aktien im Vergleich zu anderen im Markt günstiger sind. Ein niedrigeres KGV bedeutet, dass die Aktie preiswerter ist und die Investition schneller wieder eingespielt werden kann.
So berechnet man das KGV – Detaillierte Anleitung
Die Grundformel lautet: KGV = Aktienkurs ÷ Gewinn pro Aktie (EPS)
Beide Variablen sind wichtig und sollten gut verstanden werden:
Aktienkurs (Price) ist der Betrag, den ein Investor für eine Aktie bezahlt. Je niedriger der Kurs, desto niedriger das KGV, was ein positives Signal ist, weil man eine gute Aktie zu einem günstigen Preis bekommt.
Gewinn pro Aktie (EPS – Earnings Per Share) ist der Nettogewinn des Unternehmens pro Aktie im Jahr. Es zeigt die Rendite, die jeder Anteilseigner in diesem Jahr erhält. Ein hohes EPS weist auf eine effiziente Gewinnproduktion hin.
Ein praktisches Beispiel: Wenn ein Investor eine Aktie für 100 Baht kauft und das Unternehmen einen EPS von 10 Baht hat, beträgt das KGV 10. Das bedeutet, er muss 10 Jahre warten, um die Investition durch die Gewinne zu decken. Wenn das EPS jedoch auf 20 Baht steigt, sinkt das KGV auf 5, was die Rückzahlzeit halbiert.
Forward P/E vs. Trailing P/E – Der Unterschied
Im Investmentbereich gibt es zwei Arten von KGV, die auf unterschiedlichen Daten basieren:
Forward P/E (vorausschauendes KGV) nutzt den aktuellen Kurs und die erwarteten zukünftigen Gewinne. Es basiert auf Prognosen für das nächste Jahr oder das nächste Geschäftsquartal. Vorteil: Es zeigt, wie hoch das Gewinnpotenzial in Zukunft sein könnte. Nachteil: Die Prognosen sind unsicher und können zu hoch oder zu niedrig angesetzt werden, was die Bewertung verzerrt.
Trailing P/E (historisches KGV) basiert auf den tatsächlichen Gewinnen der letzten 12 Monate. Es ist beliebter, weil es auf realen Zahlen beruht und keine Prognosen erfordert. Allerdings spiegelt es vergangene Daten wider, die sich durch große Veränderungen im Unternehmen schnell ändern können. Daher ist es sinnvoll, beide Werte gemeinsam zu betrachten, um ein ausgewogenes Bild zu erhalten.
Grenzen des KGV bei der Aktienbewertung
Obwohl das KGV ein mächtiges und weit verbreitetes Werkzeug ist, ist es kein Allheilmittel.
Ein Problem ist, dass EPS schwanken kann. Beispiel: Sie kaufen eine Aktie für 50 Baht mit einem EPS von 5 Baht, also KGV 10. Wenn das Unternehmen plötzlich wächst und der EPS auf 10 Baht steigt, sinkt das KGV auf 5, was die Investition attraktiver macht und die Rückzahlzeit verkürzt. Umgekehrt, bei negativen Ereignissen, z.B. einem Gewinnrückgang auf 2,5 Baht, steigt das KGV auf 20, was die Investition riskanter macht.
Außerdem sagt das KGV nichts über die Qualität des Geschäfts, die finanzielle Stabilität oder die Schuldenlage aus. Für eine umfassende Bewertung sollten weitere Kennzahlen wie Debt-to-Equity oder Free Cash Flow herangezogen werden.
Anwendung des KGV in der Praxis
Trotz seiner Grenzen ist das KGV ein beliebtes Werkzeug, weil es eine einheitliche Vergleichsbasis bietet. Wichtig ist: Nicht nur das KGV allein entscheiden, sondern das Gesamtbild betrachten. Analysieren Sie die EPS-Trends, die Branchenentwicklung, Unternehmensnachrichten und vergleichen Sie das KGV mit dem Durchschnitt des Marktes oder der Konkurrenz.
Nach einer ersten Einschätzung anhand des KGV sollten Sie weitere Kennzahlen wie ROE (Return on Equity), PEG Ratio oder eine fundamentale Analyse des Unternehmens heranziehen, um Risiken zu minimieren und Erfolgschancen zu erhöhen.
Das KGV ist ein Werkzeug, das Investoren hilft, die Attraktivität einer Aktie zu beurteilen. Doch der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer umfassenden Analyse, der Diversifikation und einem guten Risikomanagement. Ein starkes Portfolio erfordert den Einsatz verschiedener Instrumente und fundiertes Wissen.