VIX-Volatilitätsschock markiert einen möglichen Wendepunkt für Bitcoin

Wenn die Angst auf dem Markt ihren Höhepunkt erreicht, entstehen oft Chancen. Dieses Prinzip zeigte sich dramatisch Mitte Dezember 2024, als der CBOE Volatilitätsindex—auch bekannt als VIX—einen historischen Anstieg erlebte, der auf eine mögliche lokale Bodenbildung bei Bitcoin und Aktien hindeutet. Das Verständnis dieses Volatilitätsschubs und seiner historischen Parallelen liefert wichtige Einblicke, wohin die Märkte als Nächstes steuern könnten.

Verständnis des VIX: Der Volatilitätsindikator erklärt

Der VIX repräsentiert die Markterwartung der Volatilität in den nächsten 30 Tagen und trägt den Spitznamen „Angstmesser“ der Wall Street zu Recht. Wenn Investoren in Panik geraten, schießt der VIX typischerweise scharf nach oben. Diese extremen Volatilitätswerte sind historisch oft mit Wendepunkten sowohl bei Bitcoin als auch bei den breiteren Aktienmärkten, insbesondere dem S&P 500, verbunden.

Am 18. Dezember 2024 stieg der VIX an einem Tag um 74%—der größte Tagesanstieg seit dem 5. Februar 2018 und der zweitgrößte Anstieg in der gesamten Geschichte des Index. Dieser außergewöhnliche Volatilitätsanstieg wurde durch die Zinssenkung der Federal Reserve um 25 Basispunkte in Kombination mit Chair Jerome Powells hawkischer Prognose ausgelöst, die auf eine Kontrolle der Inflation statt auf eine expansive Geldpolitik hindeutete.

Der Marktschock im Dezember: Wann die Volatilität ihren Höhepunkt erreichte

Die Reaktion des Marktes auf die Botschaften der Fed war schnell und heftig. Bitcoin fiel kurzzeitig unter 100.000 $, US-Aktien sanken um etwa 3 %, und der Dollar-Index (DXY) stieg auf ein Zweijahreshoch von 108. In diesem Moment handelte BTC auf Niveaus, die bei Privatanlegern Besorgnis auslösten, während erfahrene Trader nach Wendepunkten suchten.

Dieser Volatilitätsschub geschah nicht isoliert. Das Umfeld war geprägt von intensiven Verkaufsdruck bei Risikoanlagen, was die Art von Kapitulation erzeugte, die oft einer Erholung vorausgeht. Solche panikgetriebenen Bewegungen sind historisch bedeutsam, weil sie Momente markieren, in denen die Angst ein Extrem erreicht und wenig Raum für weitere Abwärtsüberraschungen bleibt.

Das historische Muster: Wenn der VIX sprunghaft ansteigt, erholt sich Bitcoin oft

Der Zusammenhang zwischen extremen VIX-Werten und anschließender Bitcoin-Erholung ist gut dokumentiert. Die Analyse der drei größten Volatilitätsspitzen in der Geschichte des VIX zeigt ein überzeugendes Muster:

5. Februar 2018: Der VIX schoss um 116% nach oben—der größte Tagesanstieg aller Zeiten. An diesem Tag fiel Bitcoin um 16 % auf 6.891 $, was sich als lokaler Boden herausstellte. Innerhalb von zwei Wochen erholte sich der Kurs auf über 11.000 $. Diese fast 60%ige Erholung bestätigte die Idee, dass extreme Volatilität oft mit Kapitulation einhergeht.

5. August 2024: Während des Ausstiegs aus dem japanischen Yen Carry-Trade stieg der VIX um 65 %, sein drittergrößter Anstieg. Bitcoin fiel um 6 % auf etwa 54.000 $, erholte sich aber bis zum 23. August auf über 64.000 $. Das Muster wiederholte sich: Hochvolatilität, starker Rückgang, gefolgt von Erholung.

18. Dezember 2024: Der VIX stieg um 74 %, was ihn zum zweitgrößten Volatilitätsschub in der Geschichte des Index macht. Allein diese Zahl deutet darauf hin, dass, wenn historische Muster fortbestehen, eine technische Erholung möglich ist.

Das aktuelle Szenario: Technischer Bounce oder nachhaltige Erholung?

Nach dem Volatilitätsschub erholte sich Bitcoin kurzfristig auf 69.000 $, was Händler als einen scharfen Short Squeeze beschreiben. Dieser Move löste Käufe bei alternativen Kryptowährungen wie Ethereum, Solana, Dogecoin und Cardano sowie bei kryptobezogenen Aktien wie Circle, Coinbase und verwandten Firmen aus.

Allerdings warnen Analysten, dass diese Erholung eher eine technische Reaktion als eine fundamentale Verbesserung widerspiegelt. Laut Joel Kruger von LMAX Group scheint der Bounce hauptsächlich durch extrem bärische Positionierungen und dünne Liquidität getrieben zu sein—Bedingungen, die schnelle Bewegungen in beide Richtungen begünstigen. Joshua Lim von FalconX bemerkte, dass einige Fonds die Rallye aggressiv verfolgen und in volatile Altcoins sowie Optionsstrategien umschichten.

Damit Bitcoin eine nachhaltige Aufwärtsbewegung etablieren kann, müssen entscheidende Widerstandsniveaus überwunden werden. Wichtige Kursmarken bei etwa 72.000 $ und 78.000 $ müssen konsequent durchbrochen werden, um eine stärkere strukturelle Veränderung anzuzeigen, anstatt nur eine temporäre Erleichterung.

Was kommt als Nächstes: Überwachung der VIX-Bitcoin-Beziehung

Die historische Evidenz deutet darauf hin, dass außergewöhnliche Volatilitätswerte wie der 74%-Anstieg im Dezember oft Wendepunkte markieren, nicht den Beginn längerer Abwärtstrends. Die Dauerhaftigkeit einer Erholung hängt jedoch davon ab, ob die Kaufaktivität aus fundamentalen Quellen stammt oder rein technisch getrieben ist.

Derzeit liegt Bitcoin bei 68.290 $ mit einem 24-Stunden-Gewinn von 4,18 %, was den Versuch des Marktes widerspiegelt, sich nach dem Volatilitätsschock zu stabilisieren. Ob daraus eine bedeutende Erholung wird oder nur ein „Dead Cat Bounce“, wird sich zeigen, wenn Bitcoin die genannten Widerstandsniveaus testet. Was sicher ist: Wenn der VIX auf historisch extreme Werte ansteigt, sind die Märkte oft näher an Wendepunkten, als Trader vermuten.

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