Bundesgerichtshof entscheidet, dass der Handel an Krypto-Börsen Wertpapieraktivitäten darstellt im Fall Ishan Wahi Insiderhandel

Ein US-Bundesgericht hat entschieden, dass beim Handel mit Kryptowährungen auf Sekundärmärkten—wie großen Börsen—diese Transaktionen als Wertpapiergeschäfte gelten. Die wegweisende Entscheidung wurde in einem Versäumnisurteil gegen Sameer Ramani getroffen, einen der drei Angeklagten in einer prominenten Insiderhandelsuntersuchung im Zusammenhang mit Coinbase. Dieses Urteil hat bedeutende Auswirkungen darauf, wie Regulierungsbehörden wie die SEC den Handel mit digitalen Vermögenswerten sehen und ob Krypto-Börsen unter Wertpapiergesetze fallen.

Der Fall geht auf das Insiderhandelsschema bei Coinbase zurück, bei dem der ehemalige Produktmanager Ishan Wahi, sein Bruder Nikhil Wahi und deren Mitarbeiter Sameer Ramani beteiligt waren. Im März 2024 erließ das Gericht sein Versäumnisurteil gegen Ramani, nachdem dieser nicht auf rechtliche Schritte reagiert hatte—Gerichtsakten deuten darauf hin, dass Ramani das Land verlassen hat, um einer Anklage zu entgehen.

Das Wertpapierklassifizierungs-Framework des Gerichts

Die Begründung des Gerichts stützte sich auf den Howey-Test, den grundlegenden rechtlichen Standard zur Bestimmung, was unter US-Wertpapierrecht eine Investitionsvereinbarung ist. Das Urteil stellte fest, dass es egal ist, wo die Krypto-Token gehandelt werden—ob durch direkte Angebote oder Sekundärmarkttransaktionen—die Analyse bleibt gleich, solange die Emittenten weiterhin Aussagen über die Rentabilität der Token machen.

„Die Analyse des Gerichts bleibt dieselbe, selbst wenn Ramani Token auf dem Sekundärmarkt gehandelt hat“, betonte das Urteil. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass „jeder Emittent weiterhin Aussagen über die Rentabilität ihrer Token gemacht hat, selbst während die Token auf Sekundärmärkten gehandelt wurden. Somit sind nach Howey alle Krypto-Assets, die Ramani gekauft und gehandelt hat, Investitionsverträge.“

Diese Feststellung betrifft direkt den Fall Ishan Wahi, da sie festlegt, dass der Handel über die Coinbase-Plattform Transaktionen nicht vor Wertpapierregulierung schützt—ein entscheidender Punkt, da die ursprüngliche Untersuchung gegen Ishan Wahi den Handel über die Börse zum Gegenstand hatte.

Finanzielle Strafen und das Ramani-Urteil

Das Gericht verhängte erhebliche Strafen gegen Ramani. Neben einem Verbot zukünftiger Verstöße enthielt das Urteil eine zivilrechtliche Strafe in Höhe des Doppelten seiner erzielten Gewinne—insgesamt 1.635.204 US-Dollar—sowie die Rückgabe (Verfall) der identifizierten Erlöse in Höhe von 817.602 US-Dollar. Das Gericht lehnte jedoch den Antrag der SEC auf Vorurteilszinsen ab, was dem Angeklagten eine gewisse begrenzte Entlastung verschaffte.

Wie dieses Urteil die breitere Ishan Wahi-Vereinbarung beeinflusst

Bereits im Mai 2023 hatte die SEC Anklagen gegen Ishan Wahi und seinen Bruder Nikhil Wahi beigelegt, in dem die Behörde den ersten Insiderhandelsfall im Zusammenhang mit Kryptowährungsmärkten bezeichnete. Dieser Vergleich erfolgte vor dem umfassenderen Gerichtsurteil zur Wertpapierklassifizierung. Das Ramani-Urteil bietet nun gerichtliche Unterstützung für die Durchsetzungsposition der SEC im Fall Ishan Wahi, was im Wesentlichen bestätigt, dass der Handel mit Kryptowährungen auf Börsen wie Coinbase eindeutig unter Wertpapiergesetze fällt.

Branchenwiderstand und regulatorischer Konflikt

Das Urteil ist besonders bedeutsam, weil Coinbase und ein Großteil der Kryptowährungsbranche die weitreichende Interpretation der SEC, was eine Wertpapierdefinition betrifft, schon lange anfechten. SEC-Vorsitzender Gary Gensler argumentiert konsequent, dass die überwiegende Mehrheit der Kryptowährungen die Howey-Kriterien erfüllt und daher Wertpapiere sind, die einer Regulierung bedürfen. Coinbase hält dagegen, dass viele Token keine Wertpapiere sind und somit nicht unter die SEC fallen.

Diese gerichtliche Entscheidung verschiebt die Balance zugunsten Genslers Interpretation, obwohl die Branche ihre Ablehnung dieser Charakterisierung beibehält.

Widersprüchliche Präzedenzfälle vor Gericht

Die Kryptowährungsbranche könnte sich auf frühere gerichtliche Entscheidungen berufen haben, die die Wertpapierklassifizierung einschränkten. Im Juli 2023 entschied die Bundesrichterin Analisa Torres im Ripple-Fall, dass das Unternehmen zwar gegen Wertpapiergesetze verstieß, indem es XRP direkt an institutionelle Investoren verkaufte, nicht jedoch durch programmatische Retail-Verkäufe an Börsen. Dies deutete auf einen differenzierteren Ansatz bei der Klassifizierung anhand der Vertriebskanäle hin.

Jedoch widersprach Richter Jed Rakoff im Dezember 2023 im Terraform-Labs-Fall dieser Argumentation und entschied, dass sowohl LUNA- als auch MIR-Token unregistrierte Wertpapiere seien—eine Position, die eher mit dem breiteren Klassifizierungsrahmen übereinstimmt, der im Ramani-Urteil dargelegt wird. Diese widersprüchlichen Interpretationen verdeutlichen die anhaltende gerichtliche Uneinigkeit darüber, wo die Grenze gezogen werden sollte.

Verwandte Durchsetzungsmaßnahmen: Der Kalshi-Preismarkt-Fall

Der regulatorische Fokus auf Insiderhandel ging über Coinbase hinaus. Die Prognosemarktplattform Kalshi beschuldigte kürzlich zwei Nutzer des Insiderhandels, darunter einen Mitarbeiter von Content-Creator MrBeast, der angeblich auf unveröffentlichte Show-Inhalte basierende Trades gemacht hatte. Kalshi sperrte und verhängte Geldstrafen gegen beide Nutzer, während Beast Industries bestätigte, dass man den Vorfall mit dem Mitarbeiter untersuche.

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) veröffentlichte eine Warnung, in der sie Kalshi’s Maßnahmen erwähnte und diese Fälle als potenzielle Gesetzesverstöße kennzeichnete. Die CFTC-Führung bezeichnet Plattformen wie Kalshi als die „erste Verteidigungslinie“ gegen Insiderhandel, was die wachsende regulatorische Aufmerksamkeit für Marktmanipulationen auf Handelsplattformen unterstreicht.

Die größere Bedeutung

Das Ramani-Versäumnisurteil und die Insiderhandelsuntersuchung gegen Ishan Wahi zeigen, wie aggressiv US-Regulierungsbehörden sowohl die Klassifizierungsfrage als auch tatsächliche Marktmanipulationen verfolgen. Während Gerichte weiterhin Urteile darüber fällen, ob Krypto-Handel Wertpapieraktivitäten darstellt, stehen Börsen unter zunehmendem Druck, die SEC-Registrierungsvorschriften einzuhalten—ein bedeutender Strukturwandel im Vergleich zu den aktuellen Betriebsweisen vieler Plattformen. Die zunehmende Rechtsprechung legt nahe, dass Gerichte den Sekundärmarkt-Handel mit Kryptowährungen zunehmend durch eine wertpapierrechtliche Linse betrachten, was die Compliance-Verpflichtungen für Börsen wie Coinbase in den kommenden Jahren maßgeblich prägen wird.

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