Im Februar 2026 veröffentlichte John, Mitbegründer des Zahlungsriesen Stripe, gemeinsam mit Patrick Collison den jährlichen offenen Brief, der zwei bedeutende Orientierungspunkte für die Kryptoindustrie bietet. Darin werden nicht nur wichtige Geschäftsdaten offengelegt, sondern auch klare Prognosen für die zukünftige Zahlungsform gemacht.
Einerseits zeigt sich im Jahr 2025 ein erstaunliches Wachstum bei Stablecoin-Zahlungen, das vom Gründer als „Krypto-Winter, Sommer der Stablecoins“ bezeichnet wird. Andererseits weist Stripe eindeutig darauf hin, dass die durch KI-Vertreter autonom ausgeführten „Agentic Commerce“ bereits die Konzeptphase verlassen haben und in eine echte Phase des „Bauens und Experimentierens“ eingetreten sind. Diese beiden Erzählstränge sind nicht isoliert, sondern deuten gemeinsam auf eine Zukunft hin, die von Maschinen dominiert wird und bei der die zugrunde liegenden Abrechnungssysteme exponentiell höhere Anforderungen stellen.
Hintergrund und Zeitplan: Von Bridge-Übernahme bis Tempo-Tests
Stripe hat seine tiefgreifende Position im Stablecoin-Bereich im Jahr 2025 durch eine Schlüsselübernahme gefestigt. Um eine End-to-End-Stablecoin-Infrastruktur aufzubauen, übernahm Stripe die Stablecoin-Orchestrierungsplattform Bridge sowie Privy, das über 110 Millionen programmierbare Wallets unterstützt. Diese Maßnahmen führten rasch zu Geschäftswachstum.
Anfang 2026 beschleunigte Stripe seine Strategie weiter. Das Unternehmen erhielt die nationale Banktrust-Lizenz der US-Office of the Comptroller of the Currency (OCC), was die regulatorische Expansion seiner Stablecoin-Aktivitäten erleichtert. Zudem befindet sich das auf Zahlungen ausgelegte Blockchain-Projekt Tempo, das gemeinsam mit Paradigm entwickelt wurde, in der Testnetzphase. Visa, Nubank und Shopify sind an den Tests beteiligt, der Mainnet-Start steht kurz bevor. Diese Timeline zeigt deutlich die vertiefte Entwicklung von Software-Services hin zu fundamentalen Finanzinfrastrukturen.
Daten- und Struktur-Analyse: Die 400 Milliarden hinter der strukturellen Verschiebung
Die jährliche Offenlegung von Stripe zeigt eine strukturelle Veränderung im Stablecoin-Sektor. Basierend auf einem McKinsey-Bericht und den eigenen Daten von Stripe verdoppelte sich das Zahlungsvolumen mit Stablecoins im Jahr 2025 auf etwa 390 bis 400 Milliarden US-Dollar. Bemerkenswert ist die Zusammensetzung: Rund 60 % des Zahlungsvolumens stammen aus B2B-Transaktionen, nicht aus grenzüberschreitenden Privatüberweisungen.
Diese Daten widerlegen das Klischee, dass Stablecoins hauptsächlich für persönliche Ein- und Auszahlungen oder Spekulationsgeschäfte genutzt werden. Das Aufkommen von B2B-Szenarien bedeutet, dass Stablecoins in globale Lieferketten, grenzüberschreitende Abrechnungen und andere hochfrequente, große Geschäftsbereiche eindringen. Die Plattform von Stripe erreichte im Jahr 2025 ein Brutto-Transaktionsvolumen (TPV) von 1,9 Billionen US-Dollar, ein Plus von 34 %, wobei Stablecoin-Zahlungen einen wesentlichen Wachstumstreiber darstellen. Die vierfache Steigerung des Transaktionsvolumens auf der Bridge-Plattform bestätigt diesen Trend zusätzlich.
Meinungsanalyse: Optimistische Erwartungen treffen auf technologische Realismus
Die Marktinterpretation des Stripe-Jahresbriefs lässt sich grob in zwei Lager einteilen.
Optimisten konzentrieren sich auf den „Paradigmenwechsel“ durch Stablecoins. Risikokapitalgeber a16z erläuterten in einem Analyseartikel, warum KI-Vertreter Stablecoins benötigen: Ihr Verhalten ähnelt eher Unternehmen als Touristen, sie brauchen langfristige, programmierbare Kreditbeziehungen zu Lieferanten, anstatt bei jeder Transaktion sofort abzurechnen. Die Programmierbarkeit, niedrige Kosten und globale Verfügbarkeit von Stablecoins machen sie ideal für die Vielzahl an Mikro- und Streaming-Zahlungen zwischen KI-Vertretern und Plattformen.
Technologischer Realismus hingegen fokussiert auf die Herausforderungen, die Stripe im Brief hervorhebt. Es wird gewarnt, dass, wenn KI-Vertreter die Hauptakteure im Internet werden, Blockchain-Netzwerke eine Transaktionsrate von 1 Milliarde TPS (Transaktionen pro Sekunde) unterstützen müssten. Laut Chainspect-Daten erreichen die leistungsstärksten öffentlichen Blockchains wie Solana und ICP derzeit nur etwa 1.000 TPS im Durchschnitt, das maximale theoretische Limit liegt weit darunter. Stripe verweist auf die Netzüberlastung und Kostenexplosion während des Memecoin-Booms 2025 als Beispiel und warnt, dass die aktuellen Leistungsgrenzen bereits fragil sind. Die zukünftige Nachfrage durch KI-Vertreter könnte diese Probleme noch verschärfen.
Realitätscheck der Erzählung: Vom „Spekulationsvehikel“ zum „Zahlungsinstrument“
Langfristig steht die Kryptoindustrie vor einem Dilemma: Die Erzählung, dass Krypto nur spekulativ genutzt wird, wird zunehmend hinterfragt. Der Stripe-Brief liefert einen entscheidenden Beweis, dass Stablecoins sich zunehmend von der starken Kopplung an den Krypto-Asset-Preis lösen.
Faktisch: Während der Bitcoin-Preis 2025 in einem Abwärtstrend blieb, verdoppelte sich das Zahlungsvolumen mit Stablecoins. Diese Divergenz zeigt eindeutig, dass das Wachstum nicht durch Spekulation, sondern durch reale Zahlungsbedürfnisse getrieben wird.
Meinung: Stripe sieht Stablecoins als „Kernbestandteil der globalen Zahlungsinfrastruktur“. Obwohl diese Einschätzung parteiisch ist, stützen sie sich auf solide Geschäftsdaten: Ein Plattform-Transaktionsvolumen von 19 Billionen US-Dollar, über 5 Millionen Unternehmen, die den Service nutzen (darunter 90 % der Unternehmen des Dow Jones Industrial Average). Diese Fakten untermauern die Einschätzung.
Spekulation: Die Annahme, dass KI-Vertreter 1 Milliarde TPS benötigen, basiert auf der exponentiellen Zunahme der Anzahl an KI-Vertretern und deren Transaktionsfrequenz, die die menschliche bei Weitem übertrifft. Obwohl KI-Vertreter derzeit nur in den ersten beiden Stufen ihrer Fähigkeiten (Automatisierung bei Formularen und beschreibende Suche) sind, deutet die Zusammenarbeit von Stripe mit OpenAI bei der Entwicklung des „Agentic Business Protocol“ (ACP) darauf hin, dass die Branche bereits auf die Explosion in den Stufen 3 bis 5 (langzeitiges Gedächtnis, Aufgabendelegation, Prognosedienste) vorbereitet wird.
Branchenauswirkungen: Das Rüstungsrennen bei Infrastruktur setzt sich neu in Gang
Der Stripe-Brief wird mehrere Ebenen der Kryptoindustrie beeinflussen:
Erstens: Die Neubewertung der Leistungsstandards öffentlicher Blockchains. Wenn die Logik des Agentic Commerce stimmt, wird die bisherige Erzählung von „ausreichend schnellen“ Blockchains widerlegt. Der Fokus verschiebt sich von „Unterstützung von DeFi und Gaming“ zu „Unterstützung der massenhaften, sofortigen Abrechnung im Maschinen-Ökosystem“. Hohe TPS, geringe Latenz und Interoperabilität werden zum Kern des nächsten technischen Wettkampfs.
Zweitens: Die Vertiefung der Anwendungsfelder für Stablecoins. Der Anteil an B2B-Zahlungen wächst, was den Übergang von „Grenzüberschreitender Überweisung“ zu „Unternehmensfinanzmanagement-Plattform“ beschleunigt. Stablecoin-Emittenten und Wallet-Anbieter müssen komplexere Funktionen wie Abrechnung, Rechnungsstellung und Kreditmanagement bereitstellen, ähnlich wie in der Vision von a16z für „Agentic Platforms“, die Lieferantenbeziehungen verwalten.
Drittens: Die Entwicklung von Regulierungs- und Compliance-Rahmen. Die Erteilung der Banktrust-Lizenz an Stripe zeigt, dass große Zahlungsanbieter versuchen, Stablecoin-Geschäfte in bestehende Finanzregulierungen zu integrieren. Das schafft eine regulatorische Basis, könnte aber auch zu einer stärkeren Differenzierung führen: Regulierte Stablecoins werden zur Hauptinfrastruktur, während vollständig anonyme Krypto-Assets an den Rand gedrängt werden.
Szenarienentwicklung
Basierend auf den aktuellen Informationen könnten sich drei Szenarien entwickeln:
Entwicklungspfad
Auslöser
Markantes Ereignis
Branchenwirkung
Optimistisch
KI-Vertreter erreichen Stufe 3 (langzeitiges Gedächtnis), große Unternehmen setzen Agenten für Beschaffung und Abrechnung ein
Mainnet-Start von Tempo mit Millionen täglicher Zahlungen; ACP-Standard wird branchenweit übernommen
Große Umverteilung bei öffentlichen Blockchains, hochleistungsfähige L1/L2 steigen stark; Stablecoin-Gesamtangebot überschreitet eine Billion US-Dollar
Neutral
Moderates Wachstum der KI-Vertreter, langsames Wachstum bei Stablecoin-Zahlungen, das traditionelle B2B-Geschäft verdrängt
Kontinuierliches Wachstum der Bridge-Transaktionen; mehr Fortune-500-Unternehmen nutzen Stripe Stablecoin-Zahlungen
Stetige Branchenentwicklung ohne explosive Impulse; Top-Blockchains updaten sich kontinuierlich, technische Überlegenheit bleibt aus
Pessimistisch
Verschärfte Regulierung, insbesondere rechtliche Unsicherheiten bei KI-gestützten automatisierten Finanzverträgen
Gesetzesinitiativen in großen Volkswirtschaften gegen unautorisierte KI-Zahlungen; Transparenz bei Stablecoin-Reserven wird infrage gestellt
Wachstumsstory wird unterbrochen, Fokus verschiebt sich auf Regulierung und Risiko; Zahlungs-Token verlieren an Wert, Kapital fließt zurück in Bitcoin und „digitale Gold“-Assets
Fazit
Der Stripe-Brief ist wie ein Prisma, das die Kernkonflikte der nächsten fünf Jahre in der Kryptoindustrie widerspiegelt: Einerseits die unaufhaltsame Durchdringung von Stablecoins im B2B-Zahlungsverkehr, andererseits die Grenzen der aktuellen Blockchain-Technologie bei der Bewältigung zukünftiger KI-gesteuerter Transaktionsvolumina. Vom „Krypto-Winter“ zum „Sommer der Stablecoins“ – es ändert sich nicht nur die Temperatur, sondern auch die fundamentale Wertbasis der Branche: weg von Spekulation hin zu einer Dienstleistung für die reale Wirtschaft und die Maschinenökonomie. Für Entwickler und Innovatoren ist die Frage nach 10 Milliarden TPS, die Stripe aufwirft, eine Warnung und zugleich die klarste technische Roadmap für das nächste Zeitalter des Wertinternets.
Diese Seite kann Inhalte Dritter enthalten, die ausschließlich zu Informationszwecken bereitgestellt werden (keine Zusicherungen oder Garantien), und sie sind nicht als Billigung der darin geäußerten Ansichten durch Gate oder als finanzielle bzw. fachliche Beratung zu verstehen. Weitere Informationen finden Sie im Haftungsausschluss.
Aufschlüsselung des Stripe-Jahresberichts: Wie Stablecoins zum Kern der B2B-Zahlungen werden und welche Blockchain AI-Agenten benötigen?
Im Februar 2026 veröffentlichte John, Mitbegründer des Zahlungsriesen Stripe, gemeinsam mit Patrick Collison den jährlichen offenen Brief, der zwei bedeutende Orientierungspunkte für die Kryptoindustrie bietet. Darin werden nicht nur wichtige Geschäftsdaten offengelegt, sondern auch klare Prognosen für die zukünftige Zahlungsform gemacht.
Einerseits zeigt sich im Jahr 2025 ein erstaunliches Wachstum bei Stablecoin-Zahlungen, das vom Gründer als „Krypto-Winter, Sommer der Stablecoins“ bezeichnet wird. Andererseits weist Stripe eindeutig darauf hin, dass die durch KI-Vertreter autonom ausgeführten „Agentic Commerce“ bereits die Konzeptphase verlassen haben und in eine echte Phase des „Bauens und Experimentierens“ eingetreten sind. Diese beiden Erzählstränge sind nicht isoliert, sondern deuten gemeinsam auf eine Zukunft hin, die von Maschinen dominiert wird und bei der die zugrunde liegenden Abrechnungssysteme exponentiell höhere Anforderungen stellen.
Hintergrund und Zeitplan: Von Bridge-Übernahme bis Tempo-Tests
Stripe hat seine tiefgreifende Position im Stablecoin-Bereich im Jahr 2025 durch eine Schlüsselübernahme gefestigt. Um eine End-to-End-Stablecoin-Infrastruktur aufzubauen, übernahm Stripe die Stablecoin-Orchestrierungsplattform Bridge sowie Privy, das über 110 Millionen programmierbare Wallets unterstützt. Diese Maßnahmen führten rasch zu Geschäftswachstum.
Anfang 2026 beschleunigte Stripe seine Strategie weiter. Das Unternehmen erhielt die nationale Banktrust-Lizenz der US-Office of the Comptroller of the Currency (OCC), was die regulatorische Expansion seiner Stablecoin-Aktivitäten erleichtert. Zudem befindet sich das auf Zahlungen ausgelegte Blockchain-Projekt Tempo, das gemeinsam mit Paradigm entwickelt wurde, in der Testnetzphase. Visa, Nubank und Shopify sind an den Tests beteiligt, der Mainnet-Start steht kurz bevor. Diese Timeline zeigt deutlich die vertiefte Entwicklung von Software-Services hin zu fundamentalen Finanzinfrastrukturen.
Daten- und Struktur-Analyse: Die 400 Milliarden hinter der strukturellen Verschiebung
Die jährliche Offenlegung von Stripe zeigt eine strukturelle Veränderung im Stablecoin-Sektor. Basierend auf einem McKinsey-Bericht und den eigenen Daten von Stripe verdoppelte sich das Zahlungsvolumen mit Stablecoins im Jahr 2025 auf etwa 390 bis 400 Milliarden US-Dollar. Bemerkenswert ist die Zusammensetzung: Rund 60 % des Zahlungsvolumens stammen aus B2B-Transaktionen, nicht aus grenzüberschreitenden Privatüberweisungen.
Diese Daten widerlegen das Klischee, dass Stablecoins hauptsächlich für persönliche Ein- und Auszahlungen oder Spekulationsgeschäfte genutzt werden. Das Aufkommen von B2B-Szenarien bedeutet, dass Stablecoins in globale Lieferketten, grenzüberschreitende Abrechnungen und andere hochfrequente, große Geschäftsbereiche eindringen. Die Plattform von Stripe erreichte im Jahr 2025 ein Brutto-Transaktionsvolumen (TPV) von 1,9 Billionen US-Dollar, ein Plus von 34 %, wobei Stablecoin-Zahlungen einen wesentlichen Wachstumstreiber darstellen. Die vierfache Steigerung des Transaktionsvolumens auf der Bridge-Plattform bestätigt diesen Trend zusätzlich.
Meinungsanalyse: Optimistische Erwartungen treffen auf technologische Realismus
Die Marktinterpretation des Stripe-Jahresbriefs lässt sich grob in zwei Lager einteilen.
Optimisten konzentrieren sich auf den „Paradigmenwechsel“ durch Stablecoins. Risikokapitalgeber a16z erläuterten in einem Analyseartikel, warum KI-Vertreter Stablecoins benötigen: Ihr Verhalten ähnelt eher Unternehmen als Touristen, sie brauchen langfristige, programmierbare Kreditbeziehungen zu Lieferanten, anstatt bei jeder Transaktion sofort abzurechnen. Die Programmierbarkeit, niedrige Kosten und globale Verfügbarkeit von Stablecoins machen sie ideal für die Vielzahl an Mikro- und Streaming-Zahlungen zwischen KI-Vertretern und Plattformen.
Technologischer Realismus hingegen fokussiert auf die Herausforderungen, die Stripe im Brief hervorhebt. Es wird gewarnt, dass, wenn KI-Vertreter die Hauptakteure im Internet werden, Blockchain-Netzwerke eine Transaktionsrate von 1 Milliarde TPS (Transaktionen pro Sekunde) unterstützen müssten. Laut Chainspect-Daten erreichen die leistungsstärksten öffentlichen Blockchains wie Solana und ICP derzeit nur etwa 1.000 TPS im Durchschnitt, das maximale theoretische Limit liegt weit darunter. Stripe verweist auf die Netzüberlastung und Kostenexplosion während des Memecoin-Booms 2025 als Beispiel und warnt, dass die aktuellen Leistungsgrenzen bereits fragil sind. Die zukünftige Nachfrage durch KI-Vertreter könnte diese Probleme noch verschärfen.
Realitätscheck der Erzählung: Vom „Spekulationsvehikel“ zum „Zahlungsinstrument“
Langfristig steht die Kryptoindustrie vor einem Dilemma: Die Erzählung, dass Krypto nur spekulativ genutzt wird, wird zunehmend hinterfragt. Der Stripe-Brief liefert einen entscheidenden Beweis, dass Stablecoins sich zunehmend von der starken Kopplung an den Krypto-Asset-Preis lösen.
Faktisch: Während der Bitcoin-Preis 2025 in einem Abwärtstrend blieb, verdoppelte sich das Zahlungsvolumen mit Stablecoins. Diese Divergenz zeigt eindeutig, dass das Wachstum nicht durch Spekulation, sondern durch reale Zahlungsbedürfnisse getrieben wird.
Meinung: Stripe sieht Stablecoins als „Kernbestandteil der globalen Zahlungsinfrastruktur“. Obwohl diese Einschätzung parteiisch ist, stützen sie sich auf solide Geschäftsdaten: Ein Plattform-Transaktionsvolumen von 19 Billionen US-Dollar, über 5 Millionen Unternehmen, die den Service nutzen (darunter 90 % der Unternehmen des Dow Jones Industrial Average). Diese Fakten untermauern die Einschätzung.
Spekulation: Die Annahme, dass KI-Vertreter 1 Milliarde TPS benötigen, basiert auf der exponentiellen Zunahme der Anzahl an KI-Vertretern und deren Transaktionsfrequenz, die die menschliche bei Weitem übertrifft. Obwohl KI-Vertreter derzeit nur in den ersten beiden Stufen ihrer Fähigkeiten (Automatisierung bei Formularen und beschreibende Suche) sind, deutet die Zusammenarbeit von Stripe mit OpenAI bei der Entwicklung des „Agentic Business Protocol“ (ACP) darauf hin, dass die Branche bereits auf die Explosion in den Stufen 3 bis 5 (langzeitiges Gedächtnis, Aufgabendelegation, Prognosedienste) vorbereitet wird.
Branchenauswirkungen: Das Rüstungsrennen bei Infrastruktur setzt sich neu in Gang
Der Stripe-Brief wird mehrere Ebenen der Kryptoindustrie beeinflussen:
Erstens: Die Neubewertung der Leistungsstandards öffentlicher Blockchains. Wenn die Logik des Agentic Commerce stimmt, wird die bisherige Erzählung von „ausreichend schnellen“ Blockchains widerlegt. Der Fokus verschiebt sich von „Unterstützung von DeFi und Gaming“ zu „Unterstützung der massenhaften, sofortigen Abrechnung im Maschinen-Ökosystem“. Hohe TPS, geringe Latenz und Interoperabilität werden zum Kern des nächsten technischen Wettkampfs.
Zweitens: Die Vertiefung der Anwendungsfelder für Stablecoins. Der Anteil an B2B-Zahlungen wächst, was den Übergang von „Grenzüberschreitender Überweisung“ zu „Unternehmensfinanzmanagement-Plattform“ beschleunigt. Stablecoin-Emittenten und Wallet-Anbieter müssen komplexere Funktionen wie Abrechnung, Rechnungsstellung und Kreditmanagement bereitstellen, ähnlich wie in der Vision von a16z für „Agentic Platforms“, die Lieferantenbeziehungen verwalten.
Drittens: Die Entwicklung von Regulierungs- und Compliance-Rahmen. Die Erteilung der Banktrust-Lizenz an Stripe zeigt, dass große Zahlungsanbieter versuchen, Stablecoin-Geschäfte in bestehende Finanzregulierungen zu integrieren. Das schafft eine regulatorische Basis, könnte aber auch zu einer stärkeren Differenzierung führen: Regulierte Stablecoins werden zur Hauptinfrastruktur, während vollständig anonyme Krypto-Assets an den Rand gedrängt werden.
Szenarienentwicklung
Basierend auf den aktuellen Informationen könnten sich drei Szenarien entwickeln:
Fazit
Der Stripe-Brief ist wie ein Prisma, das die Kernkonflikte der nächsten fünf Jahre in der Kryptoindustrie widerspiegelt: Einerseits die unaufhaltsame Durchdringung von Stablecoins im B2B-Zahlungsverkehr, andererseits die Grenzen der aktuellen Blockchain-Technologie bei der Bewältigung zukünftiger KI-gesteuerter Transaktionsvolumina. Vom „Krypto-Winter“ zum „Sommer der Stablecoins“ – es ändert sich nicht nur die Temperatur, sondern auch die fundamentale Wertbasis der Branche: weg von Spekulation hin zu einer Dienstleistung für die reale Wirtschaft und die Maschinenökonomie. Für Entwickler und Innovatoren ist die Frage nach 10 Milliarden TPS, die Stripe aufwirft, eine Warnung und zugleich die klarste technische Roadmap für das nächste Zeitalter des Wertinternets.