Wenn Sie mit dem Kryptowährungshandel beginnen, müssen Sie zwei grundlegende Begriffe verstehen: Long und Short. Short ist im Wesentlichen eine Methode, die es Tradern ermöglicht, Gewinne sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen zu erzielen. Dies ist eine der Hauptmerkmale, die den Kryptowährungsmarkt vom traditionellen Aktienhandel auf dem Spotmarkt unterscheiden.
Was ist Short: Definition und Grundmechanismus
Short bedeutet, eine Short-Position zu eröffnen, also auf fallende Kurse zu setzen. Im Gegensatz zum traditionellen Kauf (Long), bei dem der Trader zuerst kauft und später verkauft, erfolgt beim Shorten alles in umgekehrter Reihenfolge.
Der Mechanismus funktioniert folgendermaßen: Der Trader leiht sich eine Aktie (z.B. einen Bitcoin) bei der Börse, verkauft sie sofort zum aktuellen Preis und wartet dann auf einen Kursrückgang. Wenn der Kurs fällt, kauft er die gleiche Menge des Assets günstiger zurück und gibt es an die Börse zurück. Die Differenz zwischen dem ursprünglichen Verkaufspreis und dem Rückkaufpreis ist der Gewinn des Traders.
Wenn Bitcoin bei $61.000 gehandelt wird und der Trader glaubt, dass der Kurs auf $59.000 fallen wird, kann er einen Bitcoin leihen, ihn für $61.000 verkaufen und abwarten. Bei einem Kursrückgang auf $59.000 kauft er den Bitcoin günstiger zurück und gibt ihn zurück. Nach Abzug der Plattformgebühren beträgt sein Gewinn etwa $2.000.
Long und Short: Zwei Seiten einer Medaille
Long und Short sind gegensätzliche Strategien, die jeweils unter bestimmten Marktbedingungen funktionieren. Long ist eine Wette auf den Kursanstieg: Der Trader kauft das Asset zum aktuellen Preis von $100, erwartet, dass es auf $150 steigt, und verkauft bei diesem Ziel, um Gewinn zu machen.
Short ist eine spiegelbildliche Operation bei fallenden Kursen. Statt das Asset direkt zu kaufen, leiht sich der Trader das Asset und verkauft es sofort, in der Hoffnung, es günstiger zurückzukaufen.
In der Praxis sind beide Positionen gleichermaßen wichtig. Long eignet sich für Bullenmärkte, in denen die Kurse steigen. Short ist nützlich in Bärenmärkten oder bei lokalen Korrekturen, wenn das Asset überbewertet ist.
Bullen und Bären: Marktteilnehmer
Die Begriffe „Bullen“ und „Bären“ beschreiben zwei Arten von Tradern. Bullen sind Teilnehmer, die an einen Kursanstieg glauben und Long-Positionen eröffnen, also Assets kaufen. Durch ihre Nachfrage erhöhen sie den Kurs.
Bären sind Trader, die fallende Kurse erwarten und Short-Positionen eröffnen, indem sie Assets verkaufen. Diese Begriffe haben die Konzepte eines Bullenmarktes (steigende Kurse) und eines Bärenmarktes (fallende Kurse) geprägt.
Futures als Instrument für Short-Positionen
Wenn Sie auf dem Spotmarkt ein Asset kaufen und besitzen, können Sie mit Futures auf Kursbewegungen verdienen, ohne das Asset selbst zu besitzen. Es handelt sich um Derivate, die das Eröffnen sowohl langer als auch kurzer Positionen ermöglichen.
In der Kryptoindustrie sind vor allem zwei Arten von Futures-Verträgen verbreitet:
Unbefristete Verträge (Perpetual Futures) — haben kein Verfallsdatum. Der Trader kann die Position so lange halten, wie er möchte, und sie jederzeit schließen. Das bietet Flexibilität bei längerfristigem Handel.
Cash-Settled Futures — bei ihnen erhält man nicht das Asset selbst, sondern die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schließungskurs in einer stabilen Währung. Das vereinfacht die Abwicklung.
Zum Eröffnen einer Short-Position werden Sell-Futures genutzt, die den Verkauf des Assets im Vertrag bedeuten. Um die Position zu halten, zahlt der Trader alle paar Stunden eine Finanzierungsrate — die Differenz zwischen Spot- und Futures-Preisen.
Wie funktioniert Hedging: Schutz vor unvorhergesehenen Bewegungen
Hedging ist eine Risikomanagementstrategie, die gleichzeitig Long- und Short-Positionen nutzt. Angenommen, ein Trader kauft zwei Bitcoin in Erwartung eines Kursanstiegs, schließt aber eine mögliche Kurskorrektur nicht aus. Um sich abzusichern, kann er gleichzeitig eine Short-Position auf einen Bitcoin eröffnen.
Wenn der Kurs von $30.000 auf $40.000 steigt:
Gewinn aus Long: 2 × ($40.000 – $30.000) = $20.000
Verlust aus Short: 1 × ($30.000 – $40.000) = –$10.000
Netto-Gewinn: $20.000 – $10.000 = $10.000
Wenn der Kurs von $30.000 auf $25.000 fällt:
Verlust aus Long: 2 × ($25.000 – $30.000) = –$10.000
Gewinn aus Short: 1 × ($30.000 – $25.000) = $5.000
Netto-Verlust: –$10.000 + $5.000 = –$5.000
So hat das Hedging den potenziellen Verlust halbiert — von $10.000 auf $5.000. Allerdings ist dies mit einer Reduktion des möglichen Gewinns verbunden. Wichtig ist auch: Das Eröffnen zweier gleich großer Positionen führt dazu, dass Gewinne und Verluste sich vollständig ausgleichen, und mit Gebühren wird diese Strategie oft unrentabel.
Liquidation: Die größte Gefahr beim Margin-Handel
Liquidation ist das automatische, erzwungene Schließen einer Position bei Margin-Handel. Sie tritt bei plötzlichen Kursbewegungen auf, wenn die Sicherheiten (Margin) nicht mehr ausreichen, um die Position zu decken.
Vor der Liquidation sendet die Plattform meist eine „Margin-Call“ — eine Warnung, dass zusätzliche Mittel eingezahlt werden müssen. Wenn dies nicht geschieht, wird die Position bei Erreichen eines kritischen Kursniveaus automatisch geschlossen, und der Trader verliert einen Teil oder alle seine Mittel.
Um eine Liquidation zu vermeiden, sollte man:
Die Positionsgröße richtig kalkulieren
Stop-Loss-Orders verwenden
Den Margin-Level ständig überwachen
Die Volatilität des Assets verstehen
Für Anfänger: Fehler beim Shorten und wie man sie vermeidet
Short ist ein Instrument, das Erfahrung erfordert. Hier die häufigsten Fehler von Einsteigern:
Ignorieren der Volatilität — Kursrückgänge erfolgen meist schneller und unvorhersehbarer als Anstiege. Shorts werden bei plötzlichen Aufwärtsbewegungen oft schneller liquidiert.
Übermäßiger Hebel — die Nutzung von Leverage erhöht sowohl Gewinn als auch Verlust. Anfänger sollten mit minimalem Hebel (2–3x) starten.
Gegenseitige Positionen in gleicher Größe eröffnen — das ist kein Schutz, sondern führt zu Verlusten, vor allem nach Gebühren.
Fehlende Exit-Strategie — der Trader sollte im Voraus festlegen, bei welchem Kurs er short schließt, um Gewinne zu sichern oder Verluste zu begrenzen.
Vor- und Nachteile des Short-Handels
Vorteile:
Möglichkeit, bei fallenden Kursen zu verdienen
Zusätzliche Gewinnchancen in Seitwärtsmärkten
Instrument zur Absicherung langer Positionen
Funktioniert auch bei hoher Volatilität
Nachteile und Risiken:
Komplexere Logik als beim normalen Kauf
Schnelles Auslösen von Stop-Loss bei plötzlichen Aufwärtskorrekturen
Kontinuierliche Überwachung der Margin erforderlich
Gebühren für Leihe und Finanzierungsraten
Risiko der Liquidation bei Verwendung von Leverage
Abschließende Empfehlungen
Short ist ein mächtiges Werkzeug im Arsenal eines Krypto-Traders, erfordert aber ein tiefgehendes Verständnis der Marktmechanik. Long-Positionen (Lange) sind intuitiver und für Anfänger geeignet, während Short-Positionen (Shorts) Erfahrung und strikte Risikokontrolle verlangen.
Futures-Verträge ermöglichen das Eröffnen sowohl langer als auch kurzer Positionen und bieten die Chance, von Kursbewegungen in beide Richtungen zu profitieren. Der Einsatz von Leverage kann die potenziellen Gewinne erheblich steigern, erhöht aber gleichzeitig das Risiko, Mittel zu verlieren.
Übung, Geduld und ständiges Lernen helfen, dieses Instrument zu beherrschen und effektiv in die eigene Handelsstrategie zu integrieren.
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Short ist eine Möglichkeit, bei fallenden Kursen Geld zu verdienen: Das vollständige Handbuch für Krypto-Trader
Wenn Sie mit dem Kryptowährungshandel beginnen, müssen Sie zwei grundlegende Begriffe verstehen: Long und Short. Short ist im Wesentlichen eine Methode, die es Tradern ermöglicht, Gewinne sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen zu erzielen. Dies ist eine der Hauptmerkmale, die den Kryptowährungsmarkt vom traditionellen Aktienhandel auf dem Spotmarkt unterscheiden.
Was ist Short: Definition und Grundmechanismus
Short bedeutet, eine Short-Position zu eröffnen, also auf fallende Kurse zu setzen. Im Gegensatz zum traditionellen Kauf (Long), bei dem der Trader zuerst kauft und später verkauft, erfolgt beim Shorten alles in umgekehrter Reihenfolge.
Der Mechanismus funktioniert folgendermaßen: Der Trader leiht sich eine Aktie (z.B. einen Bitcoin) bei der Börse, verkauft sie sofort zum aktuellen Preis und wartet dann auf einen Kursrückgang. Wenn der Kurs fällt, kauft er die gleiche Menge des Assets günstiger zurück und gibt es an die Börse zurück. Die Differenz zwischen dem ursprünglichen Verkaufspreis und dem Rückkaufpreis ist der Gewinn des Traders.
Wenn Bitcoin bei $61.000 gehandelt wird und der Trader glaubt, dass der Kurs auf $59.000 fallen wird, kann er einen Bitcoin leihen, ihn für $61.000 verkaufen und abwarten. Bei einem Kursrückgang auf $59.000 kauft er den Bitcoin günstiger zurück und gibt ihn zurück. Nach Abzug der Plattformgebühren beträgt sein Gewinn etwa $2.000.
Long und Short: Zwei Seiten einer Medaille
Long und Short sind gegensätzliche Strategien, die jeweils unter bestimmten Marktbedingungen funktionieren. Long ist eine Wette auf den Kursanstieg: Der Trader kauft das Asset zum aktuellen Preis von $100, erwartet, dass es auf $150 steigt, und verkauft bei diesem Ziel, um Gewinn zu machen.
Short ist eine spiegelbildliche Operation bei fallenden Kursen. Statt das Asset direkt zu kaufen, leiht sich der Trader das Asset und verkauft es sofort, in der Hoffnung, es günstiger zurückzukaufen.
In der Praxis sind beide Positionen gleichermaßen wichtig. Long eignet sich für Bullenmärkte, in denen die Kurse steigen. Short ist nützlich in Bärenmärkten oder bei lokalen Korrekturen, wenn das Asset überbewertet ist.
Bullen und Bären: Marktteilnehmer
Die Begriffe „Bullen“ und „Bären“ beschreiben zwei Arten von Tradern. Bullen sind Teilnehmer, die an einen Kursanstieg glauben und Long-Positionen eröffnen, also Assets kaufen. Durch ihre Nachfrage erhöhen sie den Kurs.
Bären sind Trader, die fallende Kurse erwarten und Short-Positionen eröffnen, indem sie Assets verkaufen. Diese Begriffe haben die Konzepte eines Bullenmarktes (steigende Kurse) und eines Bärenmarktes (fallende Kurse) geprägt.
Futures als Instrument für Short-Positionen
Wenn Sie auf dem Spotmarkt ein Asset kaufen und besitzen, können Sie mit Futures auf Kursbewegungen verdienen, ohne das Asset selbst zu besitzen. Es handelt sich um Derivate, die das Eröffnen sowohl langer als auch kurzer Positionen ermöglichen.
In der Kryptoindustrie sind vor allem zwei Arten von Futures-Verträgen verbreitet:
Unbefristete Verträge (Perpetual Futures) — haben kein Verfallsdatum. Der Trader kann die Position so lange halten, wie er möchte, und sie jederzeit schließen. Das bietet Flexibilität bei längerfristigem Handel.
Cash-Settled Futures — bei ihnen erhält man nicht das Asset selbst, sondern die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schließungskurs in einer stabilen Währung. Das vereinfacht die Abwicklung.
Zum Eröffnen einer Short-Position werden Sell-Futures genutzt, die den Verkauf des Assets im Vertrag bedeuten. Um die Position zu halten, zahlt der Trader alle paar Stunden eine Finanzierungsrate — die Differenz zwischen Spot- und Futures-Preisen.
Wie funktioniert Hedging: Schutz vor unvorhergesehenen Bewegungen
Hedging ist eine Risikomanagementstrategie, die gleichzeitig Long- und Short-Positionen nutzt. Angenommen, ein Trader kauft zwei Bitcoin in Erwartung eines Kursanstiegs, schließt aber eine mögliche Kurskorrektur nicht aus. Um sich abzusichern, kann er gleichzeitig eine Short-Position auf einen Bitcoin eröffnen.
Wenn der Kurs von $30.000 auf $40.000 steigt:
Wenn der Kurs von $30.000 auf $25.000 fällt:
So hat das Hedging den potenziellen Verlust halbiert — von $10.000 auf $5.000. Allerdings ist dies mit einer Reduktion des möglichen Gewinns verbunden. Wichtig ist auch: Das Eröffnen zweier gleich großer Positionen führt dazu, dass Gewinne und Verluste sich vollständig ausgleichen, und mit Gebühren wird diese Strategie oft unrentabel.
Liquidation: Die größte Gefahr beim Margin-Handel
Liquidation ist das automatische, erzwungene Schließen einer Position bei Margin-Handel. Sie tritt bei plötzlichen Kursbewegungen auf, wenn die Sicherheiten (Margin) nicht mehr ausreichen, um die Position zu decken.
Vor der Liquidation sendet die Plattform meist eine „Margin-Call“ — eine Warnung, dass zusätzliche Mittel eingezahlt werden müssen. Wenn dies nicht geschieht, wird die Position bei Erreichen eines kritischen Kursniveaus automatisch geschlossen, und der Trader verliert einen Teil oder alle seine Mittel.
Um eine Liquidation zu vermeiden, sollte man:
Für Anfänger: Fehler beim Shorten und wie man sie vermeidet
Short ist ein Instrument, das Erfahrung erfordert. Hier die häufigsten Fehler von Einsteigern:
Ignorieren der Volatilität — Kursrückgänge erfolgen meist schneller und unvorhersehbarer als Anstiege. Shorts werden bei plötzlichen Aufwärtsbewegungen oft schneller liquidiert.
Übermäßiger Hebel — die Nutzung von Leverage erhöht sowohl Gewinn als auch Verlust. Anfänger sollten mit minimalem Hebel (2–3x) starten.
Gegenseitige Positionen in gleicher Größe eröffnen — das ist kein Schutz, sondern führt zu Verlusten, vor allem nach Gebühren.
Fehlende Exit-Strategie — der Trader sollte im Voraus festlegen, bei welchem Kurs er short schließt, um Gewinne zu sichern oder Verluste zu begrenzen.
Vor- und Nachteile des Short-Handels
Vorteile:
Nachteile und Risiken:
Abschließende Empfehlungen
Short ist ein mächtiges Werkzeug im Arsenal eines Krypto-Traders, erfordert aber ein tiefgehendes Verständnis der Marktmechanik. Long-Positionen (Lange) sind intuitiver und für Anfänger geeignet, während Short-Positionen (Shorts) Erfahrung und strikte Risikokontrolle verlangen.
Futures-Verträge ermöglichen das Eröffnen sowohl langer als auch kurzer Positionen und bieten die Chance, von Kursbewegungen in beide Richtungen zu profitieren. Der Einsatz von Leverage kann die potenziellen Gewinne erheblich steigern, erhöht aber gleichzeitig das Risiko, Mittel zu verlieren.
Übung, Geduld und ständiges Lernen helfen, dieses Instrument zu beherrschen und effektiv in die eigene Handelsstrategie zu integrieren.