Columbia University-Forschung zeigt, dass etwa ein Viertel des Handelsvolumens auf Polymarket möglicherweise Wash-Trading ist, was die Glaubwürdigkeit des Prognosemarktes herausfordert. (Frühere Zusammenfassung: Polymarket, mit einer Bewertung von 8 Milliarden US-Dollar, erhält eine Investition von 2 Milliarden US-Dollar von der Intercontinental Exchange, ICE, vor Börseneröffnung stieg um 3,7 %) (Hintergrund: Polymarket kehrt in die USA zurück – Wo liegt die nächste Chance im Prognosemarkt?) Vor dem Hintergrund, dass Blockchain-Prognosemärkte als „neues Kontinent des Handels“ betrachtet werden, könnte die neueste Studie vom 7. November der Columbia University diesen Glanz trüben. Die Studie zeigt, dass auf bekannten Plattformen wie Polymarket etwa ein Viertel des Handelsvolumens möglicherweise Wash-Trading und aktive Nutzerzahlen sind, wobei während Spitzenzeiten bei Wahlen und Sportereignissen der Anteil an „Fake-Volumen“ zeitweise über 90 % lag. Das Forschungsteam analysierte On-Chain-Daten von 2022 bis Oktober 2025 und nutzte Netzwerk-Algorithmen, um 43.000 miteinander korrespondierende Wallets zu identifizieren und die scheinbar florierende, in Wirklichkeit aber virtuellen Daten in der dezentralisierten Welt aufzudecken.
Ausmaß und Erkennungsmethoden von Wash-Trading
Der Bericht weist darauf hin, dass im Dezember 2024 an bestimmten Wochen etwa 60 % der Transaktionen auf Polymarket als Wash-Trading eingestuft werden konnten; bei den Verträgen im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl im März 2025 lag der Anteil sogar bei über 90 %. Die Forscher verglichen die Transaktionsfrequenz zwischen Wallets, die Haltedauer und die Differenz bei den Transaktionspreisen und stellten fest, dass viele Orders zu Preisen unter einem Cent US-Dollar hin- und hergeschoben wurden, nicht um Gewinne zu erzielen, sondern um das „Aktivitätsvolumen“ künstlich zu erhöhen. Die Studie fasst zusammen: Wenn diese Anomalien nicht ausgeschlossen werden, führen alle Analysen, die auf Gesamtvolumen basieren, zu erheblichen Fehlinformationen.
Verzerrung der Anreizmechanismen
Das Forscherteam ist der Ansicht, dass die Designmerkmale von Polymarket – „anonyme Verifizierung“, „Null-Gebühren“ und die Nutzung von USDC-Stablecoins – zusammen mit Airdrops, Ranglisten und anderen Belohnungssystemen das Wash-Trading zu einer kostengünstigen und lukrativen Strategie machen. Im Vergleich zu traditionellen regulierten Börsen, die KYC-Anforderungen und Meldepflichten haben, erhöht das Fehlen solcher Kontrollen die Risiken. Harry Crane, Professor für Statistik an der Rutgers University, äußerte eine andere Meinung zu Wash-Trading und sagte in einem Interview, dass Manipulationen „übertrieben dargestellt werden könnten, sogar mit politischen Motiven“, allerdings konnte er keine empirischen Beweise gegen die Größenordnung des Wash-Tradings vorlegen.
Steht die Regulierung erneut unter Druck?
Der Zeitpunkt ist besonders sensibel. Im Jahr 2022 wurde Polymarket wegen Nichtregistrierung im Derivategeschäft mit einer Strafe von 1,4 Millionen US-Dollar durch die CFTC belegt; das Team arbeitet derzeit an einer Rückkehr in die USA und plant einen Token-Airdrop.
Weiterführende Informationen:
Polymarket hat einen Prognosemarkt für US-Börsennotierte Unternehmen („Trade Earning“) gestartet. Gleichzeitig sucht das Unternehmen nach einer Finanzierung mit einer Bewertung zwischen 12 und 15 Milliarden US-Dollar.
Diese Studie der Columbia University warnt potenzielle Investoren und hebt die Diskrepanz zwischen traditionellen Regulierungsrahmen und der anonymen, grenzüberschreitenden DeFi-Welt hervor. Die Studie empfiehlt, Algorithmen zur Erkennung verdächtiger Wallets aktiv einzusetzen, diese aus den Handels- und Belohnungsstatistiken auszuschließen und öffentlich zu kennzeichnen, um eine unabhängige Überprüfung durch Dritte zu ermöglichen. Diese Maßnahmen sind auch für andere DeFi-Projekte relevant, insbesondere bei Anwendungen, die ihre Nützlichkeit anhand des „Nutzungsvolumens“ demonstrieren. Für Prognosemärkte gilt: Ohne die Sicherstellung echter Daten ist kollektive Intelligenz nur leeres Gerede.
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DraftKings, ein Glücksspielunternehmen, drängt in den Prognosemarkt, während Polymarket als Clearingstelle kooperiert.
Der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Hasset, kündigte an, dass die Regierung voraussichtlich in dieser Woche wieder öffnen wird, und die Wetten auf Polymarket wenden sich schnell optimistisch.
〈Columbia-Studie: Ein Viertel des Polymarket-Handelsvolumens könnte „Fake-Volumen“ sein – Sind Prognosemärkte nur Rattenfänger?〉 Dieser Artikel wurde erstmals bei BlockTempo veröffentlicht, der einflussreichsten Blockchain-Nachrichtenseite.