In den USA ist kürzlich erneut eine Debatte um die Entbankung ((Debanking)) entbrannt. Personen aus dem Trump-Lager, Jack Mallers, CEO des Blockchain-Zahlungs-Start-ups Strike, sowie mehrere Krypto-Branchenteilnehmer haben JPMorgan ((JP Morgan)) vorgeworfen, unerwartet Konten zu schließen. Dies führte zu Zweifeln, ob Banken politische oder branchenspezifische Vorurteile haben. JPMorgan-CEO Jamie Dimon reagierte darauf ungewöhnlich öffentlich und betonte, dass Kontoschließungen nicht aus politischen oder religiösen Gründen erfolgen, sondern durch aktuelle Vorschriften erzwungen werden. Er enthüllte zudem, seit 15 Jahren für eine Reform des Systems zu plädieren.
Trump-Lager und Krypto-Unternehmen melden immer wieder Kontoschließungen – politische und branchenspezifische Bedenken nehmen zu
Vor Dimons Interview haben unter anderem Devin Nunes, CEO von Trump Media ((Trump Media)), Strike-CEO Jack Mallers und Houston Morgan, Marketingchef von ShapeShift, JPMorgan die Schließung von Konten oder die Verweigerung von Dienstleistungen vorgeworfen.
Einige zogen auch Verbindungen zu Ermittlungen des Sonderermittlers Jack Smith, der Finanzunterlagen anfordert, wodurch das Thema „Chokepoint 2.0“ erneut in den Fokus rückte.
(Strike-CEO verliert Konto bei JPMorgan, US-Senator warnt vor Wiederaufleben von Chokepoint 2.0)
Dimon dementiert: Kontoschließungen nicht aufgrund religiöser oder politischer Gründe
Dimon erklärte im neuesten Interview, dass die Vorwürfe nicht zutreffend seien. Er sagte:
„Alle sollten erwachsener sein und keine Geschichten erfinden. Wir schließen Konten nicht wegen religiöser oder politischer Ansichten. Wir haben bei Demokraten Konten geschlossen, bei Republikanern, bei Kunden unterschiedlicher Religionen – aber nie aus diesen Gründen.“
Dimon betonte, dass Kontoschließungen in der Regel auf gesetzlichen Vorgaben, Risikomanagement oder negativer Berichterstattung beruhen und nicht auf politischem oder religiösem Hintergrund.
Widerspruch gegen das aktuelle System seit Jahren – Dimon fordert seit 15 Jahren Reformen
Zur Kontoschließungsdebatte erklärte Dimon, dass er das derzeitige System eigentlich schon lange ablehne. Er sagte, die aktuellen Vorschriften verlangten von Banken, bei Verdacht auf Risiken, negativer Berichterstattung oder bestimmten Meldepflichten aktiv zu werden – das sei nicht im Sinne der Banken. Er erklärte:
„Diese Regeln sind wirklich nicht kundenfreundlich. Ich fordere seit 15 Jahren eine Änderung dieser Gesetze.“
Dimon begrüßte außerdem, dass die Trump-Regierung begonnen hat, das Problem der Kontoschließungen zu prüfen, und hält Reformen für sinnvoll.
Zusammenarbeit mit staatlichen Ermittlungen – Banken liefern Daten nicht freiwillig
Zu dem Vorwurf, Banken würden Informationen proaktiv an die Regierung weitergeben, stellte Dimon klar:
„Wir geben Daten nicht einfach auf Regierungsanfrage weiter. Wir tun dies nur, wenn wir eine gerichtliche Vorladung erhalten. Ich erfülle lediglich meine gesetzlichen Pflichten – ich stimme diesen Anforderungen nicht zu.“
Er ergänzte, dass Banken unabhängig von der jeweiligen Regierung immer denselben rechtlichen Prozessen folgen müssten, weshalb keine politische Parteilichkeit vorliege.
Beide Parteien machten Druck – Dimon fordert Ende der Politisierung
Dimon sagte, das Thema Kontoschließung werde zunehmend politisiert, und sowohl Demokraten als auch Republikaner hätten Druck auf Banken ausgeübt. Er sagte:
„Demokratische und republikanische Regierungen sind beide auf uns zugekommen – tut nicht so, als wäre das nur einseitig. Alle sollten zur Vernunft kommen und das Problem lösen, statt Banken in politische Scharmützel zu verwickeln.“
(Wall Street Journal: Trump plant Erlass zur Beendigung von Chokepoint 2.0, will Diskriminierung der Krypto-Branche durch Banken verhindern)
Dieser Artikel „JPMorgan Dimon: Aktuelle Vorschriften zwingen Banken zu Kontoschließungen – keine politischen oder religiösen Gründe“ erschien zuerst bei Chain News ABMedia.