Der Kryptowährungsmarkt könnte sich derzeit in einer Phase der neuen systemischen Risiken befinden. Ein aktueller Branchenbericht warnt davor, dass die Ausschluss von Unternehmen, die digitale Vermögenswerte als Kernbestandteil ihrer Bilanz im MSCI-Indexierungsregeln verwenden, einen Verkaufsdruck von bis zu 10 bis 15 Milliarden US-Dollar auslösen und den bereits angeschlagenen Kryptomarkt weiter belasten könnte.
Laut einer Studie von BitcoinForCorporations gibt es derzeit 39 Unternehmen, die von MSCI bewertet werden, deren marktkapitalisierte Aktien nach Streubesitzbereinigung zusammen über 110 Milliarden US-Dollar betragen. Sobald diese aus den global investierbaren Indizes ausgeschlossen werden, könnten passive Fonds, die diese Indizes nachverfolgen, gezwungen sein, ihre Positionen zu reduzieren, was zu einem geschätzten Kapitalabfluss von etwa 11,6 Milliarden US-Dollar führen könnte. Der Verkaufsdruck könnte in den nächsten drei Monaten anhalten.
Dabei ist Strategy (ehemals MicroStrategy) die potenziell am stärksten betroffene Einzelposition, deren Marktkapitalisierung etwa drei Viertel der Gesamtmarktkapitalisierung der betroffenen Unternehmen ausmacht. Analysten von JPMorgan schätzen, dass ein Wegfall der Indexqualifikation für Strategy einen Kapitalabfluss von bis zu 2,8 Milliarden US-Dollar bedeuten könnte, was diese Aktie zum Haupttreiber des aktuellen Verkaufsdrucks macht. Weitere bewertete Unternehmen sind Riot Platforms, Marathon Digital Holdings und Sharplink Gaming, typische Vertreter der Krypto-Concepts.
Derzeit überprüft MSCI seine Indexmethodik neu, wobei die zentrale Streitfrage darin besteht, ob Unternehmen, die digitale Vermögenswerte als Hauptbestandteil ihrer Bilanz führen, weiterhin in die Indizes aufgenommen werden dürfen. Diese Bewertung sollte ursprünglich bereits abgeschlossen sein, wurde aber auf den 15. Januar 2026 verschoben, um die endgültige Entscheidung bekannt zu geben.
Um potenzielle Auswirkungen zu minimieren, hat Strategy proaktiv den Dialog mit MSCI gesucht. Der Vorstandsvorsitzende Michael Saylor bestätigte, dass beide Seiten bis zum Stichtag Verhandlungen führen, um die endgültige Richtlinie zu beeinflussen. Gleichzeitig wächst innerhalb der Branche der Widerstand gegen den Vorschlag. Mehrere Analysten halten die ausschließliche Verwendung der Bilanzstruktur als Auswahlkriterium für zu mechanisch, da dies dazu führen könnte, dass Unternehmen, deren Fundamentaldaten, Einnahmen und Betrieb unverändert bleiben, dennoch passiv ausgeschlossen werden.
Auch Krypto-Asset-Managementfirmen wie Bitwise äußern öffentlich Bedenken, dass die Einführung subjektiver Bewertungen in den Indexregeln die Neutralität und Transparenz des Index beeinträchtigen könnte. Phong Le, CEO von Strategy, weist darauf hin, dass Unternehmen, die in Rohstoffe wie Öl investieren, nicht ähnlich behandelt werden, was auf eine deutliche Inkonsistenz in den Standards hinweist.
Insgesamt ist die MSCI-Rating-Anpassung zu einem bedeutenden potenziellen Einflussfaktor auf den Kryptomarkt geworden. Sollte die Policy umgesetzt werden, könnten die Preise der entsprechenden Aktien und Kryptowährungen vorübergehend unter Verkaufsdruck geraten. Der Markt sollte die daraus resultierenden Kettenreaktionen bei Indexentscheidungen im Voraus beobachten.
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