Amerikanischer parteiübergreifender Vorschlag legt steuerfreies Sicherheitsnetz für Stablecoins fest, erlaubt die Verzögerung der Besteuerung von Staking- und Mining-Belohnungen um fünf Jahre und stärkt die Regeln gegen Wash Sales, einschließlich Transaktionen unter 200 US-Dollar im Alltag.
Das US-Steuersystem für Kryptowährungen könnte eine bedeutende Anpassung erfahren. Zwei parteiübergreifende Abgeordnete haben kürzlich einen Gesetzesentwurf namens „Digital Asset PARITY Act“ vorgelegt, der darauf abzielt, ein „steuerfreies Sicherheitsnetz“ für den täglichen Gebrauch von Stablecoins einzurichten und einen Kompromiss hinsichtlich der Frage zu finden, wann Belohnungen für Staking besteuert werden sollen.
Der „Digital Asset PARITY Act“ wurde gemeinsam von Max Miller, einem republikanischen Abgeordneten aus Ohio, und Steven Horsford, einem demokratischen Abgeordneten aus Nevada, eingebracht. Beide sind Mitglieder des House Ways and Means Committee.
Seit langem werden in den USA alltägliche Käufe mit Kryptowährungen wie Kaffee als „Vermögensveräußerung“ betrachtet, wobei jede kleine Transaktion der Kapitalertragssteuer unterliegt. Dies stellt das größte Hindernis für den Eintritt von Kryptowährungen in den Zahlungsverkehr dar.
Der „Digital Asset PARITY Act“ schlägt daher vor, dass alle Zahlungen mit regulierten Stablecoins, die 1:1 an den US-Dollar gekoppelt sind, und bei denen der Einzelbetrag 200 US-Dollar nicht übersteigt, von der Kapitalertragssteuer befreit sind.
Dieses Design konzentriert sich hauptsächlich auf den „Zweck der Zahlung“ und nicht auf Investitionen. Der Entwurf macht auch deutlich, dass das steuerfreie Sicherheitsnetz nicht für Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen gilt. Makler und Händler sind ebenfalls nicht von der Befreiung umfasst.
Um die Bedingungen für das Sicherheitsnetz zu erfüllen, müssen Stablecoins von einer durch das „GENIUS Act“ autorisierten Institution ausgegeben werden, ausschließlich an den US-Dollar gekoppelt sein und in den letzten 12 Monaten an mindestens 95 % der Handelstage eine Preisvolatilität von maximal 1 % um den Wert von 1 US-Dollar aufweisen.
Der Entwurf weist darauf hin, dass Gesetzgeber noch prüfen, ob eine jährliche Gesamthandelsobergrenze festgelegt werden soll, um Missbrauch bei der Steuervermeidung zu verhindern.
Der am meisten beachtete Punkt des „Digital Asset PARITY Act“ betrifft die „Besteuerung von Mining- und Staking-Belohnungen“. Dies ist seit langem ein kontroverses Thema in der US-Krypto-Steuerpolitik, sowohl politisch als auch praktisch.
Laut den vom IRS während der Biden-Regierung wiederholten Richtlinien gelten Mining- und Staking-Belohnungen bei „Erhalt“ als Einkommen, was häufig dazu führt, dass Investoren Steuern zahlen müssen, bevor sie die Belohnungen überhaupt erhalten haben. Dies hat in der Branche zu erheblichen Protesten geführt.
Der Gesetzesentwurf bietet eine Kompromisslösung: Steuerpflichtige dürfen die Meldung um 5 Jahre aufschieben. Nach Ablauf dieser Frist wird der Wert zum damaligen Marktpreis als reguläres Einkommen versteuert.
Während auf der Zahlungsebene eine Fristverlängerung gewährt wird, tendiert der Entwurf auf Transaktionsebene dazu, die Regelungen der traditionellen Finanzbranche zu übernehmen und Steuervermeidungsmöglichkeiten zu schließen:
Außerdem können professionelle Händler die „Tagesbewertung zum Marktpreis (mark-to-market)“ Methode wählen; bei Kryptowerten mit einem Marktwert von über 10 Milliarden US-Dollar, die an wohltätige Organisationen gespendet werden, entfällt die Bewertungspflicht.
Der „Digital Asset PARITY Act“ stellt auch klar, dass passive, auf Protokollebene durchgeführte Staking-Aktivitäten von Investmentfonds nicht als Transaktionen oder Geschäftstätigkeiten angesehen werden sollten, um zusätzliche Steuerbelastungen zu vermeiden.
Laut Entwurf gilt das steuerfreie Sicherheitsnetz für Stablecoins ab dem Steuerjahr, das nach dem 31. Dezember 2025 beginnt. Max Miller erwartet, dass der gesamte Gesetzesentwurf vor August 2026 verabschiedet werden könnte.