Asset-Tokenisierung wird als die seltene Schnittstelle zwischen traditionellem Finanzwesen und Kryptowährungsmärkten angesehen. Welche Blockchain letztendlich den Sieg davontragen wird, ist ebenfalls Gegenstand intensiver Diskussion. Allerdings ist Dragonfly-Partner Rob Hadick der Meinung, dass dieser Wettbewerb nicht wie damals bei Facebook und MySpace ein Entweder-oder ist, sondern die Zukunft „beider Facebooks“ bedeutet.
Angesichts des Anstiegs der On-Chain-Wirtschaftsaktivitäten und der vielfältigen Anwendungsszenarien kann jede Blockchain jeweils globale Asset-Flüsse tragen. Ethereum und Solana werden in unterschiedlichen Bereichen jeweils florieren.
Der Gewinner ist keine Einzelauswahl: Die Tokenisierungs-Agenda wird sich von Web2-Wettbewerbsmodellen unterscheiden
Kürzlich in einem CNBC Squawk Box Interview äußerte Rob Hadick, dass das „Winner-takes-all“-Web2-Wettbewerbsmodell abgelehnt wird. Er betonte, dass mit der On-Chain-Asset-Registrierung, automatisierten Transaktionen und nachhaltigen Verträgen die Tokenisierungsmarktgröße die Kapazitäten einzelner Plattformen oder Infrastrukturen bei weitem übersteigen wird:
Wenn du glaubst, dass in Zukunft die meisten Assets tokenisiert werden, kann es nicht nur eine Blockchain geben.
Er ist der Ansicht, dass der Markt selbst hoch skalierbar ist und dass Blockchains nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern vielmehr wie verschiedene Finanzinfrastrukturen miteinander verbunden und ergänzend wirken.
(Wie die Zukunft der Tokenisierung die On-Chain-Kredite ermöglicht: Warum Forscher 2026 als Wendepunkt für DeFi sehen)
Gemeinsame Entwicklung: Ethereum beherrscht die Kernfinanzen, Solana sorgt für Hochgeschwindigkeits-Transaktionen
Hadick analysiert, dass das Hauptvolumen der On-Chain-Wirtschaft derzeit auf Ethereum liegt. Die meisten Stablecoins, DeFi-Protokolle und institutionellen Assets basieren auf Ethereum, was es zum Kernnetzwerk des Finanzsystems macht. Im Hinblick auf Transaktionsvolumen hat Solana eine völlig andere Position eingenommen: höhere Durchsatzraten, günstigere Gas-Gebühren und bessere Eignung für Massenanwender und Hochfrequenzhandel.
Dennoch zeigen die Daten, dass beide noch deutliche Unterschiede aufweisen: Der Wert der tokenisierten Assets auf Ethereum beträgt etwa 12,5 Milliarden US-Dollar, auf Solana sind es 830 Millionen US-Dollar, was einem Anteil von 66,1 % bzw. 4,4 % entspricht.
Benutzer werden chainübergreifend agieren, Plattformen ebenfalls: Echte Fallbeispiele beschleunigen die Multi-Chain-Realität
Das gleichzeitige Bestehen mehrerer Chains ist nicht nur Theorie, sondern wird durch Marktverhalten bestätigt. Ein Beispiel ist die auf Ethereum basierende Sportspielplattform Sorare, die nach sechs Jahren nun den Umzug zu Solana ankündigte, um die Transaktionsgeschwindigkeit und Effizienz für Spiele und konsumorientierte Anwendungen zu verbessern.
Dennoch erkennt Sorare-CEO die nachhaltigen Werte und das Vertrauen in Ethereum an und sieht den Umzug als Upgrade, nicht als Flucht.
(On-Chain-Nasdaq formiert sich, Solana mit 3,6 Milliarden US-Dollar Gesamt-Sperrwert, Eröffnung eines neuen Blue Ocean für DEX-Kreditmärkte)
Eine größere Multi-Chain-Zukunft: Neue Chains haben weiterhin Raum für Marktanteile
Hadick weist abschließend darauf hin, dass die Zukunft im Trend der Asset-Tokenisierung nicht nur aus den oben genannten zwei Blockchains bestehen wird, sondern „Multi-Chain“-Koexistenz bedeutet. Sowohl alte als auch neue Layer-1-Blockchains haben die Chance, in Nischenmärkten Fuß zu fassen und bestimmte Anwendungs- oder Circulationsszenarien zu dominieren.
Für ihn wird die Verteilung der Blockchains nicht von Markenpräferenzen bestimmt, sondern durch den Markt, der je nach Bedarf und Gegebenheiten die passenden Lösungen auswählt. Letztlich wird es wie im Finanzsystem verschiedene Infrastrukturebenen geben, die unterschiedliche Assets, Nutzer und Transaktionen abdecken, sodass der Wettbewerb in Spezialisierung und Arbeitsteilung mündet, nicht in Aussonderung.
Dieser Artikel: Welche Blockchain wird im Tokenisierungsnarrativ gewinnen? Dragonfly VC: Die Antwort ist kein Entweder-oder. Er erschien zuerst bei Chain News ABMedia.