Buterin argumentiert, dass die Kontrollen und Gleichgewichte, die historisch gesellschaftliche Kräfte in Schach gehalten haben, nicht mehr vorhanden sind. Sie sind im Laufe des 21. Jahrhunderts schließlich zusammengebrochen.
Der kanadische Wunderkind hat den raschen technologischen Fortschritt und die Automatisierung zitiert, um zu argumentieren, dass Skaleneffekte es mächtigen Akteuren ermöglichen, die Kontrolle in einem beispiellosen Tempo zu konsolidieren.
Seine vorgeschlagene Lösung ist ein Konzept, das er “verpflichtende Diffusion” nennt. Die Strategie besteht darin, Offenheit und Interoperabilität in geschlossene Systeme zu erzwingen.
Buterin charakterisiert die moderne Ära als einen “dichten Dschungel”. Die Hauptquellen des Fortschritts sind zu Quellen der Angst geworden.
Er argumentiert, dass Regierungen als neutrale Spielfelder agieren müssen, anstatt aktive Teilnehmer zu sein, die Gewinner auswählen.
Gleichzeitig hat Buterin eine beunruhigende Veränderung im Silicon Valley beobachtet. Er hat festgestellt, dass Tech-Führer, die einst stark libertäre Ansichten hatten, jetzt aktiv daran arbeiten, so viel Regierungsmacht wie möglich zu erlangen.
Der Kern von Buterins Argumentation ist, dass man sich nicht mehr auf natürlichen Reibungspunkte verlassen kann, um eine totale Zentralisierung zu verhindern. Daher besteht ein dringender Bedarf, Diffusion gezielt zu steuern.
Er hat “adversariale Interoperabilität” als einen Schlüsselmechanismus erwähnt. Dabei geht es darum, Werkzeuge zu schaffen, die in bestehende Plattformen eingreifen, ohne die Erlaubnis der Schöpfer einzuholen. Buterin hat mehrere Beispiele genannt, die für den Web3-Geist relevant sind. Diese Beispiele umfassen Schnittstellen, die Inhalte anders filtern als die beabsichtigte Funktion der Host-Plattform (zum Beispiel Werbeblocker oder KI-Filter) und Systeme, die Wertübertragungen ohne Abhängigkeit von zentralisierten finanziellen Engpässen ermöglichen.
Sci-Hub wurde als Werkzeug genannt, das Fairness in der Wissenschaft durch verpflichtende Diffusion durchgesetzt hat.
“Das Dilemma: Wie können wir im 21. Jahrhundert eine blühende Zivilisation haben… ohne extreme Konzentration von Macht?” fragt Buterin. “Die Lösung: mehr Diffusion vorschreiben.”
Buterin fordert eine Synthese von Moralvorstellungen: eine, die Akteure dazu ermutigt, wirkungsvoll zu sein, während sie verhindert, dass sie hegemonial werden.
Bemerkenswert ist, dass er das auf Ethereum basierende Liquid Staking-Protokoll Lido als Beispiel anführt. Trotz des Besitzes von etwa 24 % der gestakten ETH argumentiert Buterin, dass Lido weniger gefürchtet wird als eine zentralisierte Einheit gleicher Größe, aufgrund seiner internen Struktur.
“Lido ist kein einzelner Akteur: Es ist eine intern dezentralisierte DAO mit mehreren Dutzend Betreibern”, schreibt Buterin, fügt aber hinzu, dass die Gemeinschaft wachsam bleibt, damit Lido nicht die Mehrheit der Stake kontrolliert.
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