
Fundstrat Forschungsleiter Tom Lee sagte bei CNBC, dass 2026 möglicherweise ein Bullenmarkt kommen könnte, wobei der Schlüssel darin liegt, dass der ISM Manufacturing PMI nahe an der 50er Marke liegt. Dieser Index lag drei Jahre in Folge unter 50, zuletzt bei 47,9. Sobald er die 50 überschreitet, tritt die Wirtschaft in eine Expansionsphase ein, was risikobehaftete Anlagen begünstigt. Die Erholung des ISM im Jahr 2020 hat den Bitcoin-Anstieg bestätigt.
Der ISM Manufacturing Purchasing Managers Index (PMI) ist seit über drei Jahren unter 50 geblieben, was auf eine Schrumpfung der Fertigungsindustrie hinweist und die Aktivität in diesem Sektor schwach erscheinen lässt. Die neuesten PMI-Daten werden heute später veröffentlicht, zuvor lag der Wert bei 47,9. Obwohl dieser Wert nahe an 50 ist, befindet er sich noch im Kontraktionsbereich, was auf rückläufige Bestellungen, sinkende Kapazitätsauslastung und schwaches Investitionsinteresse der Unternehmen hindeutet.
Wenn der PMI über 50 steigt, sieht die Lage anders aus. Die Wirtschaft tritt in eine Expansionsphase ein, das Geschäftsklima verbessert sich, Kapital fließt wieder, die defensive Haltung der Investoren lockert sich und die Risikobereitschaft steigt. Tom Lee führt diese Veränderung auf den Anstieg des Bitcoin zurück. Historisch sind risikobehaftete Anlagen in Expansionsphasen effektiver. Bitcoin profitiert zudem von seinem Liquiditätsvorteil. Der Zufluss institutioneller Gelder nimmt zu, und langfristiges Kapital beginnt, in den Markt zu strömen.
Die Bedeutung des PMI liegt in seiner Vorlaufzeit. Der Manufacturing PMI führt das BIP-Wachstum meist um mehrere Quartale an, da Auftragslage und Produktionsplanung die zukünftige wirtschaftliche Aktivität widerspiegeln. Wenn der PMI von Kontraktion zu Expansion wechselt, deutet dies oft auf das Ende des Wirtschaftsabschwungs hin und signalisiert eine bevorstehende Erholung. Für Investoren in risikobehaftete Anlagen ist dies ein Frühwarnzeichen für eine Positionierung.
Erhöhte Unternehmensinvestitionen: Die Expansion der Fertigung führt zu mehr Gerätekäufen und Kapazitätserweiterungen, was die Kapitalausgaben steigen lässt.
Verbesserter Arbeitsmarkt: Mehr Aufträge führen zu mehr Einstellungen, steigende Löhne erhöhen die Konsumkraft.
Wiedergewonnene Risikobereitschaft: Die wirtschaftliche Expansion nimmt die Angst vor Rezessionen, Investoren wechseln von Verteidigungs- zu Angriffspositionen.
Lockerere Liquiditätslage: Die Fed könnte ihre expansive Geldpolitik fortsetzen, was risikobehaftete Anlagen begünstigt.
Historische Daten stützen Tom Lees Sichtweise. Nach dem Tiefpunkt des PMI im Jahr 2020 infolge der Pandemie erholte sich der Index, woraufhin der Bitcoin-Preis stark anstieg. Die Marktperformance 2020–2021 basierte auf Expansionsindikatoren, wobei die Risikobereitschaft der Anleger dominierte. Diese Historie zeigt eine klare Kausalität: PMI-Erholung → Erwartete wirtschaftliche Expansion → Liquiditätsausweitung → Boom bei risikobehafteten Anlagen.
Im April 2020 erreichte der PMI mit 41,5 den Tiefstand seit der Finanzkrise 2008. Unter der beispiellosen Geldpolitik der Fed und fiskalischen Stimuli erholte sich der PMI rasch, überschritt im Juli die 50er Marke und erreichte im November 57,5. Während dieses Prozesses stieg Bitcoin von einem Tief bei 3.800 USD im März auf 69.000 USD im November 2021, eine Steigerung von über 1.700 %.
Diese Korrelation ist kein Zufall. Wenn der PMI auf Expansion zeigt, verbessern sich die Gewinnprognosen der Unternehmen, und Investoren sind bereit, höhere Risiken einzugehen. Bitcoin, als Asset mit hohem Beta, erzielt in Phasen steigender Risikobereitschaft oft Überrenditen. Zudem hält die Fed während der Expansionsphase meist eine lockere Geldpolitik aufrecht, was die Liquidität für Bitcoin erhöht.
Lee nennt mehrere positive Faktoren. Die expansive Geldpolitik dürfte weiterlaufen und wird auch auf institutioneller Ebene vorangetrieben. Die Zahl der globalen Krypto-Halter ist noch gering, was Raum für weiteres Wachstum lässt. Wenn der PMI die 50er Marke überschreitet und die Fed gleichzeitig die Zinsen senkt, ergibt sich eine perfekte Kombination, die ein ideales makroökonomisches Umfeld für Bitcoin schafft.
Tom Lee glaubt, dass 2026 viele positive Entwicklungen bringen wird. Er äußerte diese Ansicht kürzlich in einem CNBC-Video, die Botschaft ist klar: Das makroökonomische Umfeld könnte sich in naher Zukunft verändern. Die langfristige Haltung der Aktionäre ist vernünftig, da der PMI von Händlern genau beobachtet wird. Viele sehen darin einen der Auslöser für die makroökonomische Entwicklung.
Seine Erwartung für 2026 basiert auf makroökonomischen Daten. Das Wachstum des PMI könnte zum Wendepunkt werden, von dem Bitcoin und andere risikobehaftete Anlagen profitieren. Obwohl noch Bestätigung aussteht, ist die aktuelle Lage vielversprechend. Die Krypto-Community reagiert positiv, die Investoren sind gespannt.
Doch auch die optimistische Prognose von Lee birgt Risiken. Erstens ist ein Überschreiten des PMI über 50 keine Garantie; falls die Fertigungsindustrie weiterhin schwach bleibt, entfällt dieser Katalysator. Zweitens, selbst bei Überschreiten, könnte eine steigende Inflation die Fed zwingen, die Geldpolitik zu straffen, was risikobehaftete Anlagen belasten würde. Drittens steigen die geopolitischen Risiken weltweit: Trumps Zölle und militärische Spannungen könnten systemische Risiken auslösen, die selbst bei einer Expansion des PMI nicht vollständig ausgeglichen werden.