
Hong Kong veröffentlicht den Rahmen für die Meldung von Krypto-Assets (CARF) und die überarbeitete CRS-Öffentlichkeitsberatung, und startet „CRS 2.0“. Virtuelle Börsen, Broker und Krypto-ATMs müssen Nutzerinformationen an die Steuerbehörden melden. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 100.000 HKD, bei Nichtdurchführung der Sorgfaltspflichten werden pro Konto 1.000 HKD verhängt. Seit 2018 setzt Hong Kong CRS um, und CARF wird die Grauzone bei Krypto-Assets beenden.
Mit der rasanten Entwicklung des Marktes für Krypto-Assets und virtuelle Währungen weltweit reicht der ursprüngliche CRS-Rahmen nicht mehr aus, um alle Transaktionsformen abzudecken. Daher hat die OECD im Jahr 2023 CARF offiziell veröffentlicht, als ein spezieller Mechanismus für den automatischen Informationsaustausch bei Krypto-Asset-Transaktionen. Nach dem Design von CARF werden die Rechtsordnungen jährlich automatisch Informationen über Krypto-Asset-Transaktionen austauschen.
Die berichtspflichtigen Stellen sind die Anbieter von Krypto-Asset-Diensten (Reporting Crypto-Asset Service Providers, RCASP), darunter Handelsplattformen, Broker, Krypto-ATM-Betreiber und Verwahrungsdienste. Die Austauschpartner sind die Steuerbehörden der Nutzer und deren steuerliche Ansässigkeitsorte. Das bedeutet, wenn du in Hong Kong steuerlich ansässig bist, aber Kryptowährungen an einer Börse in Singapur hältst, muss die singapurische Börse deine Transaktionsdaten an die hongkongische Steuerbehörde melden.
In der Definition wird „Krypto-Asset“ als digitale Wertdarstellung verstanden, die auf einer dezentralen Buchführung oder ähnlicher Technologie basiert, die Transaktionen verifiziert. Grundsätzlich umfasst dies homogene Token und kann unter bestimmten Bedingungen auch einige nicht-homogene Token (NFTs) einschließen. Wichtig ist, dass Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC) und bestimmte elektronische Geldprodukte (SEMP) in der Regel nicht unter CARF fallen, sondern durch die überarbeitete CRS gemeldet werden.
Diese Klassifizierungslogik lautet: CBDC und SEMP sind näher an traditionellem Geld und Bankeinlagen, daher fallen sie unter die überarbeitete CRS. Bitcoin, Ethereum und andere dezentrale Krypto-Assets fallen unter CARF. Dieses Dual-Track-System stellt sicher, dass sowohl zentralisierte als auch dezentralisierte digitale Vermögenswerte der Steuerberichterstattung unterliegen.
CARF-Abdeckung: Dezentrale Krypto-Assets (BTC, ETH, Stablecoins etc.), gemeldet durch Börsen, Wallets und andere RCASP
Überarbeitete CRS-Abdeckung: Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC) und bestimmte elektronische Geldprodukte, gemeldet durch Finanzinstitute
Meldungspflichtige Stellen: Handelsplattformen, Broker, Krypto-ATMs, Verwahrungsanbieter etc.
Austauschpartner: Steuerbehörden des Steuerwohnsitzes der Nutzer, um eine globale Verfolgung zu ermöglichen
Neben den inhaltlichen Änderungen zielt die Konsultation auch auf die Umsetzung der Empfehlungen der OECD im Peer Review der zweiten CRS-Runde ab. Das Meldepflichtsystem verlangt, dass alle qualifizierten RCASP und RFI, unabhängig davon, ob sie letztlich Konten besitzen, sich auf der elektronischen Plattform der Steuerbehörde registrieren, um die Überwachung zu verbessern.
Die Strafen werden insgesamt verschärft: Bei Verstößen gegen Sorgfaltspflichten oder Meldepflichten sollen Bußgelder pro betroffenem Konto berechnet werden (z.B. 1.000 HKD pro Konto oder insgesamt 10.000 HKD, je nachdem, was höher ist). Bei vorsätzlicher Falschmeldung mit Betrugsabsicht droht eine Geldstrafe von bis zu 100.000 HKD. Es wird vorgeschlagen, administrative Sanktionen als Alternative zu strafrechtlicher Verfolgung einzuführen, um die Durchsetzung zu verbessern.
Dieses Strafmaß ist progressiv gestaltet: Hat eine Börse 1.000 Hongkonger Nutzerkonten, die nicht gemeldet wurden, kann die Strafe bis zu 1 Million HKD betragen. Für große Plattformen könnten die Bußgelder in die Millionen gehen, was erheblichen Druck auf die Einhaltung ausübt. Die Höchststrafe von 100.000 HKD richtet sich gegen böswillige Fälscher, deren strafrechtliche Verantwortlichkeit direkt die persönliche Freiheit der Führungskräfte bedroht.
Seit 2018 tauscht Hong Kong im Rahmen des OECD CRS jährlich automatisch Kontoinformationen mit anderen Steuerjurisdiktionen aus. Diese Daten werden hauptsächlich für Steuerbewertungen sowie zur Identifikation und Bekämpfung grenzüberschreitender Steuerhinterziehung genutzt. Auf internationaler Ebene gilt CRS als zentrales Instrument für den automatischen Informationsaustausch und ist eine Säule der globalen Steuertransparenz. Hong Kong hat stets seine Unterstützung für die internationale Zusammenarbeit im Steuerbereich bekräftigt und beteiligt sich aktiv.
Die Aktualisierung von CARF und CRS ist ein unvermeidlicher Schritt im internationalen Trend und eine strukturelle Erweiterung sowie Ergänzung des bestehenden internationalen Steuertransparenzrahmens Hong Kongs. Krypto-Assets werden nicht mehr als Ausnahmen außerhalb des traditionellen Finanzsystems betrachtet, sondern schrittweise in den automatischen Informationsaustausch integriert, vergleichbar mit Bankkonten und Finanzanlagen.
Für den Markt bedeutet dies: Es geht nicht mehr nur um die Frage „Ob melden“, sondern vielmehr um „Wann melden“, „Wer meldet“, „Welche Informationen“ und „Nach welchen Standards“. Die weit verbreitete Praxis, CRS zu umgehen und eine vollständige Nichtmeldung anzustreben, ist unverantwortlich, unprofessionell und aussichtslos. Das Risiko, Kundenvermögen zu riskieren, widerspricht professionellen Grundsätzen. Einhaltung der Vorschriften ist die einzige langfristige Lösung für die Entwicklung von Krypto-Assets in Hong Kong.