Wie überleben Web3-Projekte, die zu 99 % keinen Gewinn erzielen?

PANews
HYPE0,95%
PUMP-7,11%

Verfasser: Ryan Yoon, Tiger Research

Übersetzt: Saoirse, Foresight News

99% der Web3-Projekte erzielen keine Cash-Einnahmen, dennoch investieren viele Unternehmen monatlich enorme Summen in Marketing und Events. Dieser Artikel untersucht die Überlebensregeln dieser Projekte und die Wahrheit hinter dem „Geldverbrennen“.

Kernaussagen

99% der Web3-Projekte haben keinen Cashflow, ihre Kosten werden durch Token und externe Finanzierungen gedeckt, nicht durch Produktverkäufe.

Frühe Listung (Token-Emission) führt zu einem plötzlichen Anstieg der Marketingausgaben und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit des Kernprodukts.

Das angemessene Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Top 1% Projekte beweist, dass die restlichen Projekte keine echte Wertgrundlage haben.

Frühe Token-Generierungsereignisse (TGE) ermöglichen es Gründern, unabhängig vom Erfolg des Projekts „Exit“ zu machen, was zu einer verzerrten Marktdynamik führt.

Das „Überleben“ von 99% der Projekte basiert im Wesentlichen auf einem Systemfehler, das auf Investorenverlusten statt auf Unternehmensgewinnen beruht.

Voraussetzung für das Überleben: Nachweisbare Einnahmefähigkeit

„Die Voraussetzung für das Überleben ist eine nachweisbare Einnahmefähigkeit“ – dies ist die wichtigste Warnung im aktuellen Web3-Bereich. Mit wachsender Marktreife verfolgen Investoren nicht mehr blind die vagen „Visionen“. Wenn ein Projekt keine echten Nutzer und tatsächliche Verkaufszahlen vorweisen kann, werden Token-Inhaber schnell verkaufen und das Projekt verlassen.

Das zentrale Problem ist die „Kapitalumschlagsdauer“, also die Zeit, die ein Projekt ohne Gewinn aufrechterhalten kann. Selbst ohne Umsätze müssen monatlich fixe Kosten wie Gehälter und Servergebühren gedeckt werden, und Teams ohne Einnahmen haben kaum legale Wege, Betriebskapital zu sichern.

Finanzierungskosten bei fehlenden Einnahmen:

Doch dieses „Weiterleben durch Token und externe Finanzierungen“ ist nur eine Übergangslösung. Vermögenswerte und Token-Angebote haben klare Obergrenzen. Letztlich müssen Projekte, die alle Finanzierungsquellen aufgebraucht haben, entweder den Betrieb einstellen oder sich stillschweigend vom Markt zurückziehen.

Web3-Umsatzranking, Quelle: token terminal und Tiger Research

Diese Krise ist weit verbreitet. Laut Token Terminal-Daten haben weltweit nur etwa 200 Web3-Projekte in den letzten 30 Tagen Umsätze von mindestens 0,10 USD erzielt.

Das bedeutet, 99% der Projekte sind nicht einmal in der Lage, ihre Grundkosten zu decken. Kurz gesagt: Fast alle Krypto-Projekte haben die Machbarkeit ihres Geschäftsmodells noch nicht bestätigt und befinden sich im schleichenden Niedergang.

Hochbewertungsfalle

Diese Krise war in vielerlei Hinsicht vorhersehbar. Die meisten Web3-Projekte gehen nur auf Basis einer „Vision“ an die Börse (Token-Emission), ohne dass ein echtes Produkt existiert. Das steht im krassen Gegensatz zu traditionellen Unternehmen – diese müssen vor dem Börsengang (IPO) ihre Wachstumsfähigkeit nachweisen; im Web3-Bereich hingegen müssen Teams erst nach der Listung (TGE) beweisen, dass die hohen Bewertungen gerechtfertigt sind.

Doch Token-Inhaber warten nicht unbegrenzt. Mit täglich neuen Projekten, die auf den Markt drängen, verkaufen Inhaber schnell, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden. Das setzt den Token-Preis unter Druck und bedroht das Überleben des Projekts. Daher investieren die meisten Projekte mehr in kurzfristiges Hype-Marketing als in langfristige Produktentwicklung. Offensichtlich ist, dass ohne echte Wettbewerbsfähigkeit auch intensives Marketing scheitert.

Hier gerät das Projekt in die „Zwickmühle“:

Wenn nur auf Produktentwicklung fokussiert wird: Es erfordert viel Zeit, während derer das Interesse am Markt nachlassen und die Kapitalumschlagsdauer sich verkürzen kann;

Wenn nur auf kurzfristigen Hype gesetzt wird: Das Projekt wird hohl und ohne echte Wertgrundlage.

Beide Wege führen letztlich zum Scheitern – das Projekt kann seine anfängliche hohe Bewertung nicht rechtfertigen und kollabiert.

Durch die Top 1% die Wahrheit der 99% erkennen

Dennoch gibt es 1% der Top-Projekte, die durch enorme Umsätze die Machbarkeit des Web3-Modells beweisen.

Wir können anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (PER) der führenden profitablen Projekte wie Hyperliquid, Pump.fun usw. deren Wert beurteilen. Das PER berechnet sich als „Marktkapitalisierung ÷ Jahresumsatz“ und zeigt, ob die Bewertung eines Projekts im Verhältnis zu seinen tatsächlichen Einnahmen angemessen ist.

PER-Vergleich: Top Web3-Projekte (2025):

Hinweis: Der Umsatz von Hyperliquid basiert auf einer annualisierten Schätzung seit Juni 2025.

Daten zeigen, dass die PERs profitabler Projekte zwischen 1 und 17 liegen. Im Vergleich zum durchschnittlichen PER von etwa 31 beim S&P 500 sind diese Top-Web3-Projekte entweder „unterbewertet im Vergleich zum Umsatz“ oder „haben eine äußerst gute Cashflow-Situation“.

Top-Projekte mit tatsächlichen Einnahmen können ein vernünftiges KGV aufrechterhalten. Diese Tatsache macht die Bewertungen der verbleibenden 99% der Projekte umso fragwürdiger – sie beweist direkt, dass die hohen Bewertungen auf dem Markt meist keine echte Wertgrundlage haben.

Kann dieser verzerrte Kreislauf durchbrochen werden?

Warum Projekte ohne Umsätze weiterhin Milliardenbewertungen halten können? Für viele Gründer ist die Produktqualität nur zweitrangig – die verzerrte Struktur von Web3 macht „schnellen Exit“ leichter als den Aufbau eines echten Unternehmens.

Das Beispiel von Ryan und Jay erklärt genau das: Beide starteten AAA-Spieleprojekte, endeten aber völlig unterschiedlich.

Unterschiede bei den Gründern: Web3 vs. traditionelles Modell

Ryan: TGE wählen, tiefgehende Entwicklung aufgeben

Er wählte einen Weg, der auf „Profitabilität“ fokussiert: Vor dem Launch des Spiels sammelte er durch den Verkauf von NFTs frühe Gelder; anschließend, während das Produkt noch in einer groben Entwicklungsphase war, veranstaltete er nur mit einer aggressiven Roadmap eine Token-Generation (TGE) und brachte es auf einem mittelgroßen Exchange an die Börse.

Nach dem Börsengang hielt er den Token-Preis durch Hype aufrecht, um Zeit zu gewinnen. Obwohl das Spiel letztlich verschoben wurde, war die Produktqualität miserabel, und die Inhaber verkauften alles. Ryan trat schließlich zurück mit der Begründung „Verantwortung übernehmen“, doch er war der eigentliche Gewinner dieses Spiels—

Oberflächlich tat er so, als würde er sich auf die Arbeit konzentrieren, während er in Wirklichkeit mit hohem Gehalt arbeitete und durch den Verkauf entsperrter Token enorme Gewinne erzielte. Unabhängig vom Erfolg oder Misserfolg des Projekts hat er schnell Vermögen aufgebaut und den Markt verlassen.

Jay: Traditioneller Weg, Fokus auf Produkt

Er priorisierte die Produktqualität vor kurzfristigem Hype. Doch die Entwicklung eines AAA-Spiels dauert Jahre. Während dieser Zeit ging ihm das Geld aus, und er geriet in eine „Kapitalkrise“.

Im traditionellen Modell müssen Gründer erst nach Markteinführung und Verkauf echte Gewinne erzielen. Jay sammelte zwar durch mehrere Finanzierungsrunden Kapital, doch letztlich, aufgrund von Geldmangel, stellte er das Projekt vor Fertigstellung ein. Im Gegensatz zu Ryan erzielte er keinen Profit und hinterließ Schulden sowie eine gescheiterte Bilanz.

Wer ist der wahre Gewinner?

Beide Fälle brachten keine erfolgreichen Produkte hervor, doch der Gewinner ist klar: Ryan hat durch die verzerrte Bewertungssystematik von Web3 Vermögen aufgebaut, während Jay alles verlor, während er versuchte, ein hochwertiges Produkt zu entwickeln.

Das ist die bittere Realität des aktuellen Web3-Marktes: Überhöhte Bewertungen für einen schnellen Exit zu nutzen, ist viel einfacher als ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen; am Ende tragen die Investoren die Kosten dieses „Scheiterns“.

Original anzeigen
Disclaimer: The information on this page may come from third parties and does not represent the views or opinions of Gate. The content displayed on this page is for reference only and does not constitute any financial, investment, or legal advice. Gate does not guarantee the accuracy or completeness of the information and shall not be liable for any losses arising from the use of this information. Virtual asset investments carry high risks and are subject to significant price volatility. You may lose all of your invested principal. Please fully understand the relevant risks and make prudent decisions based on your own financial situation and risk tolerance. For details, please refer to Disclaimer.
Kommentieren
0/400
Keine Kommentare