Vitalik: 2026 ist das Jahr, in dem Ethereum die „Selbstsouveränität und Dezentralisierung“ zurückerobert

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Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat auf X eine Erklärung veröffentlicht, in der er das Jahr 2026 als das Jahr bezeichnet, in dem Ethereum „die Selbstsouveränität und den Trustlessness zurückerobert“ wird, und hebt hervor, dass die Infrastruktur in den letzten zehn Jahren zunehmend zentralisiert wurde.
(Vorgeschichte: Ethereum-Staking auf Rekordhoch „nahezu 30 % des Angebots“ ist bereits gesperrt, Bitmine stake erneut 150.000 ETH)
(Hintergrund: Italienische Zentralbank-Simulation: Was passiert, wenn Ethereum auf null fällt?)

Inhaltsverzeichnis

  • Vom Vollknoten zu RPC-Privatsphäre: Weniger blindes Vertrauen in Mittelsmänner
  • Wallet-Design und Privacy UX
  • Die „Rückschritte“ der letzten zehn Jahre
  • Keine Kompromisse mehr – Ethereum verdient seinen Platz

Vitalik Buterin schrieb heute (17) auf X, dass 2026 das Jahr sein wird, in dem Ethereum „die Selbstsouveränität und Trustlessness zurückerobert“. Er nennt explizit die Bereiche Vollknoten, Privatsphäre-Mechanismen, Wallet-Design und Benutzeroberflächen, in denen die Ethereum-Ökosysteme in den letzten zehn Jahren zu viele Kompromisse zugunsten von Bequemlichkeit und Zentralisierung eingegangen sind. Der Kurs soll nun umgekehrt werden.

2026 ist das Jahr, in dem wir verlorenen Boden in Bezug auf Selbstsouveränität und Trustlessness zurückgewinnen.

Einige praktische Bedeutungen:

Vollknoten: Dank ZK-EVM und BAL wird es wieder einfacher, einen Knoten lokal auf dem eigenen Computer zu betreiben und die Ethereum-Chain selbst zu verifizieren.…

— vitalik.eth (@VitalikButerin) 16. Januar 2026

Vom Vollknoten zu RPC-Privatsphäre: Weniger blindes Vertrauen in Mittelsmänner

Vitalik listet in seinem Beitrag mehrere Schlüsseltechnologien auf, die konkrete Wege zur „Rückeroberung der Selbstsouveränität“ darstellen. Er erwähnt zunächst Vollknoten (full nodes) und glaubt, dass mit der Weiterentwicklung von ZK-EVM und BAL das lokale Verifizieren der Ethereum-Daten auf dem eigenen Rechner sowie das „Selbstbetreiben“ eines Knotens wieder einfacher werden, ohne vollständig auf externe Dienste angewiesen zu sein.

Außerdem nennt er Helios als Beispiel und betont, dass Nutzer nicht mehr blind den Daten eines entfernten RPC-Servers vertrauen sollten, sondern die Blockchain-Daten tatsächlich verifizieren können müssen. Weiterhin erwähnt er Technologien wie ORAM und PIR, die es Nutzern ermöglichen, bei Anfragen an RPC-Dienste ihre Abfragen zu verschleiern, um das Risiko zu verringern, dass ihre Aktivitäten beim Zugriff auf dezentrale Anwendungen gesammelt oder an Dritte verkauft werden.

Wallet-Design und Privacy UX

Im Bereich Kontosicherheit spricht Vitalik von Social Recovery Wallets und Time Locks (timelocks), um Nutzern im Falle des Verlusts des Mnemonik-Satzes oder bei Angriffen auf diesen, nicht sofort alle Assets zu verlieren. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Assets durch die Abhängigkeit von großen Tech-Unternehmen „hintertüren“ erhalten. Dieses Design sucht eine neue Balance zwischen „voller Eigenverantwortung“ und „Vertrauen auf Dritte“.

Er führt auch das Konzept „Privacy UX“ an, bei dem Nutzer private Zahlungen mit der gleichen Bedienung wie öffentliche Zahlungen durchführen können sollten, anstatt Privacy-Funktionen zu einer schwer zugänglichen, selten genutzten Option zu machen.

Im Bereich Transaktions-Broadcasting erwähnt er die unabhängige Mem-Pool-Technologie ERC-4337 sowie zukünftige Mechanismen wie native Account-Abstracts (AA) und FOCIL, die es ermöglichen, private Transaktionen auch ohne die Abhängigkeit von bestehenden öffentlichen Broadcaster-Ökosystemen durchzuführen und gleichzeitig zensurresistent zu bleiben.

Rückschritte der letzten zehn Jahre

Vitalik stellt klar, dass Ethereum in mehreren Schlüsselbereichen der letzten zehn Jahre „deutlich zurückgefallen“ ist. Er kritisiert, dass es früher relativ einfach war, einen Knoten zu betreiben, während es heute deutlich schwieriger geworden ist. Auch die Benutzeroberflächen dezentraler Anwendungen haben sich von frühen statischen Seiten zu komplexen Websites entwickelt, die mehrere Server nutzen und Nutzerdaten an Dritte weitergeben.

Bei Wallets bemängelt er, dass Nutzer früher frei RPC-Knoten wählen konnten oder sogar eigene Knoten betrieben, während heute viele Wallets den Traffic auf wenige Anbieter konzentrieren, was dazu führt, dass große Mengen an On-Chain-Aktivitäten und Identitätsdaten bei wenigen Servern gesammelt werden.

Außerdem führt er die Zentralisierung bei der Block-Erstellung an, wodurch die Kontrolle darüber, ob Transaktionen in die Chain aufgenommen werden, zunehmend in den Händen weniger Blockproduzenten liegt.

Keine Kompromisse mehr – Ethereum verdient seinen Platz

Für die Zukunft sieht Vitalik vor, dass die Ethereum-Community ab 2026 schrittweise die bisherigen Kompromisse aufgeben soll, die für eine breitere Akzeptanz eingegangen wurden. Er erkennt an, dass dies kein kurzfristiger Richtungswechsel sein wird. Weder das nächste Kohaku-Update noch zukünftige Hard Forks werden alles auf einmal ändern können. Dennoch ist er überzeugt, dass dieser Weg Ethereum nicht nur seinen aktuellen Status sichern, sondern ihm eine größere Rolle in der Zukunft verleihen wird.

Am Ende betont er in einem symbolträchtigen Abschluss, dass im „Welt-Computer“-Verständnis keine zentrale Kontrolle existieren sollte und kein einzelner Fehlerpunkt vorhanden sein darf. Es gehe um die ursprüngliche Vision eines dezentralen Netzwerks, das Freiheit und Offenheit anstrebt. Diese Aussage ist sowohl eine technische Richtungsbekundung als auch eine öffentliche Reflexion der letzten Jahre zunehmender Zentralisierungstendenzen in der Community.

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