Kryptowährungs-Experteninstitut Alea Research hat in seinem kürzlich veröffentlichten Makroanalysebericht darauf hingewiesen, dass die sprunghaft steigenden US-Staatsanleiherenditen und die chaotische Fiskalpolitik in Japan die globalen Risikoanlagenmärkte insgesamt beeinflussen. Kryptowährungen wie Bitcoin werden nicht als „digitales Gold“ gehandelt, sondern als „Makro-Risiko-Beta, das mit Zins-Schocks gekoppelt ist“.
Der Bericht stellt fest, dass die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen um beispiellose 19 Basispunkte gestiegen ist, während die Rendite der 30-jährigen Anleihen den größten Tagesanstieg seit 2003 verzeichnete. Dies ist eine Folge der Forderung des Premierministers Fumio Kishida nach vorgezogenen Neuwahlen im Februar und der Ankündigung fiskalischer Stimulierungsmaßnahmen. In diesem Prozess wurden risikoempfindliche Vermögenswerte wie Aktien, Kryptowährungen und langfristige Anleihen insgesamt belastet. Je höher die inländischen Renditen sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass Japan seine US-Staatsanleihen reduziert, was langfristig zu Liquiditätsengpässen auf dem US-Anleihenmarkt führen könnte. Alea Research analysiert, dass dieser Trend auch erheblichen negativen Druck auf die Hebelwirkung und die Preissensitivität des Kryptowährungsmarktes ausübt (Alea Research).
In dieser Woche konnte Bitcoin (BTC) den Trend nicht fortsetzen, obwohl Gold den Rekordpreis von über 4800 US-Dollar pro Unze erreichte. Dies deutet darauf hin, dass BTC eher als eine „knappe Vermögenswerte“ betrachtet wird, anstatt als „Beta-Asset, das bei Flucht in Sicherheit bei Überangeboten exponiert ist“. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Kryptowährungen ihre Rolle als kurzfristiges Absicherungsinstrument verlieren, da sie bei zunehmender globaler Konjunkturempfindlichkeit als Risikoanlagen eingestuft werden und somit leichter Verkaufsdruck ausgesetzt sind.
Alea Research berichtet außerdem, dass die New Yorker Börse an der Entwicklung einer Handelsplattform arbeitet, die tokenisierte Aktien, sofortige Abrechnung und den ganzjährigen Handel ohne Pausen unterstützt. Dies zeigt, dass der traditionelle Finanzsektor die meisten Funktionen jenseits der Kernvorteile von DeFi – „Permissivität“ und „Komponierbarkeit“ – übernimmt und das Marktparadigma schnell wandelt. Dieser Wandel wird als Signal interpretiert, dass ein regulierungsnaher tokenisierter Markt mit den inhärenten strukturellen Innovationen der Kryptowährungen in Konflikt gerät (Alea Research).
Auf der anderen Seite gibt es auch positive Signale. Die Erhaltung öffentlicher Infrastruktur und die Komponierbarkeit von DeFi können weiterhin ihren einzigartigen Wert demonstrieren. Besonders Protokolle wie Aave, Morpho und Euler bauen neue DeFi-Modelle, die an das traditionelle Finanzsystem angebunden sind, und entwickeln strukturierte Wertschöpfungsmodelle, die von institutionellen Investoren verstanden werden (z.B. ertragsbasierte Token-Rückkauf-Modelle). Sie zeigen eine Tendenz, über die reine technische Blockchain-Infrastruktur hinauszugehen und Betrieb, Ertrag und Umlauf in einem On-Chain-System zu integrieren, das sich allmählich zu einer auf tatsächlichen Bedürfnissen basierenden Finanzplattform entwickelt.
Darüber hinaus ist es erwähnenswert, dass mit der Veröffentlichung des AI-Indexberichts von Anthropic auf dem Davos-Forum die Rolle der KI-Technologie als zukünftiger Wirtschafts- und Politikfaktor zunehmend an Bedeutung gewinnt. Mit der ungleichmäßigen Steigerung der Produktivität durch KI und den daraus resultierenden strukturellen Veränderungen, die mit dem Abbau hochqualifizierter Arbeitsplätze einhergehen, wird auch der Kryptowährungsmarkt voraussichtlich beeinflusst. Branchen mit schneller Entwicklung und komplexeren Strukturen werden eine beschleunigte „Grenz-Absatz“-Tendenz bei der Kapitalzufuhr in differenzierte Vermögenswerte zeigen, was darauf hindeutet, dass die Kaufkraft möglicherweise in bestimmte digitale Asset-Protokolle fließt (Alea Research).
Letztlich bestätigt der Wochenbericht, dass Kryptowährungen nicht mehr nur „schnell profitbringende Privilegien“ sind, sondern weiterhin eine Asset-Kategorie mit strukturellen Chancen darstellen. Die Dynamik bei Derivaten und Token-Verteilungen, das Lerntempo von KI im Vergleich zu traditionellen Finanzsystemen sowie die zunehmenden geopolitischen Spannungen werden neue Narrative und Herausforderungen für Bitcoin und den gesamten Kryptowährungsmarkt schaffen.
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