
Bitwise reicht am Donnerstag die S-1-Unterlage bei der SEC ein und wird damit das erste Unternehmen, das einen Uniswap-ETF beantragt. Dennoch stürzt der UNI-Token innerhalb von 24 Stunden um 16 % auf 3,15 USD ab. Der Fear & Greed Index für den Kryptomarkt fällt auf 5, was eine Panik auslöst, nachdem Bitcoin-Long-Positionen im Wert von 10,3 Milliarden USD liquidiert wurden.

(Quelle: X)
Der Krypto-Asset-Management-Firma Bitwise ist es gelungen, als erstes Unternehmen bei den US-Regulierungsbehörden einen Antrag auf einen Exchange-Traded Fund (ETF) speziell für Uniswap zu stellen. Ziel des Fonds ist es, in Uniswap (UNI) zu investieren, das Governance-Token des führenden dezentralen Handelsprotokolls. Dieser ETF-Antrag markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung von DeFi.
Die am Donnerstag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichte Unterlage lautet: „Das Anlageziel des Trusts ist es, eine Exponierung gegenüber dem Wert von Uniswap zu suchen, abzüglich der Betriebskosten und anderer Verbindlichkeiten.“ Diese Formulierung ist Standard in ETF-Anträgen, hat aber eine große Bedeutung: Sie zeigt, dass traditionelle Finanzinstitute die DeFi-Governance-Token offiziell als investierbare Vermögenswerte anerkennen.
Uniswap ist eine auf Ethereum basierende dezentrale Börse (DEX), die Token-Transfers ohne Zwischenhändler ermöglicht. Als eines der erfolgreichsten Protokolle im DeFi-Bereich verzeichnet Uniswap im Jahr 2024 ein Handelsvolumen von über 1 Billion USD und gilt als Standard für dezentrale Trades. UNI-Inhaber können über das Protokoll-Upgrade, Gebührenstrukturen und andere wichtige Entscheidungen abstimmen – diese Governance-Rechte sind die zentrale Wertquelle des Tokens.
Das Asset-Management-Unternehmen hat am 27. Januar eine potenzielle gesetzliche Treuhandgesellschaft für einen Uniswap-Fonds in Delaware registriert, was eine übliche rechtliche Vorstufe vor der Einreichung bei der SEC ist. Damit kann Bitwise einen ETF im Zusammenhang mit dezentralen Finanzprotokollen auf den Markt bringen und schließlich einen Antrag bei den Bundesbehörden stellen.
Bei Genehmigung durch die Regulierungsbehörden wird Coinbase Custody Trust Company als Treuhänder des Bitwise Uniswap ETF fungieren. Coinbase Custody ist der institutionelle Verwahrdienst von Coinbase und besitzt eine von der New York State Department of Financial Services (NYDFS) ausgestellte Treuhandlizenz. Diese regulatorische Unterstützung ist für die Einhaltung der ETF-Vorschriften entscheidend.
Einreichungsdatum: 5. Februar 2026
Gesetzliche Treuhandgesellschaft: 27. Januar 2026 (Delaware)
Investitionsgegenstand: Uniswap Governance-Token UNI
Treuhandgesellschaft: Coinbase Custody Trust Company
Bedeutung: Erster DeFi-Governance-Token ETF-Antrag
Regulatorischer Hintergrund: SEC hebt im Februar 2025 die Untersuchung von Uniswap Labs auf
Der Antrag wurde nach der Aufhebung der Untersuchung gegen Uniswap Labs durch die SEC im Februar 2025 eingereicht. Die SEC hatte Uniswap beschuldigt, als nicht registrierte Börse zu agieren und nicht registrierte Wertpapiere auszugeben. Die Einstellung dieser Untersuchung beseitigt das größte regulatorische Hindernis für den Uniswap-ETF-Antrag, da es sonst schwierig gewesen wäre, eine Genehmigung für einen möglicherweise rechtswidrigen Protokoll-ETF zu erhalten.
Der native Token UNI von Uniswap ist in den letzten 24 Stunden um 16,59 % auf 3,15 USD gefallen, was schlechter ist als der Gesamtmarkt. Das Phänomen, dass die Kurse nach einer positiven Nachricht fallen, verwirrt viele Investoren. Theoretisch sollte die ETF-Anmeldung eine große positive Nachricht sein, da sie institutionellen Investoren einen regulierten Zugang zu UNI ermöglicht. Warum reagiert der Markt dennoch mit Verkäufen?
Die Antwort liegt im Gesamtumfeld des Marktes. Der Kursrückgang ist Teil einer umfassenden Korrektur im Kryptomarkt. Innerhalb von 24 Stunden sank die gesamte Marktkapitalisierung um 9,84 %, der Fear & Greed Index fiel auf 5, was „extreme Angst“ signalisiert. In diesem Umfeld kann selbst eine bedeutende positive Nachricht keine Panikverkäufe verhindern.
Hinzu kommt, dass Bitcoin-Long-Positionen in Höhe von 10,3 Milliarden USD liquidiert wurden, was alle gehebelten Positionen zur Schließung zwang. Wenn Bitcoin als Leitwährung stark fällt, ziehen alle Altcoins mit nach – unabhängig von individuellen Nachrichten. Dieses Phänomen, dass systemische Risiken die positiven Nachrichten einzelner Assets überlagern, ist im Kryptomarkt sehr verbreitet.
Aus technischer Sicht könnte UNI bereits überkauft sein. Wenn die Nachricht vom ETF-Antrag vorab durchgesickert ist, könnten Investoren vor der offiziellen Bekanntgabe gekauft haben, was ein klassisches „Buy the rumor, sell the news“-Muster erzeugt. Bei der offiziellen Ankündigung verkaufen diese vorab positionierten Investoren ihre Gewinne, was den Kurs drückt.
Ein weiterer Grund könnte die pessimistische Erwartungshaltung gegenüber der ETF-Genehmigung sein. Obwohl Bitwise den Antrag eingereicht hat, ist der Zeitplan und die Wahrscheinlichkeit einer Genehmigung durch die SEC ungewiss. Historisch haben Bitcoin-ETFs fast ein Jahrzehnt gebraucht, um genehmigt zu werden. Der Uniswap-ETF als erster DeFi-Governance-Token-ETF könnte noch länger auf eine Entscheidung warten. Der Markt könnte dies als „ferne Zukunft“ statt „baldige positive Entwicklung“ interpretieren.
Laut CoinMarketCap liegt der aktuelle Kurs von UNI bei 3,15 USD. Im Vergleich zum Allzeithoch, das im Mai 2021 bei etwa 45 USD lag, entspricht der aktuelle Kurs nur etwa 7 % des Höchststands, mit einem kumulativen Rückgang von über 93 %. Dieser drastische Absturz hat viele Frühinvestoren in die Verlustzone gedrängt, sodass selbst positive Signale wie der ETF-Antrag die Verkaufsbereitschaft kaum umkehren können.
Trotz des Kursrückgangs bei UNI ist die symbolische Bedeutung des Antrags von Bitwise auf einen Uniswap-ETF enorm. Es ist das erste Mal, dass eine traditionelle Vermögensverwaltung versucht, DeFi-Governance-Token in regulierte Anlageprodukte zu verpacken. Bei einer Genehmigung könnte dies eine neue Ära der Integration von DeFi und traditioneller Finanzwelt einläuten.
Der größte Unterschied zwischen DeFi-Governance-Token und klassischen Wertpapieren liegt in den übertragenen Rechten. UNI-Inhaber können über Upgrades des Uniswap-Protokolls, Gebührenverteilungen und andere wichtige Entscheidungen abstimmen. Diese Governance-Rechte machen UNI eher zu „Aktien eines dezentralen Unternehmens“ als zu reinen Spekulationsobjekten. Der ETF-Antrag von Bitwise ist im Grunde eine Bitte an die SEC, diese neue Asset-Kategorie zu genehmigen.
Wenn der Uniswap-ETF genehmigt wird, könnte eine Welle von weiteren Anträgen auf DeFi-Governance-Token-ETFs folgen. Protocols wie Aave, Compound oder MakerDAO verfügen ebenfalls über Governance-Token, die potenziell in zukünftige ETFs aufgenommen werden könnten. Dieser Trend könnte Milliarden an institutionellem Kapital in DeFi bringen und die Liquidität sowie die Marktstruktur grundlegend verändern.
Die Regulierungsbehörden prüfen derzeit den Antrag von Bitwise. Aus Sicht der SEC sind mehrere zentrale Fragen zu klären: Gehört UNI zu den Wertpapieren? Wie ist die rechtliche Stellung der dezentralen Governance? Wie wird eine Protocol ohne zentrale Betriebseinheit reguliert? Diese Fragen sind komplex, und der Genehmigungsprozess könnte sich in die Länge ziehen.
Der Antrag wurde nach der Aufhebung der SEC-Untersuchung gegen Uniswap Labs im Februar 2025 eingereicht. Die SEC hatte Uniswap beschuldigt, als nicht registrierte Börse zu agieren und nicht registrierte Wertpapiere auszugeben. Die Einstellung dieser Untersuchung schafft die Grundlage für die ETF-Genehmigung, da sonst eine Zustimmung schwierig gewesen wäre.
Historisch haben Bitcoin-ETFs etwa zehn Jahre gebraucht, um genehmigt zu werden, Ethereum-ETFs benötigen mehrere Jahre. Der Uniswap-ETF als erster DeFi-Governance-Token-ETF könnte eine Genehmigungsdauer von 1–3 Jahren haben. Während dieser Zeit wird die Marktteilnehmer genau die Haltung der SEC und den Fortschritt im Genehmigungsverfahren beobachten.
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