Russlands größte Bank Sberbank plant nach erfolgreichem Pilotprojekt Unternehmens-Krypto-gestützte Kredite, während die Regulierungsbehörden bis Juli 2026 die Regeln für digitale Vermögenswerte finalisieren.
Russlands größter Kreditgeber, Sberbank, bereitet die Einführung von Krypto-gestützten Krediten für Unternehmenskunden vor. Die Bank bestätigte, dass ein starkes Interesse seitens der Unternehmen besteht, die digitale Vermögenswerte halten. Daher ist dieser Schritt ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zur Integration von Kryptowährungen in das regulierte russische Finanzsystem.
Laut Reuters hat Sberbank Ende 2025 einen Pilotkredit mit Krypto-Backing durchgeführt. Der Pilot wurde von Intelion Data, einem großen russischen Krypto-Mining-Unternehmen, durchgeführt. Das Unternehmen bot selbst abgebautte Kryptowährungen als Sicherheit für einen Rubelkredit an. Die Bank gab jedoch keine Angaben zur Höhe der Kredite.
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Nach diesem Test analysiert Sberbank nun die Ergebnisse des Piloten. Zudem arbeitet sie an internen Methoden, um die Kreditvergabe über Miner hinaus zu diversifizieren. Die Bank plant, jedem Unternehmen, das digitale Vermögenswerte in seiner Bilanz hält, Dienstleistungen anzubieten. Dadurch könnte der Zugang zu Finanzierungen für technologie- und exportorientierte Firmen erweitert werden.
Sberbank bestätigte außerdem, dass sie eng mit der Zentralbank zusammenarbeitet. Ziel ist es, die Krypto-gestützte Kreditvergabe an zukünftige Regulierungen anzupassen. Die russischen Behörden hoffen, bis zum 1. Juli 2026 eine detaillierte Gesetzgebung zu digitalen Vermögenswerten abzuschließen. Daher hängt die vollständige Umsetzung von der regulatorischen Klarheit ab.
Um digitale Sicherheiten zu gewährleisten, nutzt Sberbank eine proprietäre Infrastruktur. Dazu gehört ihre Rutoken-Hardwarelösung. Dadurch ist die Bank daran interessiert, Custody- und Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit Krypto-Vermögenswerten zu minimieren. Solche Schutzmaßnahmen sind nach wie vor wichtig, um die Zustimmung der Regulierungsbehörden zu erhalten.
In der Zwischenzeit steigt der Wettbewerb in diesem Sektor. Der Rivale Sovcombank hat am 5. Februar 2026 Bitcoin-gestützte Kredite eingeführt. Insbesondere bietet Sovcombank diese Produkte sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen an. Diese Entwicklung zeigt eine zunehmende Akzeptanz von krypto-gestützter Finanzierung in der russischen Bankenbranche.
Die Initiative von Sberbank ist Teil größerer wirtschaftlicher Druckmittel. Aufgrund westlicher Sanktionen ist Russland im Bereich grenzüberschreitender Zahlungen eingeschränkt. Daher spielen Kryptowährungen zunehmend eine Rolle im Handel und in finanziellen Operationen. Banken suchen nach anderen Systemen, um liquide zu bleiben und Zugang zu Krediten zu haben.
Die Zentralbank betrachtet Kryptowährungen derzeit als Devisenvermögen. Dies soll den Kauf und Verkauf ermöglichen. Allerdings sind inländische Zahlungen mit Kryptowährungen noch verboten. Dennoch entwickeln die Regulierungsbehörden langsam Rahmenwerke für kontrollierte Anwendungsfälle, die besicherte Kreditvergabe einschließen.
Allein im Januar 2026 emittierte Sberbank 231 Milliarden Rubel an Digitalen Finanzanlagen. Das entspricht derzeit fast 3 Milliarden US-Dollar bei den aktuellen Wechselkursen. Wichtig ist, dass dieser Monat über 50 % der gesamten DFA-Emission der Bank im Jahr 2025 ausmachte. Damit nimmt die Nachfrage nach tokenisierten Instrumenten deutlich zu.
Neben der Kreditvergabe bietet Sberbank bereits kryptobasierte Anlageprodukte an. Dazu gehören strukturierte Anleihen, die an den Kurs von Bitcoin und Ethereum gekoppelt sind. Folglich sind Krypto-gestützte Kredite eine Erweiterung des bestehenden Serviceangebots.
Weltweit unterscheiden sich russische Banken kaum. JPMorgan hat Lösungen für Krypto-gestützte Kreditvergabe diskutiert. Währenddessen bietet Wells Fargo in einigen Märkten bereits solche Produkte an. Daher entspricht die Strategie von Sberbank der Entwicklung des Bankwesens auf internationaler Ebene.