Die Türkei plant, ihr Anti-Geldwäsche (AML)-Rahmenwerk für Krypto-Vermögenswerte zu stärken und verlangt eine Identitätsüberprüfung für Transaktionen über 15.000 türkische Lira (ca. 425 US-Dollar). Diese neuen Vorschriften wurden am 25. Dezember 2024 im Amtsblatt der Türkei veröffentlicht und treten am 25. Februar 2025 in Kraft. Ziel ist es, die Krypto-Vermögenspolitik des Landes mit globalen Standards (einschließlich der Verordnung über Vermögenswerte auf Verschlüsselungsbasis (MiCA) des EU) in Einklang zu bringen.
Gemäß neuen Vorschriften werden Krypto-Vermögenswertedienstleister verpflichtet sein, die Identität von Nutzern zu überprüfen, die Transaktionen über einen bestimmten Betrag tätigen. Darüber hinaus müssen die Dienstleister sicherstellen, dass Transaktionen von nicht registrierten Wallet-Adressen legal sind. Diese neuen Vorschriften ermöglichen es den Krypto-Vermögenswertedienstleistern im Land, ‘risikoreiche’ Krypto-Vermögenswertetransaktionen einzustellen, wenn Benutzerinformationen unzureichend sind.
Die türkische Regierung hat diese Maßnahmen ergriffen, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in der schnell wachsenden Krypto-Vermögenswerte-Branche zu bekämpfen. Diese Verordnungen führen auch strengere Compliance-Maßnahmen ein, einschließlich der Anforderung, dass Krypto-Vermögenswerte-Dienstleister eine Lizenz von der Capital Markets Board of Turkey (CMB) benötigen.
Mit der Weiterentwicklung des Regulierungsrahmens für Kryptowährungen in der Türkei stellen diese neuen Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung einen wichtigen Schritt in Richtung Schaffung einer sichereren und transparenteren Umgebung für den Handel mit digitalen Assets in dem Land dar.
Die Blockchain-Datenanalysefirma Chainalysis wies in einem Bericht vom September 2023 darauf hin, dass das Gesamttransaktionsvolumen von Kryptowährungen in der Türkei von Juni 2022 bis Juli 2023 170 Milliarden US-Dollar erreichte und damit nach den USA, Indien und Großbritannien an vorderster Front der weltweit aktiven Kryptowährungsmärkte steht.
Die Maßnahmen der Türkei entsprechen dem MiCA-Rahmen der Europäischen Union, der strenge Standards für den Betrieb digitaler Vermögenswerte in ganz Europa festlegt und ähnliche Anpassungen weltweit fördert. Diese neuen Vorschriften haben die Kryptowährungsunternehmen in der Türkei dazu veranlasst, ihre Bemühungen zur Einhaltung zu verstärken. Seit Inkrafttreten der Änderung des Kapitalmarktgesetzes am 2. Juli 2024 hat die Kapitalmarktbehörde der Türkei (CMB) bereits 77 Lizenzanträge von Kryptowährungsunternehmen erhalten.
Obwohl diese strengen neuen Maßnahmen darauf abzielen, den Verbraucherschutz zu stärken, äußern Branchenexperten Bedenken über die möglichen negativen Auswirkungen auf Innovationen. Kleine Unternehmen mit begrenzten Ressourcen können möglicherweise die damit verbundenen Compliance-Kosten nicht tragen, was zu einer Marktkonsolidierung führen könnte. Auf der anderen Seite könnten internationale Großunternehmen diese Vorschriften als vorteilhaft betrachten und die Türkei als Expansionsmöglichkeit betrachten.
Die Entwicklung der Regulierung in der Türkei ist sowohl für den inländischen Markt als auch für das breitere globale Kryptowährungsframework von entscheidender Bedeutung. Es legt den Grundstein für andere Länder, die möglicherweise ähnliche Anti-Geldwäsche-Strategien integrieren, um mit den Risiken der Kryptowährungsadoption umzugehen. Obwohl dies kleine Unternehmen vor deutliche Herausforderungen stellt, könnten strengere Vorschriften auch den Weg für verantwortungsvolle Entwicklung in der Branche ebnen und sicherere Praktiken im Umgang mit Finanzkriminalität fördern.
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〈Die Türkei verschärft die Gesetze zur Bekämpfung der Geldwäsche von Kryptowährungen. Benutzer müssen ihre Identität überprüfen, um Transaktionen über 425 US-Dollar durchzuführen.〉Dieser Artikel wurde erstmals in Blockcrypto veröffentlicht.