Gate News-Meldung, 22. April — Chinesische Elektroauto-Marken, darunter BYD, Xiaomi und Zeekr, gewinnen bei US-Verbrauchern über soziale Medien und Influencer-Marketing an Zugkraft, obwohl sie mit einem 100%igen Zoll und regulatorischen Beschränkungen konfrontiert sind, die einen direkten Markteintritt verhindern. Die in Peking ansässige Plattform für Auto-Content DCar hat US-Creators engagiert, um diese Modelle zu testen, wobei die Videos inzwischen Millionen Aufrufe verzeichnen. Die Marktforschungsfirma Strategic Vision fand heraus, dass ein Drittel der Käufer neuer Fahrzeuge in den USA den Kauf eines in China gebauten Fahrzeugs in Betracht ziehen würde, deutlich mehr als 18% im Jahr 2021.
Die USA haben neben den Zöllen mehrere Hürden aufgebaut. Im Jahr 2024 verhängte das Land einen 100%igen Zoll auf chinesische E-Fahrzeuge und schloss anschließend vernetzte Fahrzeug-Hardware und -Software aus, die aus China stammt. Die Beschränkungen umfassen Zellfunkverbindungen, WLAN-Module, Bluetooth- und Satellitensysteme sowie Software, die die Konnektivität des Fahrzeugs und Systeme für automatisiertes Fahren antreibt. Da diese Regeln als Maßnahmen zur nationalen Sicherheit gerahmt werden, könnten sie für die Automobilhersteller schwieriger zu umgehen sein als allein die Zölle.
Chinesische Automobilhersteller verfolgen indirekte Wege in den nordamerikanischen Markt. BYD und Geely konkurrieren um den Erwerb eines Nissan-Mercedes-Benz-Joint-Venture-Werks in Aguascalientes, Mexiko, das eine jährliche Produktionskapazität von 230.000 Fahrzeugen hat. Zusätzlich erlaubt Kanada jährlich bis zu 49.000 in China gebaute E-Fahrzeuge zu einem Zollsatz von 6,1% im Rahmen einer Handelsvereinbarung vom Januar. In der Zwischenzeit passen US-Autokonzerne ihre Strategien an; Autolieferanten berichten, dass der geplante Start im Jahr 2028 für die überarbeiteten Elektro-Pickups Chevrolet Silverado, GMC Sierra und Cadillac Escalade IQ aufgeschoben wurde, ohne dass ein neuer Zeitplan angekündigt wurde.