Der französische Finanzminister Roland Lescure hat europäische Banken dazu aufgerufen, aggressiv eurobasierte Stablecoins und tokenisierte Einlagen zu entwickeln, um die überwältigende Dominanz des US-Dollars bei digitalen Zahlungen herauszufordern.
Kernaussagen:
Der französische Finanzminister Roland Lescure gab am Freitag eine deutliche Warnung heraus und bezeichnete die derzeitige Knappheit eurogebundener Stablecoins als „nicht zufriedenstellend“; zudem forderte er den Bankensektor des Blocks auf, tokenisierte Vermögenswerte aggressiv zu verfolgen, um die europäische finanzielle Souveränität zu bewahren.
Laut Reuters gab Lescure die Warnung über vorab aufgezeichnete Kommentare auf einer Pariser Krypto-Konferenz ab – Bemerkungen, die eine wachsende Verunsicherung innerhalb des Élysée und Brüssels unterstreichen: Die Zukunft des digitalen Handels werde nahezu ausschließlich in US-Dollars geschrieben.
Das Ausmaß der US-Dominanz lässt sich kaum übertreiben. Tether, der stablecoinbasierte Emittent mit Sitz in El Salvador, verfügt derzeit über einen Umlauf von mehr als $185 Milliarden für seine an den Dollar gekoppelten Tokens. In der Zwischenzeit haben europäische Bemühungen Schwierigkeiten, an Dynamik zu gewinnen; der wichtigste Euro-Stablecoin von Societe Generale, der vor drei Jahren gestartet wurde, ist bei gerade einmal 107 Millionen Euro ($126 Millionen) stecken geblieben.
Um diese Lücke zu schließen, hat sich ein Schwergewichts-Konsortium, das ING, Unicredit und BNP Paribas umfasst, zu einem neuen Vorhaben zusammengeschlossen, um Ende 2026 einen wettbewerbsfähigen eurogebundenen Stablecoin auf den Markt zu bringen.
„Das ist genau das, was wir brauchen, und das ist auch das, was wir wollen“, sagte Lescure am Freitag, dem 17. April, und bezog sich dabei auf die Zusammenarbeit. „Ich ermutige Banken außerdem nachdrücklich, die Einführung tokenisierter Einlagen weiter zu erforschen.“
Lescures Agenda reicht bis ins Herz des traditionellen Bankwesens und fordert Kreditgeber dazu auf, über Stablecoins hinauszugehen und tokenisierte Einlagen zu nutzen. Indem sie traditionelle Bankbestände in blockchainbasierte Tokens umwandeln, hoffen die Verantwortlichen, Europas „Schienen“ zu modernisieren und die Abhängigkeit des Kontinents von ausländischen Zahlungsriesen zu verringern.
Dieser Vorstoß wird zunehmend durch eine geopolitische Brille betrachtet. Angespannte Beziehungen mit Washington haben den Antrieb der EU für „strategische Autonomie“ beschleunigt, wobei politische Entscheidungsträger befürchten, dass eine Abhängigkeit von US-Zahlungsinfrastruktur die Eurozone gegenüber externen politischen Richtungswechseln oder Fragmentierungen bei Dienstleistungen verwundbar macht.
Der Minister ging außerdem auf die Reibung zwischen den Interessen des privaten Bankwesens und dem Projekt des (ECB) digitalen Euro der Europäischen Zentralbank ein. Während einige Banklobbys dem digitalen Zentralbankgeld der EZB widerstanden haben – in der Befürchtung, es könne traditionelle Einlagen abziehen –, stützte Lescure die Vision der Zentralbank.
Er beschrieb den Plan der EZB, eine digitale Zentralbankwährung als „Anker“ für die Tokenisierungsbemühungen zu positionieren, als „die richtige Balance“; damit deutete er ein hybrides Ökosystem an, in dem öffentliches und privates digitales Geld parallel zusammenarbeiten.
Trotz der politischen Dringlichkeit bleibt der Markt skeptisch. Daten von RBC Capital Markets deuten darauf hin, dass 66% der europäischen Banken weiterhin über eine begrenzte Nachfrage nach Stablecoins seitens ihrer Kunden berichten.
Doch nachdem US-Präsident Donald Trump letztes Jahr ein wegweisendes Stablecoin-Gesetz unterzeichnet hat, gehen europäische Amtsträger davon aus, dass das Zeitfenster zum Handeln enger wird. Für Lescure ist die Mission inzwischen nicht mehr nur Innovation im Finanzbereich – sie geht darum, sicherzustellen, dass der Euro auch im Zeitalter des autonomen digitalen Handels eine relevante Währung bleibt.
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