
Anthropic hat auf seiner Claude-Plattform umfassend verpflichtende Identitätsverifizierungen (KYC) eingeführt, die von dem Drittanbieter Persona Identities verantwortet werden. Der offizielle Dienst definiert dies als „Routine-Integritätsprüfung“, um Missbrauch zu verhindern, Plattformrichtlinien umzusetzen und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen sicherzustellen. Seit der großflächigen Einführung dieser Maßnahme im April 2026 wirkt sie sich für Nutzer, die sich in nicht unterstützten Regionen wie dem chinesischen Festland befinden, am direktesten aus.
KYC-(Kenne-deinen-Kunden)-Verifizierung ist ein Compliance-Mechanismus, den Finanz- und Technologieplattformen nutzen, um die echte Identität von Nutzern zu bestätigen. Anthropic führt dieses Mal Persona Identities als Drittanbieter-Ausführenden ein und fordert Nutzer auf, gültige Ausweisdokumente einzureichen und eine Echtzeit-Live-Identitätsprüfung abzuschließen.
Offizielle Angaben nennen drei zentrale Ziele dieser Maßnahme:
Missbrauch verhindern: Identifizierung von Konten für Batch-Operationen und automatisiertem böswilligem Einsatz sowie anderer nicht normaler Verhaltensweisen
Nutzungspolitik umsetzen: Sicherstellen, dass die Nutzung der Plattform den Servicebedingungen von Anthropic entspricht
Regulatorische Compliance: Angesichts der zunehmenden strengen Anforderungen an KI-Dienstanbieter durch US-amerikanische und internationale Vorschriften
Zu beachten ist, dass selbst wenn Nutzer erfolgreich einen Pass sowie die Live-Verifizierung abschließen, das Konto nach der Prüfung dennoch deaktiviert werden kann, falls das System erkennt, dass der tatsächliche Nutzungsschwerpunkt des Kontos sich in einer von Anthropic nicht unterstützten Region befindet.
Für Nutzer, bei denen die KYC-Verifizierung ausgelöst wird, empfiehlt Anthropic, nach dem Erscheinen des Verifizierungsfensters umgehend gültige, von der Regierung ausgestellte Ausweisdokumente sowie Geräte mit einer HD-Kamera vorzubereiten und die Prüfung innerhalb der vorgegebenen Frist abzuschließen, um eine Unterbrechung des Dienstes zu vermeiden.
Wenn das Konto bereits deaktiviert wurde, stellt der offizielle Anbieter zwei formelle Kanäle bereit:
Beschwerdekanal: Fülle das offizielle Beschwerdeformular aus oder sende eine E-Mail an support@anthropic.com und erläutere die Nutzung des Kontos sowie die Gründe für die Fehlentscheidung
Rückerstattungsantrag (für zahlende Nutzer): Wenn kurz vor der Deaktivierung erst ein Abo abgeschlossen wurde, kannst du billing@anthropic.com kontaktieren, um eine Rückerstattung zu beantragen
Es ist zu beachten, dass laut aktuellem Community-Feedback die Erfolgsquote von Beschwerden relativ begrenzt ist und Rückerstattungen in der Regel mehrere Abstimmungen erfordern.
Anthropic setzt verpflichtendes KYC nicht als Einzelfall um, sondern spiegelt damit die Entwicklung in der Branche wider: KI-Dienstplattformen sind im Kontext steigenden globalen regulatorischen Drucks zunehmend gezwungen. In den letzten Jahren haben mehrere wichtige Märkte die Exportkontrollen für KI-Dienste und Anforderungen zur Nutzerprüfung kontinuierlich verschärft, was dazu führt, dass Plattformen nach und nach die Mechanismen zur Identitätsverifizierung weiter anziehen. Für Nutzer in eingeschränkten Regionen ist die Suche nach legalen Alternativ-KI-Dienstplattformen – einschließlich anderer KI-Assistenten, die die jeweiligen Regionen unterstützen, oder dem Erhalt von API-Zugangsrechten über offizielle Kanäle – derzeit die am ehesten zulässige Option.
KYC ist die Abkürzung für „Kenne deinen Kunden“ und bezeichnet das Standard-Compliance-Verfahren, mit dem Finanz- und Technologieplattformen die tatsächliche Identität von Nutzern verifizieren. Durch die großflächige Bereitstellung reagiert Anthropic einerseits auf die Anforderungen US-amerikanischer und internationaler Aufsichtsbehörden an die Compliance-Verantwortung von KI-Dienstanbietern; andererseits spiegelt es auch den internen Verwaltungsbedarf wider, die Plattform daran zu hindern, für Missbrauch genutzt zu werden (z. B. Batch-Konten, automatisierte Aktionen).
Nicht unbedingt. Das Auslösen einer KYC-Verifizierung hängt von den Risk- und-Controls-Mechanismen der Plattform ab; nicht alle Konten in nicht unterstützten Regionen müssen sofort einer Prüfung unterzogen werden. Sobald jedoch ausgelöst wird und das System feststellt, dass der tatsächliche Nutzungsschwerpunkt des Kontos in einer eingeschränkten Region liegt, besteht trotz erfolgreichem Abschluss der Verifizierung das Risiko, dass das Konto deaktiviert wird. Derzeit hat der offizielle Anbieter noch keine eindeutige Ausnahmeliste bereitgestellt.
Für Nutzer, die die Claude-KYC-Verifizierung nicht bestehen, sind als legale Alternativen beispielsweise in Betracht zu ziehen: andere KI-Dienstplattformen, die Unterstützung auf dem lokalen Markt anbieten (z. B. lokale oder internationale KI-Dienste, die den chinesischen Festlandmarkt unterstützen), die Nutzungserlaubnis über Kooperationskanäle für Unternehmens-APIs zu erhalten oder andere Open-Source- oder kommerzielle Large-Language-Model-Dienste mit gleichwertigen Fähigkeiten zu prüfen.
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