Gate News-Meldung, 21. April — Der britische Regulierer Ofcom hat nach Vorwürfen zu minderjährigem sexuellem Missbrauchsmaterial auf der Messaging-Plattform eine Untersuchung gegen Telegram eröffnet, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung hervorgeht. Die Prüfung untersucht, ob Telegram seiner gesetzlichen Pflicht nach dem Online Safety Act nachkam, Risiken zu bewerten und Schritte zu unternehmen, um den Schaden durch solche Inhalte zu verringern.
Ofcom startete die Untersuchung, nachdem es Beweismaterial vom Canadian Centre for Child Protection zur angeblichen Präsenz und Weitergabe von Missbrauchsmaterial auf Telegram erhalten hatte. Nach dem Online Safety Act müssen nutzer-zu-nutzer-Messagingdienste bewerten, wie wahrscheinlich es ist, dass solches Material auf ihren Plattformen erscheint, und angemessene Schutzmaßnahmen ergreifen. Ofcom eröffnete gleichzeitig separate Untersuchungen zu Teen Chat und Chat Avenue mit dem Fokus darauf, ob diese Dienste für einen ausreichenden Schutz britischer Kinder vor Grooming durch Raubtiere sorgten.
Telegram wies die Vorwürfe zurück und erklärte: „Telegram weist die Anschuldigungen von Ofcom kategorisch zurück. Seit 2018 hat Telegram die öffentliche Verbreitung von minderjährigem sexuellem Missbrauchsmaterial auf seiner Plattform praktisch eliminiert — durch erstklassige Erkennungsalgorithmen und die Zusammenarbeit mit NGOs.“ CEO Pavel Durov äußerte die Sorge, dass die Untersuchung Teil eines umfassenderen Angriffs auf Plattformen sein könnte, die die Rechte auf freien Meinungsaustausch und Privatsphäre verteidigen. In der Zwischenzeit verhängte ein Moskauer Gericht eine Geldstrafe gegen Telegram in Höhe von 7 Millionen Rubel (ungefähr $93,000), weil Inhalte entfernt werden sollten, die zu extremistischer Aktivität aufrufen, und nicht entfernt wurden; damit belaufen sich die insgesamt noch nicht bezahlten Geldstrafen in Russland auf fast 50 Millionen Rubel (ungefähr $666,000). Roskomnadzor, der Kommunikationsregulierer Russlands, hatte zuvor erklärt, man werde Telegram ausbremsen, weil es nicht ungefähr 150.000 Anfragen zur Entfernung verbotener Inhalte befolgt habe.