Ripple kündigte am Montag eine mehrstufige Roadmap an, um eine quantenresistente Infrastruktur für das XRP Ledger (XRPL) bis 2028 aufzubauen, und geht dabei auf wachsende Bedenken hinsichtlich der Sicherheit bestehender Kryptosysteme gegenüber zukünftigen Bedrohungen durch Quantencomputing ein.
Während Quantencomputing-Bedrohungen zuvor im Kryptowährungssektor eher als theoretisch betrachtet wurden, hat die jüngste Forschung die Sorge auf eine konkretere Ebene gehoben. Eine Studie, die von Google Quantum AI veröffentlicht wurde, zeigte, dass ausreichend leistungsfähige Quantencomputer bestehende kryptografische Algorithmen, die in Blockchains verwendet werden, bis 2032 brechen könnten. Diese Algorithmen sind entscheidend für die Wallet-Sicherheit, das Transaktionssignieren und den Schutz digitaler Vermögenswerte.
Experten haben die Bedrohung als einen Übergang von „theoretisch“ zu „glaubwürdig“ charakterisiert, insbesondere in einem „collect now, decrypt later“-Szenario, in dem böswillige Akteure heute verschlüsselte Blockchain-Daten sammeln und sie in der Zukunft mithilfe von Quantencomputern entschlüsseln könnten.
Ripples Plan sieht einen schrittweisen Übergang vor und nicht einen plötzlichen Umbau bestehender Systeme. Die Roadmap umfasst drei Hauptphasen:
Das Unternehmen arbeitet mit Project Eleven zusammen, um die Entwicklung zu beschleunigen, was Validator-Tests und die Entwicklung eines Prototyps für die Speicherung in frühen Phasen umfasst.
Ein bemerkenswerter Bestandteil des Plans ist das „Quantum-Day“ (Q-Day)-Notfallszenario-Protokoll. Dieser Mechanismus würde es ermöglichen, dass Nutzer ihre Vermögenswerte im Falle einer Kompromittierung aktueller kryptografischer Standards sicher in quantenresistente Konten migrieren.
Ripple hat eine spezifische Schwachstelle in XRPL identifiziert: Jedes mit dem Netzwerk verbundene Konto legt bei der Signierung einer Transaktion seinen öffentlichen Schlüssel on-chain offen, wodurch in einem Zeitalter des Quantencomputings eine potenzielle Sicherheitslücke entsteht. Der Schutz von Konten, die langfristige Vermögenswerte halten, wird als zentrales Ziel genannt.
Allerdings verfügt XRPL bereits über einen erheblichen Vorteil durch die integrierte Funktion zum Key Rotation. Diese Funktion ermöglicht es Nutzern, im Laufe der Zeit auf sicherere Schlüssel umzusteigen, ohne ihre bestehenden Konten zu ändern oder Vermögenswerte auf neue Adressen zu migrieren — eine Flexibilität, die bei vielen anderen Blockchains nicht vorhanden ist.
Ripple-Vertreter geben an, dass der quantenresistente Übergang kein einmaliges Update ist, sondern eine umfassende Transformation, die Leistung, Speicher, Bedienbarkeit und das Protokolldesign umfasst. Die mehrstufige Strategie zielt darauf ab, Störungen in einem potenziellen Q-Day-Szenario zu minimieren und gleichzeitig die Stärken des aktuellen Systems zu bewahren.
Was ist die Bedrohung „collect now, decrypt later“? Böswillige Akteure könnten heute verfügbare verschlüsselte Blockchain-Daten sammeln und sie mit zukünftigen Quantencomputern entschlüsseln, wodurch möglicherweise Vermögenswerte und Transaktionen gefährdet werden, die unter der aktuellen Kryptografie als sicher erscheinen.
Hat XRPL bereits irgendwelche quantenresistenten Funktionen? Ja. Die integrierte Funktion zum Key Rotation in XRPL ermöglicht es Nutzern, ihre kryptografischen Schlüssel zu aktualisieren, ohne ihre Vermögenswerte auf neue Adressen migrieren zu müssen, und bietet damit Flexibilität, um sich an Sicherheitsverbesserungen anzupassen.
Wann wird XRPL vollständig quantenresistent sein? Ripples Roadmap zielt auf die Fertigstellung bis 2028 ab, auch wenn der Plan mehrere schrittweise Phasen von Tests, Hybrid-Deployment und Skalierung vorsieht und nicht einen einzelnen Implementierungszeitpunkt.
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