Krypto-Analyst Michaël van de Poppe sorgte diese Woche für Gesprächsstoff am Markt, nachdem er das, was er das „beste Chart im Ökosystem“ nannte, veröffentlicht hatte – einen langfristigen Blick auf die Bewertung von Bitcoin im Vergleich zu Gold, der, so sagt er, die übliche bullische Erzählung auf den Kopf stellt. Van de Poppe argumentiert, dass das BTC/Gold-Verhältnis auf seinem niedrigsten Stand aller Zeiten sei und dass Bitcoin, gemessen in Gold, im Dezember 2024 seinen Höchststand erreicht habe, was bedeutet, dass die digitale Asset-Klasse seit etwa 14 Monaten in einem relativen Bärenmarkt befinde.
Diese Ansicht ist bedeutsam, weil die meisten Investoren den Bitcoin-Zyklus noch immer in US-Dollar-Terms betrachten. Im Dollarbereich liegt Bitcoin deutlich über den Niveaus vor 2024 und wurde zum Zeitpunkt des Schreibens bei etwa 68.000 US-Dollar gehandelt, weit entfernt von den Panik-Tiefs früherer Bärenmärkte. Aber Van de Poppe meint, dass der Vergleich von BTC mit einem anderen harten Asset, Gold, einen anderen Rhythmus offenbart. Wenn Gold stark steigt, kann auch der Bitcoin-Preis in Dollar nach oben gezogen werden, selbst wenn Bitcoin im Vergleich zu Gold in Unzen an Boden verliert.
Gold selbst ist kein Nachzügler. Das Metall hat eine starke Rallye bis 2026 hingelegt und wurde in den letzten Tagen über 5.000 US-Dollar pro Unze gehandelt, eine Bewegung, die durch Geopolitik, Zentralbankkäufe und Debatten über die globale Fiskalgesundheit angetrieben wird – alles Kräfte, die die Nachfrage nach sicheren Häfen stärken. Diese Stärke bei Gold, so Van de Poppe, könnte die zugrunde liegende Schwäche von Bitcoin in „realen“ Begriffen verschleiert haben.
Das technische Argument ist eindeutig. Van de Poppe hebt hervor, dass der wöchentliche Relative Strength Index (RSI) von BTC in Gold den gleichen historischen Tiefstand erreicht hat, der das Ende der drei vorherigen BTC/Gold-Bärzyklen markierte, die jeweils etwa 14 Monate dauerten. Wenn die Geschichte sich wiederholt, haben diese Werte multijährige Aufwärtstrends von Bitcoin im Vergleich zu Gold vorausgegangen. Händler und Experten haben diese Beobachtung bestätigt und die Seltenheit des Signals sowie sein Auftreten bei früheren Kapitulationspunkten hervorgehoben.
Es gibt zwei praktische Erkenntnisse
Für bullische Kontra-Strategen ist dies die Art von „Kaufen bei Angst“-Moment, den die besten Trader auf ihrem Kalender markieren. Historisch gesehen wurden extreme Tiefstände im BTC/Gold-Verhältnis von langen Rallyes gefolgt. Für andere ist es eine Warnung hinsichtlich der Messung. Allzeithochs in Dollar bedeuten nicht immer dasselbe in Asset-übergreifender Betrachtung. Wie Van de Poppe sagte, könnte der Dollar-Höchststand im Oktober 2025 eher ein Produkt der Stärke der Metalle als eine reine Bitcoin-Überzeugung gewesen sein.
Die Finanzmärkte sind natürlich niemals verpflichtet, vergangenen Mustern oder historischen Charts zu folgen. Goldpreise können in Zukunft fallen, makroökonomische Bedingungen können sich ändern, und Korrelationen können jederzeit verschieben. Dennoch, da der Bitcoin-Preis bei etwa 68.000 US-Dollar notiert und Gold weiterhin hoch ist, hat das BTC/Gold-Chart eine neue Debatte entfacht, die viele für eine kurze, flache Korrektur im Markt hielten.
Ob dieses aktuelle Szenario das letzte Kapitel eines relativen Bärenmarktes ist oder eine längere Pause vor dem nächsten Aufschwung für BTC, wird sich in den kommenden Wochen oder Monaten zeigen. Für den Moment hat das BTC/Gold-Verhältnis-Chart jedoch Experten und Investoren dazu gezwungen, eine einfache Frage zu stellen: Lesen wir Bitcoin so, wie es der Markt von uns verlangt, oder so, wie es die Geschichte nahelegt?
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