Ein Bundesrichter hat vorübergehend die Durchsetzung eines Stopps gegen den Predictive-Marktbetreiber Kalshi durch die Regulierungsbehörde des Bundesstaates Tennessee gestoppt, was einen ersten Rückschlag bei der bislang schärfsten Durchsetzung von Sportwettenverträgen in diesem Bundesstaat darstellt. Der US-Bezirksrichter Aleta Trauger genehmigte eine vorläufige einstweilige Verfügung gegen Kalshi, die die Tennessee Sports Wagering Commission und den Generalstaatsanwalt daran hindert, während des Verfahrens Durchsetzungsmaßnahmen zu ergreifen. Das Urteil stellte fest, dass eine Fortsetzung der Durchsetzung durch den Bundesstaat Kalshi unersetzlichen Schaden zufügen könnte und die Klage wahrscheinlich Erfolg haben wird.
Zuvor hatte Tennessee Kalshi, Polymarket und Crypto .com angewiesen, den Verkauf von Sportwettenverträgen an Einwohner des Bundesstaates einzustellen, offene Verträge für ungültig zu erklären und Kundengelder zurückzuzahlen, sowie den Geschäftsbetrieb im Bundesstaat bis zum 31. Januar einzustellen. Die Regulierungsbehörde warnte, dass Verstöße mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 US-Dollar pro Verstoß belegt werden könnten und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnten. Kalshi reichte daraufhin eine Bundesklage ein und argumentierte, dass es als ein vom Commodity Futures Trading Commission (CFTC) regulierter Marktplatz für Derivate durch Bundesrecht priorisiert sei und nicht den staatlichen Glücksspielgesetzen unterliege.
Traugers vorläufige Verfügung löst den Streit zwischen Bundes- und Landesrecht noch nicht vollständig, aber vor der ersten Anhörung am 26. Januar wurde die Durchsetzung durch den Bundesstaat vorerst gestoppt, um Kalshi Zeit für den Betrieb in Tennessee zu verschaffen. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass dies darauf hindeutet, dass einige Bundesrichter die Prioritätsargumentation von Kalshi anerkennen, insbesondere im Kontext der zunehmenden Konflikte zwischen Predictive Markets und staatlicher Glücksspielregulierung.
Zuvor hatten auch Bundesgerichte in New Jersey und Nevada ähnliche vorläufige Verbote gegen Kalshi verhängt, während ein Gericht in Maryland im vergangenen Jahr die Durchsetzung entsprechender Maßnahmen durch den Bundesstaat erlaubte. Dieses Urteil bedeutet, dass Kalshi vorübergehend rechtlichen Schutz für den Betrieb von Sportwettenverträgen in Tennessee erhält, während das Gericht weiterhin prüft, ob diese Verträge durch bundesstaatliche Derivatgesetze geschützt sind oder den staatlichen Glücksspielgesetzen unterliegen.
Diese Entwicklung wird als ein wegweisender Fall für die Beziehung zwischen Predictive Markets und staatlicher Glücksspielregulierung angesehen. Marktbeobachter sind der Meinung, dass der Rechtsstreit zwischen Kalshi und den Bundesstaaten die zukünftige Regulierung von landesweiten Sportwettenverträgen und Krypto-Derivaten maßgeblich beeinflussen könnte.