Anthropic wird im Rechenzentrum „Colossus 1“ in Memphis mehr als 300 Megawatt verbrauchen, und zwar im Rahmen einer Vereinbarung mit SpaceX, um die steigende Nachfrage nach Claude zu bedienen, wie Bloomberg berichtet. SpaceX hat die Konditionen der Vereinbarung nicht offengelegt. Das Abkommen steht für eine Zusammenarbeit zwischen Konkurrenten in KI und Infrastruktur, da Anthropic für Chips und Cloud-Dienste ebenfalls auf Google angewiesen ist.
Am selben Tag wie die Bekanntgabe von Anthropic sagte Elon Musk, xAI werde den Betrieb als eigenständiges Unternehmen einstellen und in SpaceX eingegliedert. Diese Maßnahme verlagert die Kontrolle über die Anlage Colossus 1, die xAI ursprünglich gebaut hatte, in die operative Struktur von SpaceX.
Colossus 1 hat eine kontroverse Vergangenheit. Elon Musks xAI errichtete die Anlage nach dem Beginn der Arbeiten im Jahr 2024 in ungewöhnlich kurzer Zeit, und das System ging Berichten zufolge nach einer 122-tägigen Bauphase im Juli 2024 online. Der schnelle Ablauf stützte sich teilweise darauf, mehrere Gasturbinen mit Erdgas zu betreiben, statt auf eine Netzanbindung zu warten. xAI behandelte diese Turbinen in Memphis als „transportabel“, um sie ohne Genehmigungen betreiben zu können, was regulatorische Aufmerksamkeit nach sich zog.
Der schnelle Ausbau und der Einsatz von Turbinen lösten Gegenwind bei Anwohnern aus, die über Verschmutzung klagten und Bedenken hinsichtlich der Luftqualität äußerten, einschließlich Berichten über chronische Atemprobleme. Die Hardware des Standorts wird auf etwa 7 Milliarden US-Dollar geschätzt, und die Anlage soll voraussichtlich mehr als 5 Millionen Gallonen Wasser pro Tag verbrauchen, was die Sorgen über zusätzlichen Druck auf lokale Ressourcen verstärkt.
Für Anthropic ist die Anmietung in Memphis eine kurzfristige Lösung im Zuge der breiteren Hektik um Rechenleistung. Das Unternehmen stellte gleichzeitig einen 50-Milliarden-US-Dollar-Plan für Rechenzentrumsinfrastruktur vor, der neue US-Datencenter umfasst. Die Vereinbarung eröffnet zudem SpaceX eine Einnahmequelle, indem es den Zugang zu KI-Infrastruktur vermietet.
Der geplante Ausbau von Rechenzentren wird insgesamt zunehmend teuer. Eine Studie geht davon aus, dass ein führendes KI-Rechenzentrum bis Juni 2030 200 Milliarden US-Dollar kosten könnte und etwa 9 Gigawatt Strom benötigt—entspricht dem Output von neun nuklearen Reaktoren. Dieses Ausmaß an Investitionen und Energiebedarf könnte die Kapazitätsentwicklung auf eine kleine Gruppe gut finanzierter Akteure begrenzen und andere KI-Unternehmen möglicherweise in Richtung Abhängigkeit von Infrastrukturbetreibern und Hyperscalern wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud drängen.
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