Fed-Goolsbee: Die Inflationsdaten sind „schlechte Nachrichten“ und warnen, dass der PCE bei 3,5 % zu hoch liegt

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Der Präsident der Chicagoer Federal Reserve, Austan Goolsbee, sagte am 2. Mai im Fox-News-Programm „The Journal Editorial Report“, dass die zuletzt veröffentlichten Inflationsdaten „für die Fed schlechte Nachrichten“ seien und die Fed mit Zinssenkungen vorsichtig bleiben müsse, bis die Inflation eindeutig zurückgehe. CNBC zitiert Goolsbees Interpretation: „Wir müssen irgendeine Form von Zusicherung, Bestätigung haben, dass wir wieder auf unser 2%-Inflationsziel zurückkehren.“ Zuvor lag die jährliche PCE-Preisindex-Inflationsrate im März bei 3,5% und damit 1,5 Prozentpunkte über dem Inflationsziel der Fed.

Goolsbees Aussage: Inflationsdaten „nicht gut anzusehen“, nicht nur durch den Krieg beeinflusst

Goolsbee betonte, dass das Besorgniserregende an den aktuellen Inflationsdaten vor allem in der Zusammensetzung liege: Der Anstieg der Inflation zeige sich nicht nur in Bereichen, die vom Ölpreis im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen den USA und dem Iran beeinflusst seien, sondern auch in Dienstleistungen, die grob von Zöllen und Energiepreisen abgekoppelt seien. Das bedeute, dass der Inflationsdruck breiter und stärker ausgeprägt sei als eine bloße Folge externer Schocks.

Er sagte außerdem, dass sich seine Sorge über die Inflation in den vergangenen Wochen mit dem Anstieg der Ölpreise verschärft habe. Goolsbees Position wurde zuvor als eher „tauben“ Einschätzung wahrgenommen (mit Tendenz zur Unterstützung von Zinssenkungen), doch diese Äußerung sei für die Märkte ein deutliches Signal einer Kehrtwende.

PCE 3,5% zu hoch: Abstand zum Inflationsziel vergrößert sich

Der von der Fed bevorzugte Kernindikator, der PCE-Preisindex, lag im März bei einer jährlichen Rate von 3,5% und damit deutlich über dem langfristigen 2%-Ziel der Fed. Goolsbee schloss weitere Zinssenkungen nicht ausdrücklich aus, betonte jedoch, dass man erst einen klaren Rückgang der Inflation sehen müsse; andernfalls müsse die Geldpolitik „vorsichtig“ bleiben.

Diese Haltung passt zur Stimmung eines „sich verschärfenden Dissenses“ beim FOMC-Treffen Ende April – also zu deutlichen Unterschieden innerhalb der Kommission hinsichtlich der Persistenz der Inflation und dem Zeitpunkt von Zinssenkungen. Als stimmberechtigtes Mitglied besitzt der Stimmungsumschwung von Goolsbee eine spürbare Wirkung auf den weiteren Kurs der FOMC-Politik nach Mai.

Ausblick: PCE-Daten im Mai, FOMC-Sitzung im Juni

Der nächste Beobachtungspunkt sind die Mitte Mai bzw. Ende Mai veröffentlichten Daten zum PCE-Preisindex für April – falls die Rate bei 3,5% oder höher bleibt, könnte sich der Zeitplan für Zinssenkungen durch die Fed weiter nach hinten verschieben. Ein weiterer Beobachtungspunkt ist das Update des Punktediagramms (dot plot) bei der FOMC-Sitzung im Juni und ob dies die Einschätzung der Kommissionsmitglieder zu der Anzahl der Zinssenkungen im Jahr 2026 insgesamt nach unten korrigiert.

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