Das indonesische Ministerium für Kommunikation und Digitales hat seine Kinderschutzvorschrift für elektronische Systeme, PP Tunas, ausgeweitet, um E-Commerce, Fintech, Banken, Suchmaschinen und andere digitale Dienste abzudecken, die voraussichtlich von Kindern genutzt werden, so der Ministeriumsbeamte Mediodecci Lustarini. Die Regel gilt sowohl für öffentliche als auch für private Betreiber elektronischer Systeme und beschränkt sich nicht auf die acht großen Social- und Video-Plattformen, die oft mit der ursprünglichen Politik in Verbindung gebracht wurden.
Digitale Dienstanbieter, die von der Regel erfasst werden, müssen eine Selbstauskunft zu ihrem Risikoprofil in sieben Bereichen ausfüllen: Kontakt, Inhalte, Ausnutzung durch Verbraucher, Datensicherheit, Sucht, sowie die psychische und physische Gesundheit von Kindern. Nur für Erwachsene bestimmte Dienste können ausgenommen werden, wenn sie strenge Altersprüfungen dokumentieren, auf Grundlage der Ministerialverordnung Nr. 142 von 2025.
Die Betreiber müssen ihre Selbstauskunft innerhalb von drei Monaten abschließen. Wenn die Frist versäumt wird, kann das zu schriftlichen Verwarnungen, Geldstrafen, einer vorübergehenden Aussetzung oder einem vollständigen Dienstblock in Indonesien führen. Die Regierung hat bereits Durchsetzungsmaßnahmen ergriffen und Google eine formelle Verwarnung wegen YouTube ausgestellt, nachdem das Unternehmen die anfänglichen Anforderungen nicht erfüllt hatte.
PP Tunas folgte alarmierenden Zahlen, darunter mehr als 5,5 Millionen dokumentierte Fälle von Material zu sexuellen Übergriffen auf Kinder in Indonesien von 2021 bis 2024. Die Regierung stellte bei der Umsetzung der Regel den Kinderschutz über Marktbedenken.
Die Regierung bezeichnete acht Plattformen als „hochriskant“, bevor die Selbstauskunftsfrist ablief, was Bedenken hinsichtlich des ordnungsgemäßen Verfahrens auslöste. Diese frühe Einstufung könnte sich auf Games, Social Media, E-Commerce, Online-Kredite, „Buy now, pay later“-Dienste und interaktives Livestreaming ausweiten, während die Profilierung über die anfängliche Gruppe hinaus wächst. Unternehmen in diesen Bereichen müssen nun Produktdesign, Datenverarbeitung und Datenschutzrichtlinien überprüfen, um die neuen Regeln einzuhalten.