Gate News Nachricht: Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, hielt eine vorläufige Rede an der Harvard University. Seine Formulierungen waren vorsichtig und boten keine klaren politischen Leitlinien, was dazu führte, dass sich die Stimmung der Märkte eher in Abwartestellung verlagert. Infolgedessen pendelte Bitcoin weiterhin in der Nähe von 67.400 USD; die kurzfristige Volatilität nahm zwar zu, insgesamt zeigte sich jedoch weiterhin eine gewisse Widerstandsfähigkeit.
In seiner Rede betonte Powell mehrfach, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage von „hoher Unsicherheit“ geprägt sei, und räumte ein, dass politische Entscheidungsträger die überlagerte Wirkung der globalen und der inländischen Belastungen noch nicht vollständig verstanden hätten. Er stellte außerdem fest, dass geldpolitische Instrumente nur begrenzten Einfluss auf angebotsseitige Schocks hätten, während die geopolitische Lage und Veränderungen in der US-Politik den wirtschaftlichen Pfad fortlaufend stören.
Zum Thema Inflation sagte Powell, dass Zollfaktoren zu einem vorübergehenden Aufwärtsdruck von 0,5% bis 1% führen könnten; zugleich betonte er, dass die langfristigen Inflationserwartungen weiterhin stabil blieben. Allerdings bleibt der Prozess, die Inflation von der US-Notenbank wieder auf das 2%-Ziel zurückzuführen, weiterhin langsam, was den politischen Handlungsspielraum weiter einschränkt.
Auch der Arbeitsmarkt sendete überwiegend schwache Signale. Powell erwähnte, dass sowohl Angebot als auch Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zurückgingen; ein Teil davon stehe im Zusammenhang mit Anpassungen der Migrationspolitik, was darauf hindeutet, dass sich die zuvor relativ solide Beschäftigungsstruktur verändert. Darüber hinaus warnte er erneut vor der Lage der US-Finanzen und erklärte, dass das Wachstum der Schulden das der wirtschaftlichen Expansion deutlich übertreffe. Der „nicht nachhaltige“ Pfad könne langfristige Risiken mit sich bringen.
Für den Kryptomarkt stärken solche Aussagen die Erzähllogik, wonach Bitcoin als Instrument gegen Inflation und zur Absicherung gegen den Wertverlust von Fiat-Währungen dient. Obwohl kurzfristig keine Erwartungen auf Zinssenkungen als Unterstützung vorliegen und das Kapitalverhalten vorsichtiger ausfällt, zeigte der Preis keinen deutlichen Abwärtstrend. Das spiegelt wider, dass der Markt in einer Phase der Ungewissheit eine defensive Ausrichtung besitzt.
Bemerkenswert ist außerdem, dass Powell ausdrücklich sagte, die US-Notenbank habe „noch nicht über das nächste Vorgehen diskutiert“. Dies dämpft die Markterwartungen an eine Kurswende der Politik weiter. In einer Phase, in der makroökonomische Signale miteinander vermischt sind und der Pfad unklar bleibt, befinden sich sowohl traditionelle Märkte als auch Krypto-Assets weiterhin im Warten auf entscheidende Katalysatoren; die Kurskonsolidierung von Bitcoin könnte daher auch weiterhin anhalten.