Starbucks-CEO Brian Niccol hat auf der Salesforce-Jahreskonferenz Dreamforce erstmals zwei KI-Systeme öffentlich vorgestellt. Davon ist das KI-Barista-Tool, das „Grüner Punkt“ heißt, bereits in großem Maßstab in den Filialen ausgerollt, und er verriet, dass die App in Zukunft „deine Bestellung vorhersagen“ können wird.
(Vorheriger Kontext: Zuckerberg baut einen „CEO-exklusiven KI-Agenten“, Meta startet damit, dass 78.000 Mitarbeitende-KI-Agenten sich gegenseitig „vernetzen“ )
(Zusatz-Hintergrund: OpenAI bringt „ChatGPT Agent“ heraus! Verschmelzung von Operator und Deep Research: Beim Ticketkauf, beim Bestellen von Lieferessen, beim Schreiben von Präsentationen überall vorne)
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Der weltgrößte Kaffeeketten-Markenanbieter Starbucks platziert heimlich ein „geheimes KI-Barista“-System in den Filialen. CEO Brian Niccol hat dies auf der Salesforce-Jahreskonferenz für Technik Dreamforce offengelegt. Das Unternehmen hat derzeit bereits zwei KI-Systeme online, die Anwendungen von der Unterstützung bei der Zubereitung von Getränken bis hin zur Planung von Bestellungen abdecken.
Niccol zufolge ist die derzeit größte KI-Implementierung ein System, das intern als „Grüner Punkt Green Dot“ bezeichnet wird. Die Funktion des Tools ist unverblümt: Wenn Filialmitarbeitende auf ein Problem stoßen – egal ob eine Gerätepanne oder eine besondere Zubereitungsweise für ein bestimmtes Getränk – müssen sie nur im System nachfragen, und die KI gibt sofort eine Antwort. So ersetzt sie den bisherigen Ablauf, in dem man in Handbüchern nachschlägt oder sich an erfahrene Kolleginnen und Kollegen wendet.
Der Grüne Punkt wird seit Juni 2025 pilotiert und befindet sich inzwischen in der Phase einer groß angelegten Einführung. Niccol beschreibt ihn als „eine Art Barista-Assistenten“. Gleichzeitig betont er ausdrücklich, dass Starbucks nicht die Absicht hat, die Filialen auf eine „vollautomatische Roboter“-Strecke zu bringen. Er hebt hervor, dass der Marken-Kern weiterhin echtes Handwerk und echte zwischenmenschliche Interaktion sind: Die Rolle der KI ist unterstützend, nicht ersetzend.
Das zweite System richtet sich an einen operativen Schwachpunkt, der Starbucks seit langem zu schaffen macht: Bestellstau. Niccol gibt offen zu, dass er, als er sein Amt antrat, feststellte: Bestellungen würden „zuerst reinkommen, zuerst rausgehen“ behandelt, was eine große Anzahl an Engpässen verursache. Beim Drive-Thru, auf Lieferplattformen, bei der mobilen Vorausbestellung zur Abholung sowie bei der Bestellung vor Ort fließen Bestellungen aus vier Kanälen gleichzeitig ein – doch sie werden nach derselben Logik verarbeitet, wodurch die Effizienz extrem schlecht ist.
Das KI-System zum Sortieren von Bestellungen namens „Smart Q“ wurde genau dafür entwickelt, dieses Problem zu lösen. Das System kann je nach Bestellquelle und Warte-Situation des Kunden die Priorität der Zubereitung dynamisch anpassen. Ziel ist, dass Kunden für Take-away und Drive-Thru ihre Getränke innerhalb von 4 Minuten erhalten, und dass auch mobile Vorbestellungen termingerecht abgeschlossen werden.
Kundinnen und Kunden können außerdem auf dem Bildschirm in Echtzeit sehen, welche der drei Statusstufen gilt: „erhalten, in Zubereitung, fertig“. So sinkt das Gefühl von Ungewissheit beim Warten.
Niccol positioniert die Starbucks-App als zentralen Schauplatz für die künftige KI-Integration. Er beschreibt folgendes Zukunftsszenario: Die Nutzerinnen und Nutzer müssen nur ihrem Handy sagen: „Hey, die gleiche Bestellung wie immer, ich komme in 10 Minuten vorbei“, und das System kann anhand des bisherigen Verhaltens vorhersagen, was bestellt wird. Wenn die Getränke ankommen, sind sie bereits fertig vorbereitet.
Neben der Kundenseite erwähnt Niccol auch, dass KI parallel in Backoffice-Geschäftsfelder wie visuelle Erkennung, Bestandsmanagement, Optimierung der Lieferkette und Schichtplanung experimentiert wird, aber noch nicht in großem Maßstab umgesetzt ist.
Diese Reihe von KI-Planungen findet in einem Zeitpunkt statt, in dem Starbucks gerade eine große strategische Umstellung durchführt. Nachdem Niccol letztes Jahr das Amt des CEO übernommen hatte, lehnte er eindeutig die Effizienz-vorrangige Linie ab, „die zwischenmenschliche Interaktion zu reduzieren und reine Abhol-Drive-Thru-Filialen auszubauen“. Stattdessen bekräftigte er das Konzept des Third Space, das Howard Schultz, der legendäre Gründer, betont hatte – damit Starbucks zu einem Ort wird, an dem Menschen bleiben wollen, jenseits von Zuhause und Büro.
Im vergangenen Oktober kündigte das Unternehmen an, 1 Milliarde Dollar für eine Umstrukturierung aufzuwenden, und startete das „Starting 5“-Programm. Dabei wurden fünf Filialen als Pilotstandorte für Innovation ausgewählt, um nach der Validierung landesweit auszurollen. Welche Ergebnisbilanz Starbucks im KI-Zeitalter abgeben wird, können wir weiterhin beobachten.
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