
Bitcoin eroberte am 31. März einen Teil der Verluste zurück und stieg wieder über 67.000 US-Dollar. Der wichtigste Auslöser für diese Gegenbewegung waren diplomatische Signale auf geopolitischer Ebene: Weißhaus-Sprecherin Leavitt erklärte, dass Trump vor dem 6. April, der als Frist gilt, eine Vereinbarung mit dem Iran anstrebe, was die kurzfristigen Erwartungen an eine Entspannung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Markt befeuert habe. Gleichzeitig sagte Fed-Vorsitzender Powell, er neige dazu, die Zinssätze unverändert zu belassen; diese Haltung bot ebenfalls kurzfristige Unterstützung für riskante Assets.
Die Trump-Regierung gab bekannt, dass sie auf Bitte der iranischen Regierung die Angriffe auf iranische Energieanlagen für 10 Tage ausgesetzt habe, bis zum 6. April um 20:00 Uhr (US-Ostzeit), um danach wieder aufzunehmen. Das Weiße Haus machte eindeutig klar, dass der Präsident vor Ablauf der Frist eine Einigung erzielen möchte – dies sei die bedeutendste öffentliche Stellungnahme zwischen den USA und dem Iran seit dem Start der „Operation Epic Rage“ vor 31 Tagen.
Durch die Erwartung einer Entspannung heizte sich die Markstimmung vorübergehend auf; Bitcoin sprang vom Monatstief nach oben, eine Bewegung, die Analysten als eine von „vorsichtigem Optimismus“ getriebene Kursentwicklung beschrieben. Allerdings dementierte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Baghae (Baghae), am selben Tag, dass zwischen beiden Parteien bereits direkte Verhandlungen begonnen hätten. Er erklärte, die USA würden Verhandlungs-Vorschläge über Dritte wie Pakistan weiterleiten, und die iranische Haltung zum Waffenstillstand habe sich nicht geändert. Damit warnte er den Markt davor, die diplomatischen Signale zu stark zu interpretieren.
Das iranische Parlament verabschiedete am selben Tag einen Gesetzentwurf, der vorsieht, dass für Handelsschiffe, die die Straße von Hormus passieren, Maut erhoben wird. Für jedes Tankerschiff könnten die Gebühren bis zu 2 Millionen US-Dollar betragen. Zudem soll das Passieren von Schiffen mit Bezug zu den USA, Israel oder Ländern verboten werden, die zuvor einseitige Sanktionen gegen den Iran verhängt hatten. Die Maut soll in iranischen Rial gezahlt werden. Das Weiße Haus stellte sich unmittelbar klar dagegen.
Die Straße von Hormus trägt rund 20% des weltweiten Ölhandels. Wenn die entsprechenden Beschränkungen umgesetzt werden, würde das den Ölpreis weiter nach oben treiben, den Inflationsdruck verstärken, den Spielraum für Zinssenkungen der Fed weiter einengen und damit eine neue Runde struktureller Belastungen für riskante Assets schaffen.
(Quelle: Trading View)
Powell sagte am Montag, dass die Fed angesichts der noch unklaren Auswirkungen eines möglichen Angriffs auf iranische Energie tendenziell eine „durchdringende Beobachtung“ für steigende Ölpreise beibehalten will, um die Zinssätze unverändert zu lassen; gleichzeitig warnte er jedoch, dass die Fed, wenn die Inflationserwartungen dauerhaft entgleisen, möglicherweise nicht umhin kommt, Maßnahmen zu ergreifen. Nick Timiraos, der „Fed-Sprecher“ der zweiten Ebene, wies darauf hin, dass die Schwelle für Zinssenkungen im Vergleich zu vor einigen Monaten deutlich gestiegen sei, was die Vorstellung vom Spielraum für eine lockere Geldpolitik im Markt weiter einschränke.
Technisch gesehen ist 65.000 US-Dollar die entscheidende Untergrenze für die Bullen, während 73.000 US-Dollar in der Nähe der wichtigsten Widerstandszone liegt. Analysten skizzierten für den weiteren Verlauf drei Szenariorahmen:
Bullisches Szenario: Die Bestätigung einer Entspannung zwischen den USA und dem Iran, ein schwächerer US-Dollar und eine Rückkehr der makroökonomischen Risikobereitschaft; Bitcoin kehrt zurück über 75.000 US-Dollar und steuert auf die psychologische Marke von 80.000 US-Dollar zu
Basisszenario: Der Markt wartet auf diplomatische Fortschritte und eine Bestätigung durch makroökonomische Daten; Bitcoin schwankt und konsolidiert zwischen 67.000 und 73.000 US-Dollar
Bärenszenario: Bruch der Unterstützung bei 65.000 US-Dollar (insbesondere, wenn die Bedingungen für makroökonomische Schocks wieder auftreten) – dann wird der Abwärtspfad in Richtung 58.000 bis 60.000 US-Dollar geöffnet
Der wichtigste Auslöser für den heutigen Anstieg sind diplomatische Signale zwischen den USA und dem Iran. Das Weiße Haus erklärte, dass Trump vor dem 6. April eine Vereinbarung erzielen wolle. Das stärkte die kurzfristigen Erwartungen im Markt an eine Entspannung der geopolitischen Spannungen und führte dazu, dass sich die Stimmung bei riskanten Assets vorübergehend aufhellte. Auch Powells eher auf das Beibehalten der Zinssätze unverändert ausgerichtete Aussage lieferte zusätzlichen Rückhalt für diese Gegenbewegung.
Der 6. April ist das Ablaufdatum, an dem die Trump-Regierung die Angriffe auf iranische Energieanlagen aussetzt. Wenn vor diesem Datum irgendeine diplomatische Rahmenvereinbarung zustande kommt, könnte dies dazu führen, dass der Ölpreis deutlich zurückfällt und die Risikobereitschaft des Marktes sich schnell wieder erholt – was Bitcoin dazu bringt, Widerstände bei 73.000 bis 75.000 US-Dollar anzutesten. Wenn die Verhandlungen scheitern und militärische Aktionen wieder aufgenommen werden, wird hingegen die Unterstützung bei 65.000 US-Dollar umgehend auf die Probe gestellt.
Wenn das Gesetz in Kraft tritt, wird die globale Öllieferkette mit einer neuen Runde von Störungen konfrontiert sein. Das würde den Ölpreis nach oben treiben und den Inflationsdruck verstärken, wodurch der Spielraum für Zinssenkungen durch die Fed weiter schrumpft. Ein Umfeld mit hohen Zinsen übt auf riskante Assets wie Bitcoin einen strukturellen Druck aus; das könnte die kurzfristigen positiven Effekte, die durch eine diplomatische Entspannung entstehen, teilweise ausgleichen. Diese Unsicherheit ist derzeit die wichtigste Quelle, der der Markt am stärksten nachgehen muss.