US-Bundesstaatsanwälte konnten Verurteilungen gegen 25 Angeklagte in einem 215-Millionen-US-Dollar-Betrugsschema per Geschäfts-E-Mail durchsetzen, das mehr als 1.000 Opfer betraf. Die Behörden erklärten, dass Kryptowährung zu den Vermögenswerten gehörte, die in einem globalen Betrugsnetz nachverfolgt wurden, das sich über 47 Bundesstaaten und 19 Länder erstreckte.
Kernaussagen:
Das US-Justizministerium (DOJ) gab am 30. April 2026 bekannt, dass ein langjähriger Fall zum Business-Email-Compromise zu Verurteilungen gegen 25 Angeklagte geführt habe; dabei wurde Kryptowährung unter den Vermögenswerten aufgeführt, die mit der weiterreichenden finanziellen Spur verbunden waren. Das US-Anwaltsbüro für den nördlichen Bezirk von Ohio erklärte, das 215-Millionen-US-Dollar-Schema habe gehackte E-Mail-Konten, irreführende Zahlungsanweisungen und Geldwäsche-Methoden genutzt, um mehr als 1.000 Opfer ins Visier zu nehmen. Das DOJ erklärte:
„Nach einem vier Tage dauernden Prozess befand eine Bundesjury zwei Männer und eine Frau für schuldig, an einem internationalen E-Mail-Hacking-Schema beteiligt gewesen zu sein, das mehr als 1.000 Opfer im Wert von ungefähr 215 Millionen US-Dollar betrogen hat. Das Schema erstreckte sich über 47 Bundesstaaten und 19 Länder.“
Laut Staatsanwälten wurden Oluwafemi Michael Awoyemi, Aruan Drake und Peter Reed nach dem Prozess in Toledo für eine Verschwörung wegen Drahtbetrugs für schuldig befunden. Awoyemi und Drake wurden zudem wegen einer Verschwörung zur Geldwäsche verurteilt. Der Fall drehte sich um Business Email Compromise, eine Betrugsmethode, die E-Mail-Zugriff und Kommunikation nutzte, die vertraut aussah, um Zahlungen umzuleiten.
Die Opfer reichten von Privatpersonen bis zu Unternehmen und Organisationen in den Vereinigten Staaten und im Ausland. Nachdem die Verschwörer Zugriff auf E-Mail-Konten erlangt hatten, prüften sie Aktivitäten, Kontakte und Geschäftsbeziehungen. Diese Informationen ermöglichten es ihnen, Zahlungsanfragen so anzupassen, dass sie legitim wirkten. Die Opfer überwiesen anschließend Beträge im Bereich von Zehntausenden bis zu Millionen US-Dollar. Ein Unternehmen überwies 2,7 Millionen US-Dollar an ein Konto einer Briefkastenfirma, das von einem Mitglied der Verschwörung kontrolliert wurde.
Die Staatsanwälte beschrieben das Geldwäschenetzwerk als gestaffelt, statt von einer einzigen Route abhängig gewesen zu sein. Zu den Methoden gehörten betrügerisch erstellte Bankkonten, Systeme für Geldtransfers, Briefkastenfirmen und Bankschecks. Etwa 50 Millionen US-Dollar wurden in Bankschecks umgewandelt, die später bei New Dolton Currency Exchange in Chicago-area vorgelegt wurden, einem Geldservice-Unternehmen, das vom Mitangeklagten Lon Goodman betrieben wurde. Goodman nahm Schecks von Personen entgegen, die falsche Identifikationen nutzten, oder Schecks, die auf andere zahlbar ausgestellt waren.
Die Behörden erklärten, er habe die Verarbeitung der Aktivitäten fortgesetzt, nachdem Banken gewarnt hatten, dass die Schecks mit gestohlenen oder betrügerischen Geldern verbunden seien. Staatsanwälte sagten, die Operation habe später auf Schecks zugunsten von Briefkastenfirmen umgestellt, als frühere Methoden risikoreicher wurden. Zu den beschlagnahmten Vermögenswerten bzw. solchen, die Gegenstand einer Einziehung sein konnten, gehörten:
„Fast 1,2 Millionen US-Dollar im Wert von Bankschecks, Kryptowährung und Bargeld.“
Zu den beschlagnahmten Vermögenswerten gehörten außerdem drei Luxusuhren: eine Patek Philippe Nautilus im Wert von 45.000 US-Dollar, eine Audemars Piguet Royal Oak im Wert von 30.000 US-Dollar und eine Richard Mille Felipe Massa-Uhr im Wert von 140.000 US-Dollar. Die Behörden führten zudem eine 4.423 Quadratfuß große Immobilie in Lawrenceville, Georgia, auf.
Die Opferliste zeigte die Reichweite des Falls. In Ohio genannte Orte durch die Staatsanwälte waren unter anderem Norwalk, Kent, Akron, Hudson, Maple Heights, Westfield Center, New Riegel und Greenwich. Der Fall umfasste auch Opfer in vielen anderen Bundesstaaten und Ländern, darunter Kanada, Mexiko, Großbritannien, Deutschland, Italien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Australien, Neuseeland, Malaysia, Panama, Bermuda und Rumänien. Die Strafen werden vom Gericht festgelegt, nachdem es die Rolle, die Akte und das Delikthandeln jedes Angeklagten geprüft hat. Der Fall zeigt, wie routinemäßige Zahlungsabläufe Teil einer größeren Betrugs- und Geldwäschekette werden können, wenn der E-Mail-Zugriff kompromittiert wird.