OPEC+ 3. Mai hielt das erste Treffen ohne die UAE ab und beschloss, die Förderung im Juni um 188.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. CNBC berichtete, die UAE seien am 1. Mai offiziell aus OPEC ausgetreten und hätten damit ihre Rolle im OPEC-System beendet, die seit fast sechzig Jahren bestand. An dem Treffen nahmen sieben Länder teil: Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman. Das Förderplus fiel relativ moderat aus, und es gab keine direkte öffentliche Reaktion auf den Austritt der UAE.
UAE tritt aus OPEC aus: Drittgrößter Förderstaat scheidet aus, Neuordnung der Einflussstruktur
Die UAE sei im Februar 2026 noch immer der drittgrößte Förderstaat innerhalb der OPEC, nur hinter Saudi-Arabien und Irak. Ihr Austritt aus OPEC ist eine der bedeutendsten Mitgliederveränderungen seit Bestehen der Organisation und wird von der Öffentlichkeit als „langfristige Unzufriedenheit der UAE mit ihren Förderquoten und die Entscheidung, durch den Ausstieg den Weg zur Produktionsfreiheit zu wählen“ gedeutet. Nach dem Austritt können die UAE ihre Förderung weiterhin unabhängig festlegen und sind nicht durch OPEC-Quoten eingeschränkt.
Die Erhöhung um 188.000 Barrel/Tag bei diesem Treffen ist die Zahl, die von den sieben Ländern gemeinsam getragen wird, nachdem die UAE ausgeschlossen wurden. Wenn die UAE noch in der Organisation wären, könnte das Förderplus höher ausfallen. Der Austritt bedeutet, dass OPECs Einfluss auf das „Erhöhen der Förderung als Reaktion auf Marktdruck durch Angebotsengpässe“ verwässert wird.
Zurückhaltende Fördererhöhung unter Führung Saudi-Arabiens: Puffer für den Markt nach der Schließung der Straße von Hormus
Seit dem Beginn der Konflikte zwischen Iran und den USA am 28. Februar ist die Schifffahrt durch die Straße von Hormus faktisch unterbrochen, und der globale Ölmarkt befindet sich seit rund einem halben Jahr in einer Phase der Angebotsverknappung. OPEC+ hatte im April bereits zweimal in Folge nur leicht erhöht, und bei diesem Treffen wurde zum dritten Mal leicht nachgelegt. Insgesamt reicht das jedoch weiterhin nicht aus, um die durch Hormus blockierte Angebotslücke zu füllen.
Die Haltung Saudi-Arabiens ist „Kapazitäten beibehalten, nicht auf einmal freisetzen“, um zu vermeiden, dass der Markt davon ausgeht, OPEC habe seine verfügbaren, brachliegenden Förderreserven bereits aufgebraucht. Das steht im Kontrast dazu, dass die USA in dieser Zeit mit einer Rate von mehr als 4 Millionen Barrel pro Tag zur „letzten Öhquelle“ wurden — OPEC will die Preise stützen, die USA wollen ihren Marktanteil sichern und die UAE wollen ihre Produktionsfreiheit erhalten.
Ausblick: Unabhängige Förderausweitung der UAE, OPEC±Treffen im Juni und US-Schieferkapazitäten
Der Fokus der nächsten Beobachtung liegt darauf, ob die UAE im Juni beginnen, unabhängig deutlich mehr zu fördern. Falls es zu einer großen Förderausweitung kommt, könnte dies die internationalen Ölpreise weiter drücken und damit die zurückhaltende Strategie Saudi-Arabiens ausgleichen. Das nächste OPEC±Treffen wird voraussichtlich im Juni stattfinden. Ob dabei weitere Erhöhungen der Förderung diskutiert werden oder ob es eine formelle Reaktion auf den Austritt der UAE geben wird, ist noch nicht bekannt.
Ein weiterer Beobachtungspunkt sind die Förderobergrenzen der US-Schieferölindustrie — falls Hormus langfristig blockiert bleibt und OPEC+ weiterhin zurückhaltend bleibt, wird der Markt stark darauf angewiesen sein, dass die USA die Lücke füllen. Die entscheidenden Variablen werden dann die Bohrgeschwindigkeit der Schieferproduzenten und die Transportkapazitäten der Pipelines sein.
Dieser Artikel „OPEC+ erhöht um 188.000 Barrel pro Tag: erstes Treffen ohne UAE, Saudi-Arabien dominiert die zurückhaltende Fördererhöhung“ erschien erstmals auf Kettennachrichten ABMedia.
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