Der bekannte Market-Maker Jane Street verzeichnete im vergangenen Jahr eine herausragende Performance an den Finanzmärkten und zahlte insgesamt bis zu 9,38 Milliarden US-Dollar an Mitarbeitervergütungen aus, im Durchschnitt 2,68 Millionen US-Dollar pro Mitarbeiter. Das Unternehmen konnte nicht nur dank der umfangreichen Partner-Eigenkapitalbasis Gewinne aus dem Handel mit traditionellen Vermögenswerten erzielen, sondern investierte auch aktiv in frühe KI-Start-ups wie Anthropic. Auffällig ist, dass der ehemalige Krypto-Börsenbetreiber FTX-Gründer Sam Bankman-Fried (SBF) schon früh ebenfalls dort Karriere machte. Er lernte dort quantitative Handelstechniken und wurde stark von der risikoanalytischen Kultur beeinflusst, die auf Erwartungswerten basiert.
Jane Street: Gewinne übertreffen Wall-Street-Investmentbanken, durchschnittliche Mitarbeitervergütung bei 2,68 Millionen US-Dollar
Laut einem Bericht von Bloomberg erwirtschaftete Jane Street Group im vergangenen Jahr 39,6 Milliarden US-Dollar an Handelsumsatz und lag damit vor den großen Investmentbanken an der Wall Street wie JPMorgan, Goldman Sachs und dem Wettbewerber Citadel Securities. Das Unternehmen stellte 9,38 Milliarden US-Dollar für die Mitarbeitervergütungen bereit, sodass im Durchschnitt 2,68 Millionen US-Dollar pro Mitarbeiter ausgezahlt wurden. Dieses Vergütungsmodell spiegelt die stark auf Mathematik-Experten aufbauende operative Strategie wider, die Niedrig-Latenz- (Low-Latency-) Trading-Modelle entwickelt. Das Eigenkapital der Partner (also die Mittel, mit denen das Unternehmen seinen Handelsbetrieb finanzieren kann, ohne auf externes Kapital zurückgreifen zu müssen) liegt inzwischen bei 45 Milliarden US-Dollar und schafft eine solide Kapitalbasis für die weitere Expansion.
Flexibler Kapitalaufbau und Investitionen in KI-Start-ups
Dank des reichlich vorhandenen internen Kapitals verfügt Jane Street über eine hohe Flexibilität bei der Kapitalallokation. Neben dem Handel mit Vermögenswerten wie Exchange-Traded Funds (ETFs) investiert das Unternehmen auch in frühe Technologieunternehmen, etwa in das KI-Start-up Anthropic und CoreWeave. Durch seine Eigenschaft als nicht-bankenbasierter Market Maker ist es von traditionellen bankenbezogenen Kapitalanforderungen weniger betroffen. Dadurch kann es langfristige Beteiligungsinvestitionen in die Strategie integrieren und die Marktwirkung in aufstrebenden Technologiebereichen ausweiten.
SBFs Wall-Street-Start und Quant Trading
Dieser Market Maker ist dafür bekannt, Mathematiker und Rätsel-Fans zu rekrutieren, um seine Technologie zu entwickeln. FTX-Gründer SBF arbeitete zwischen 2013 und 2017 als Trader bei Jane Street und war für die Preisgestaltung von internationalen ETFs sowie für Arbitrage (Schiedshandel) zuständig. In dieser Zeit sammelte er praktische Erfahrung im Umgang mit gewaltigen Geldsummen auf institutioneller Ebene sowie in der Disposition von Liquidität über verschiedene Märkte hinweg und lernte Kollegen kennen, die später zu Kernmitgliedern wurden. Diese Vita bildete eine solide technische und strategische Grundlage dafür, wie er von Unterschieden bei der Liquidität profitieren konnte.
SBF hatte in einem Interview darauf hingewiesen, dass Jane Street eine Entscheidungs-Kultur betont, die auf Wahrscheinlichkeiten und Erwartungswerten basiert, und dass dies sein späteres Business-Setup stark beeinflusst habe. Allerdings verfügen klassische Market Maker über strenge Risikolimits (Risk Limits) und Mechanismen zur Absicherung (Hedging). Nach seinem Ausstieg verließ sich SBF in einem Umfeld ohne externe Aufsicht zu stark auf den Einsatz von Leverage (Hebel). Diese extreme Anwendung sowie das Fehlen von Corporate-Governance-Grundsätzen wurden schließlich zu einem entscheidenden Faktor für den finanziellen Zusammenbruch.
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