Die USA haben Saudi-Arabien überholt und sind zum weltweit größten Rohölexporteur geworden. Laut Bloomberg-Bericht vom 3. Mai konnten die USA in den vergangenen 9 Wochen mehr als 250 Millionen Barrel Rohöl aus heimischen Ölquellen und Lagertanks in Übersee exportieren und damit die von der Blockade im Persischen Golf betroffene Versorgungslücke schließen. Die Blockade im Persischen Golf wird, seit der Beginn der trilateralen Konfrontation zwischen den USA, dem Iran und Israel Ende Februar, als „größte Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarkts“ beschrieben.
9 Wochen lang mehr als 250 Millionen Barrel Export: Golfküste zum globalen Ölschiff-Umstiegsknoten
Der Rohölexport aus den USA hat in den vergangenen 9 Wochen insgesamt über 250 Millionen Barrel erreicht – im Durchschnitt etwa 4 Millionen Barrel pro Tag in Übersee. Zu den Exportquellen gehören sowohl die laufende Förderung aus aktiven Ölquellen als auch Strategiereserven (einschließlich kommerzieller Lagertanks). Die Häfen an der Golfküste (Gulf Coast) sind zu einem Ballungsraum für Öltanker geworden, und das Tanker-Aufkommen ist deutlich gestiegen.
Die Angebotsflexibilität der USA entsteht aus den im Zuge der Schieferrevolution aufgestauten stillen Förderkapazitäten und der Pipeline-Infrastruktur in Nordamerika – eine Infrastruktur, die in den vergangenen zehn Jahren massiv ausgebaut wurde und in der Blockade im Persischen Golf die Rolle eines „globalen Backup-Systems“ für den Ölmarkt spielte. Selbst wenn der Persische Golf nahezu vollständig gesperrt ist, können globale Energieverbraucher den Grundbetrieb weiterhin über die von den USA angebotene Ersatzversorgung aufrechterhalten.
Energiegeopolitische Machtstruktur: Vom OPEC-Vorstand hin zur US-Balance
Dass die USA Saudi-Arabien als weltweit größter Rohölexporteur ablösten, ist seit 1948 das erste Mal. Die traditionelle Machtarchitektur am Ölmarkt wird von OPEC (Organisation Erdöl exportierender Länder) gesteuert – mit Preis- und Förderrhythmus. Obwohl die USA ein großer Produzent sind, sind sie langfristig ein Nettoimporteur. In dieser Krise können die USA ihre Doppelrolle als „Nettoexporteur“ und „letzter Öl-Lieferant“ konkret vorführen: Wenn geopolische Schocks die wichtigsten Förderregionen treffen, kann die USA die Exporte schnell erhöhen, um die globalen Preise zu stabilisieren.
OPEC+ gab am 3. Mai zeitgleich die dritte Runde der Produktionserhöhung bekannt (seit der Schließung des Persischen Golfes) und steigerte die Förderung um 188.000 Barrel pro Tag. Dieses Ausmaß ist relativ moderat und steht im Kontrast zu den explosiven Exportmengen der USA von 250 Millionen Barrel in 9 Wochen – die Bewertung des Ölmarkts, „wer wirklich die letzte Verteidigungslinie ist“, wird gerade neu kalibriert.
Weitere Beobachtungspunkte: Obergrenze der Schieferkapazität, Verbrauch strategischer Reserven, Dollar-Preisstellung
Der nächste Beobachtungspunkt ist die Obergrenze der US-Schieferölkapazität: Wenn die Blockade im Persischen Golf länger anhält, kann die USA dann weiterhin eine Exportintensität von über 4 Millionen Barrel pro Tag aufrechterhalten, und wie schnell verbraucht sich die strategische Erdölreserve (SPR), bis sie die sichere Untergrenze erreicht. Ein weiterer Beobachtungspunkt ist die Rolle des Dollars in der Preisstellung am Ölmarkt – wenn die USA zur faktischen „letzten Ölquelle“ werden, wird das Petrodollar-System (petrodollar) und die Position des Dollars bei internationalen Abrechnungen strukturell gestärkt.
Dieser Artikel „Die USA wurden zum letzten Öl-Lieferanten: 9 Wochen Export von 250 Millionen Barrel, zum ersten Mal Saudi-Arabien als größten Rohölexporteur überholt“ erschien zuerst bei der Kettennews ABMedia.
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